Xi’an in China

Mittwoch, 29. August 2018 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, UNESCO-Welterbe

Bell tower © Danielinblue/cc-by-sa-3.0

Bell tower © Danielinblue/cc-by-sa-3.0

Xi’an, auch Si’an oder Hsi-An (früher: Sianfu), ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi und eine der 15 Unterprovinzstädte Chinas. Die Metropolregion hat etwa 8,7 Millionen Einwohner. Xi’an besitzt eine nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer und war der Ausgangspunkt der Seidenstraße. Die Stadt ist Sitz der Universität Nordwestchinas und Ausgangspunkt für Besichtigungen der Terrakotta-Armee.

Xi’an war unter der Qin-Dynastie die erste Hauptstadt des Kaiserreichs China und im Verlauf von 1120 Jahren immer wieder Hauptstadt eines Kaiserhauses, meist unter dem Namen Chang’an. Das Chang’an der Han-Zeit lag etwa 5 Kilometer nordwestlich des heutigen Xi’an und hatte um die Zeitenwende etwa 240.000 Einwohner. 18 nach Christus wurde die Stadt im Zusammenhang mit dem Aufstand der Roten Augenbrauen verwüstet, woraufhin die Hauptstadt nach Luoyang verlegt wurde. 582 wurde unter einem Sui-Kaiser südöstlich der Han-Stadt, im Bereich des heutigen Xi’an, eine neue Hauptstadt namens Daxing errichtet – damals und während der folgenden Tang-Dynastie (618 bis 907) flächenmäßig (88 Quadratkilometer) und mit etwa einer Million Einwohnern auch sonst die größte Stadt der Welt. Unter den Tang erhielt sie den Namen der alten Han-Metropole zurück: Chang’an. Den Namen Xi’an erhielt die Stadt im Jahre 1369 vom ersten Ming-Kaiser Hongwu, der ebenfalls seine Hauptstadt hierher verlegen wollte, sich aber letztlich für Nanjing entschied. Xi’an wurde mit den archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1974 weltbekannt, als über 8000 lebensgroße Terrakotta-Armee in Gefechtsaufstellung entdeckt wurden. Die Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi (221 vor Christus bis 209 vor Christus) (wörtlich: erster Kaiser der Qin, genauer Der Erste der erhabenen, vergotteten Ahnen), der als Erster China als Land einte und die Qin-Dynastie begründete, ist heute eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in China.

Typical Chinese pavillon © flickr.com - Montrasio International/cc-by-2.0 Terracotta Army inside the Qin Shi Huang Mausoleum © Airunp Shaanxi History Museum © jesse/cc-by-sa-3.0 Muslim Quarter © freemages.co.uk - Batiste Pannetier Great Mosque © chensiyuan/cc-by-sa-4.0 Erhuan Road © Danielinblue/cc-by-sa-3.0 Bell tower © Danielinblue/cc-by-sa-3.0
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Typical Chinese pavillon © flickr.com - Montrasio International/cc-by-2.0
Neben der Terrakotta-Armee gehören zu den Sehenswürdigkeiten:

