Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin

Donnerstag, 1. August 2019 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Berlin, Allgemein, Haus des Monats

© Fridolin freudenfett/cc-by-sa-4.0

© Fridolin freudenfett/cc-by-sa-4.0

Die Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin ist der Hauptsitz des Bundesnachrichtendienstes (BND). Sie befindet sich auf einem rund 260.000 m² großen umzäunten Gelände im Berliner Ortsteil Mitte an der Chausseestraße. Der Gebäudekomplex entstand dort zwischen 2006 und 2018 nach Plänen der Architekten Kleihues + Kleihues und wurde im Folgejahr eröffnet.

Das Gebäude bietet Platz für 4000 Beschäftigte. Die ersten Mitarbeiter bezogen 2014 ihre Büros im Neubau. Nachdem der Umzug Ende 2018 abgeschlossen war, waren 3200 Mitarbeiter im Gebäude tätig. Bis 2018 befand sich der Hauptsitz des Nachrichtendienstes in Pullach. Dort verblieben nach dem Umzug noch gut 1000 Spezialisten. Mit 5200 Räumen, 20.000 Tonnen verbautem Stahl und 135.000 m³ verbautem Beton ist die Zentrale nach dem Flughafen Berlin-Tempelhof das zweitgrößte Gebäude Berlins.

Ursprünglich war das Gelände am Rande des sogenannten Feuerlandes. Auf dem Areal wurde 1820 ein Exerzierplatz angelegt. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand die Kaserne des Garde-Füsilier-Regiments, genannt Maikäferkaserne. Hans Leip, der 1915 dort stationiert war, dichtete in der Wachstube den Text des bekannten Soldatenliedes Lili Marleen. Nach dem Ersten Weltkrieg nutzte die Berliner Polizei die Kaserne sowie den Exerzierplatz und errichtete hier 1929 das Polizeistadion. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Kasernengebäude weitgehend zerstört. Aus Anlass der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten ließ die Deutsche Demokratische Republik auf dem Areal aus Trümmerschutt das Walter-Ulbricht-Stadion anlegen, das 1973 in Stadion der Weltjugend umbenannt wurde. Nach seinem Abriss ab 1992 sollten dort Bauten für die Olympischen Spiele 2000 entstehen, für die sich Berlin beworben hatte. Nach dem Scheitern der Olympiabewerbung diente das freie Gelände bis 2006 verschiedenen sportlichen Zwischennutzungen.

© flickr.com - Alper Çuğun/cc-by-2.0 © Simon - Pierre Krautkrämer/cc-by-sa-3.0 © Fridolin freudenfett/cc-by-sa-4.0 © flickr.com - Alper Çuğun/cc-by-2.0 © Fridolin freudenfett/cc-by-sa-4.0
<
>
© Simon - Pierre Krautkrämer/cc-by-sa-3.0
Das Hauptgebäude der BND-Zentrale besteht aus einem dreiflügeligen Bauwerk, das insgesamt 270 Meter lang, 160 Meter breit und 30 Meter hoch ist und dessen Hauptachse ungefähr in Nord/West-Süd/Ost-Richtung verläuft. Rückwärtige Anbauten vergrößern die Nutzflächen. Lange Flure ziehen sich hindurch, von denen kleine funktionale Büros für je zwei Mitarbeiter abgehen. Darin stehen höhenregulierbare Schreibtische. Jeder Mitarbeiter wird zwei PCs erhalten. Einer dient der normalen Kommunikation, der zweite ist mit dem internen Netz verbunden. Insgesamt sind 300.000 km Kabel verlegt worden, davon 20.000 Kilometer Glasfaserkabel. Abgedunkelte und abhörsichere Fenster schützen die Räume vor Lauschangriffen. Zur Ikonographie des Gebäudes führte Maak folgenden Vergleich in freier Assoziation aus: “die Gebäudeteile sehen auch aus wie eine etwas ratlos Spalier stehende Versammlung überdimensionierter, riesenhafter PC-Gehäuse, in deren gigantischen Laufwerken alles gespeichert wird, was überhaupt speicherbar ist.”

