York, die ewige Stadt

Donnerstag, 07. April 2011 - 17:07 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Architektur, Allgemein

Davygate © Jan Kronsell

Davygate © Jan Kronsell

York wird auch die “ewige Stadt” genannt und ist berühmt für die historischen Gebäude. Schon zur Römerzeit spielte sie als Hauptstadt Nordbritanniens unter dem Namen Eboracum, ab 237 n. Chr. als Colonia Eboracensium eine bedeutende Rolle. York liegt am Fluss Ouse, nahe der Mündung des Foss in die Ouse. York war die frühere Residenzstadt der Grafschaft Yorkshire. Heute ist die City of York eine selbständige Verwaltungseinheit (Unitary Authority), die nur zu zeremoniellen Anlässen zur Grafschaft North Yorkshire gehört. Größtenteils Dank der Bemühungen des Railway King George Hudson wurde York zu einem wichtigen Eisenbahnknoten während des 19. Jahrhunderts und behielt diesen Status bis weit in das 20. Jahrhundert hinein.

Während des Kalten Krieges besaß die Stadt einen Bunker, welcher am 16. Dezember 1961 in Betrieb ging und schließlich 1991 von English Heritage in ein Museum umgewandelt wurde. 1963 wurde die weltweit bekannte University of York gegründet. Im Oktober und November 2000 erlebte York die schlimmsten Überflutungen seit 375 Jahren; über 300 Häuser waren davon betroffen.

Das im Stadtzentrum befindliche York Minster ist die zweitgrößte gotische Kathedrale im nördlichen Teil Europas. Die Stadt ist von mittelalterlichen Mauerbauten umringt; sie stellen heute eine bekannte Attraktion dar. Die gesamte Umrandung der Stadt ist etwa fünf Kilometer lang, inklusive eines Teilstücks an welchem nie eine Mauer stand. Hier existierte einst ein dem York Castle zugehöriger Burggraben, welcher durch das Aufstauen des Foss’ eine unüberwindbare Barriere für Feinde darstellte. Der See wurde später King’s Fishpond (= “königlicher Fischteich”) genannt, da das Recht des Fischens im See ausschließlich bei der Krone lag. Der noch heute erhaltene Clifford’s Tower war der sogenannte, auf einer Motte erbaute Bergfried des York Castle. Im Tower fand im Jahre 1190 ein Massaker statt, als die kleine jüdische Gemeinde Yorks am Tage des Passahfests vor einem wütenden Mob Schutz gesucht hatte. Viele Juden nahmen sich bereits vor Eindringen der Feinde selbst das Leben. Das Geschehen wird als das berüchtigste Beispiel von Antisemitismus im England des Mittelalters angesehen.

Davygate © Jan Kronsell York © geograph.co.uk Cliffords Tower, part of York Castle © Robert Kilpin Guildhall York City Council - River Ouse © Kaly99 Roman Fortifications in Museum Gardens © Kaly99 Theatre Royal © Thomas Gun York City Court © Kilnburn York at night © Wjh31 York railway station and Royal York Hotel © Tagishsimon The Shambles © Daveahern York University - Central Hall © Johnteslade City Walls © Charlesdrakew
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York railway station and Royal York Hotel © Tagishsimon
Eine Besonderheit Yorks sind die sogenannten, aus dem Spätmittelalter stammenden Snickelways. Es sind enge Gassen, die größtenteils von den früheren Marktplätzen der Stadt ausgehen. Eine von ihnen, die sogenannten “Shambles”, sind eine in ihrem mittelalterlichem Aussehen erhaltene Straße mit kleinen Läden und heute eine Touristenattraktion. Die Häuser haben teilweise überhängende erste Etagen und Dachgeschosse. Dies ist auch der Grund, warum auf manchen Postkarten auch von “Dark Streets of York” (dunkle Straßen von York) gesprochen wird, da durch die Überbauten nahezu niemals ein Sonnenstrahl die Straße “berührte”. Diese Überbauten entstanden, weil sich die Steuer des Hauses aufgrund der verbauten Grundfläche berechnete. Ursprünglich handelte es sich um die Straße, in der die Metzger ihre Läden hatten. Heutzutage sind dort aber hauptsächlich Souvenirläden vorhanden.

Yorks Industrie ist auf dem Dienstleistungssektor aufgebaut, welcher im Jahr 2000 88,7% der Beschäftigung in der Stadt ausmachte. Der Dienstleistungssektor schließt den öffentlichen Nahverkehr, den Gesundheitsbereich, die Bildung, die Finanzen, den IT-Bereich sowie den Tourismus mit ein. Letzterer hat mit einer Beschäftigung von 10,7% den größten Anteil am Sektor. Die Arbeitslosigkeitsrate liegt bei 4,2% und ist damit geringer als jene des gesamten Vereinigten Königreiches von 5,3%.

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