In der Nordbebauung an der Ida-von-Arnim-Straße befindet sich die Technik- und Logistikzentrale mit Blockheizkraftwerk. Sie wurde bereits 2014 eröffnet. Über die dortige Sicherheitsschleuse erfolgt die zentrale Ver- und Entsorgung. Imtech übernahm mit einem Gesamtvolumen von 140 Mio. Euro für einen Zeitraum von 15 Jahren die Wärme-, Kälte- und Stromversorgung der Liegenschaft.

In der Südbebauung an der Habersaathstraße befindet sich das Zentrum für nachrichtendienstliche Aus- und Fortbildung (ZNAF), einem Gemeinschaftsprojekt von BND und Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Neben Werkstätten und Chemielaboren stehen 110 Internat-Apartments zur Verfügung. Im Erdgeschoss, an der Ecke Habersaathstraße – Chausseestraße, soll im April 2019 das Besucherzentrum des BND eröffnen. Es soll später auch ohne Voranmeldung betreten werden können und auch Merchandising-Produkte des BND anbieten.

Lesen Sie mehr auf Der BND und Wikipedia BND-Zentrale. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.






Das könnte Sie auch interessieren:

Diesen Beitrag teilen: (Vor Nutzung der Button Datenschutzregelungen beachten)

Das Segelschulschiff Dar Młodzieży

Das Segelschulschiff Dar Młodzieży

[caption id="attachment_168181" align="aligncenter" width="590"] © Patrick Wernhardt/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Dar Młodzieży ist ein polnisches Segelschulschiff – Dreimastvollschiff – für angehende Offiziere der Handelsmarine. Es wurde 1981/82 nach Plänen des polnischen Schiffsarchitekten Zygmunt Choreń auf der Leninwerft in Danzig als Vollschiff aus Stahl gebaut, als Nachfolger der Dar Pomorza. Die Dar Młodzieży kann eine Reisegeschwindigkeit von 16,5 Knoten erreichen und 60 Tage auf See bl...

[ read more ]

Themenwoche Elsass - Illkirch-Graffenstaden

Themenwoche Elsass - Illkirch-Graffenstaden

[caption id="attachment_150583" align="aligncenter" width="590"] Town hall © Rh-67/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Illkirch-Graffenstaden ist eine französische Stadt mit 26.000 Einwohnern im Département Bas-Rhin. Sie liegt im Arrondissement Strasbourg-Campagne und ist Hauptort eines eigenen Kantons. Illkirch-Graffenstaden ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Frankreichs und wahrscheinlich Europas, da ihre Bevölkerung innerhalb von 44 Jahren auf mehr als das Zweieinhalbfache angestiegen ist. Illkirch...

[ read more ]

Tuvalu im Pazifischen Ozean

Tuvalu im Pazifischen Ozean

[caption id="attachment_151585" align="aligncenter" width="590"] Funafuti © flickr.com - INABA Tomoaki/cc-by-sa-2.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Tuvalu ist ein Inselstaat im Südwesten des Stillen Ozeans/Pazifischen Ozeans. Er ist als parlamentarische Monarchie organisiert und Mitglied des Commonwealth of Nations. Hauptstadt ist das Atoll Funafuti und Regierungssitz das auf diesem Atoll gelegene Dorf Vaiaku. Bis zur Unabhängigkeit am 1. Oktober 1978 hieß das Territorium Ellice Islands. Tuvalu liegt im Südwesten des Pazifische...

[ read more ]

Die Insel Kyūshū in Japan

Die Insel Kyūshū in Japan

[caption id="attachment_168928" align="aligncenter" width="590"] Kyushu Food Booth © Ominae/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Kyūshū ist mit einer Fläche von 36.782,35 km² und 13 Mio. Einwohnern die drittgrößte und zweitbevölkerungsreichste Hauptinsel Japans. Zur Region Kyūshū werden weitere, kleinere, Inseln gezählt, oft auch die Inseln der Präfektur Okinawa. Die Insel Kyūshū ist die südlichste der vier Hauptinseln Japans. Kyūshū ist sehr gebirgig. Auf ihr befindet sich der Aso (1.592 m), der aktivste Vul...

[ read more ]

Die Rattenfängerstadt Hameln

Die Rattenfängerstadt Hameln

[caption id="attachment_150376" align="aligncenter" width="590"] Cruisship Hameln on River Weser in front of Hotel Stadt Hameln © Thomas Fietzek[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Hameln ist eine große selbständige Stadt in Niedersachsen. Die Kreisstadt des Landkreises Hameln-Pyrmont ist an der Weser gelegen und vor allem bekannt durch die Sage vom Rattenfänger von Hameln, die die Überlieferung auf das Jahr 1284 datiert. Weltweite Bekanntheit erlangt Hameln durch den bald darauf im Jahre 1284 erfolgten Auszug der "Hämelschen Kinde...

[ read more ]

Andrei Melnitschenkos Mega-Yacht "A"

Andrei Melnitschenkos Mega-Yacht

[caption id="attachment_151137" align="aligncenter" width="590"] © blog.luxuryproperty.com[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die A ist eine der größten privaten Mega-Yachten der Welt. In der Liste der längsten Motoryachten belegt sie Platz 11. Ihr Besitzer ist der russische Milliardär Andrei Igorewitsch Melnitschenko. Die Howaldtswerke-Deutsche Werft erhielt den Auftrag das aus Stahl und Aluminum errichtete Schiff zu bauen, die Projektbezeichnung lautete erst "SF99" (Starck-Francis, 99 Meter), dann „Sigma“. Das Design stammt v...

[ read more ]

Her Majesty's Yacht Britannia

Her Majesty's Yacht Britannia

[caption id="attachment_152559" align="aligncenter" width="443"] HMY Britannia Bell © Robert Breuer/GFDL[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die HMY Britannia war die 83. Königliche Yacht von Großbritannien seit der Wiedereinsetzung von König Karl II. im Jahr 1660. Heute ist sie zusammen mit einer Ausstellung über das Schiff im Hafen von Leith bei Edinburgh in Schottland zu besichtigen (National Historic Fleet, Core Collection). Die Britannia wurde auf der Werft John Brown & Company Ltd. in Clydebank (Schottland) gebaut. Nac...

[ read more ]

Themenwoche Sardinien - Quartu Sant’Elena

Themenwoche Sardinien - Quartu Sant’Elena

[caption id="attachment_151613" align="aligncenter" width="590"] Golfo di Geremeas © Marco Walker/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Quartu Sant’Elena ist eine italienische Gemeinde mit 69.000 Einwohnern in der Provinz Cagliari. Quartu Sant’Elena liegt östlich von Cagliari und ist nur durch die Salinen di Stato vom Meer (Golfo dei Angeli) getrennt. Der Ort grenzt direkt an den Stagno di Molentargius. In den 1970er Jahren war Quartu Sant’Elena noch räumlich von Cagliari getrennt. Doch schon in den 1990er Jah...

[ read more ]

Return to Top ▲Return to Top ▲
President of China Xi Jinping © The Russian Presidential Press and Information Office
Belt and Road Initiative, die neue Seidenstraße

Das Projekt One Belt, One Road beziehungsweise Belt and Road Initiative (BRI) bündelt seit 2013 die Interessen und Ziele der...

© Frankie Fouganthin/cc-by-sa-4.0
Gumball 3000 Rally

Das Gumball 3000 ist eine seit 1999 jährlich stattfindende und in einigen der besuchten Länder als illegal eingestufte Fahrveranstaltung auf...

Ancient Culture Street entrance © William M Benson
Themenwoche China – Tianjin

Tianjin ist eine wichtige Hafenstadt in der Volksrepublik China. Das gesamte Verwaltungsgebiet der Stadt hat eine Fläche von 11.943 Quadratkilometern....

Schließen