  • Die Stadtmauer von Xi’an wurde zwischen 1374 und 1378 erbaut und in den 1980er Jahren renoviert. Sie ist die größte weitgehend erhaltene Stadtmauer in China. Mit einer Gesamtlänge von insgesamt 13,6 km umschließt sie die Innenstadt von Xi’an. Vom Aufbau her ist sie ein ummauerter Erdwall. Ihre Breite beträgt am Sockel 18 m, an der Krone 12 m. Ihre Höhe beträgt 12 m. Vier Tore (Nordtor, Westtor, Südtor und Osttor) gewährten früher einen durch Zugbrücken geschützten Zugang zu der Stadt. Diese Zugbrücken wurden morgens durch ein Signal des Glockenturms heruntergelassen und am Abend durch ein Signal des Trommelturms wieder hochgezogen. Für den Autoverkehr wurden inzwischen weitere Öffnungen geschaffen. Ein früher abgerissenes Mauerstück beim Bahnhof wurde überbrückt, so dass ein kompletter Rundgang auf der Stadtmauer möglich ist.
  • Die Große Wildganspagode war ursprünglich ein Tempel aus der Sui-Dynastie, welcher im Jahre 647 von Kaiser Gaozong (Tang-Dynastie) zu Ehren seiner Mutter ausgebaut wurde. In diesem Tempel lebte der Mönch Xuanzang; er war 17 Jahre durch Indien gereist und hatte dort den Buddhismus kennengelernt. Die buddhistischen Schriften, welche er von dieser Reise mitgebracht hatte, übersetzte er in diesem Tempel. Die Geschichte ist in künstlerischer Form im Roman Die Reise nach Westen) aus der Ming-Dynastie (Mitte des 16. Jahrhunderts) von Wu Cheng’en festgehalten worden, den jedes Kind in China kennt und der mehrfach verfilmt wurde. Zum Andenken des Mönches Xuanzang steht hinter der Pagode eine große Bronzeskulptur. Die Große Wildganspagode besteht aus sieben Stockwerken. Im Inneren befindet sich eine Holztreppe, auf welcher man in die sieben Stockwerke gelangen kann und (bei klarer Luft) eine gute Aussicht genießt. Der Name Wildganspagode geht auf eine indische Legende zurück: “Einst gab es ein Kloster des Hinayana-Buddhismus, in welchem Mönche auch Fleisch essen durften. Eines Tages gingen die Fleischvorräte zu Ende und einer der Mönche rief; ‚Wir haben kein Fleisch mehr, und Buddha sollte das wissen‘. In diesem Moment fiel eine Gans aus einer Schar Wildgänse, die gerade über das Kloster flogen, tot vom Himmel. Die erschrockenen Mönche – im Glauben, Buddha selbst habe sich geopfert – errichteten der Gans eine Pagode”.
  • Xi’ans muslimisches Viertel beherbergt die 1250 Jahre alte Moschee zu Xi’an. Das heutige Gebäude wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet, wobei es schon früher Moscheen am selben Ort gegeben haben soll. Das Gebäude ist dem chinesischen Baustil angepasst und von Gärten umringt. Die Moschee von Xi’an ist eine der größten Moscheen Chinas. Der Vorhof ist für die Öffentlichkeit zugänglich, die Gebetsräume sind Muslimen vorbehalten.
  • Der Trommelturm stammt aus dem 14. Jahrhundert. In früheren Zeiten, als die Stadtmauer nachts verschlossen war, wurde abends durch den Trommelschlag das Hochziehen der Zugbrücken an den vier Toren veranlasst. Heute wird der Turm für Ausstellungen genutzt.
  • Der Glockenturm befindet sich im Kreuzungspunkt der zwei Straßen, welche vom Nord- zum Südtor bzw. vom Ost- zum Westtor verlaufen. In früheren Zeiten, als die Stadtmauer nachts verschlossen war, wurde morgens durch den Schlag dieser Glocken das Herunterlassen der Zugbrücken an den vier Toren veranlasst. Der quadratische Pavillonbau thront auf einem 9 m hohen Sockel und wird inzwischen für Konzerte genutzt. Die Glocke ist neu.
  • Die Kleine Wildganspagode ähnelt der Großen Wildgans-Pagode zwar sehr. Sie ist jedoch mit 43 m Höhe um 21 m niedriger, hat aber trotzdem insgesamt 13 Geschosse, also sechs Etagen mehr. Aus diesem Grund sind auch die einzelnen Etagen äußerst niedrig und der Aufstieg ist sehr eng.
  • Der Xingjiao-Tempel ist am Fuße des Shaoling-Plateaus gelegen, 20 km südlich von Xi’an. Er ist berühmt als Grabstätte des Xuanzang. Der Kaiser Tang Suzong hinterließ eine Kalligraphie mit zwei Zeichen auf der Stupa, die in etwa “Blühendes Lehren” (Xingjiao) bedeuten. Nach diesen wurde der Tempel benannt.
  • Die Stele von Xi’an: Bekannt auch als Xi’an-Monument, stellt die Stele mit Inschriften eines der ältesten Zeugnisse christlicher Mission (Nestorianismus) in China dar.
  • Geschichtsmuseum der Provinz Shaanxi: Das Museum zählt zu den bedeutendsten archäologischen Museen Chinas. Gezeigt werden Jade-Kunstwerke aus dem 3. Jahrtausend vor Christus, Reliefziegel aus dem Palast des Ersten Kaisers, ein 2000 Jahre altes Eisenzahnrad, altes Papier und Porzellan sowie Wandmalereien aus der Tang-Zeit.
  • Das jungsteinzeitliche Dorf Banpo
  • Zu den Pyramiden von China gehören etwa 100 Monumente. Die meisten der oftmals als Grabstätte genutzten Bauwerke sind in einem Radius von 100 Kilometern bei der Stadt Xi’an zu finden.

Nicht zu vergleichen mit den Bar- und Kneipenstraßen Pekings und Schanghais, gibt es auch in Xi’an eine Straße mit Kneipen, Bars, Teehäusern und Cafés. Die sogenannte Coffee Bar Street liegt parallel zur Nan Da Jie (Hauptstraße in Xi’an) und bietet jedem Vergnügungslustigen die Art von Unterhaltung, die er wünscht. Zudem gibt es im Stadtzentrum in der Nähe des Glockenturms einige Diskotheken und Bars (zum Teil mit Livemusik). Die Stadtmauer und viele Gebäude und Parkanlagen sind abends bunt erleuchtet. Bei der Großen Wildganspagode finden allabendlich große, musikalisch untermalte Wasserspiele statt.

Die Wirtschaft der Stadt Xi’an teilt sich neben der Tourismusbranche hauptsächlich auf die beiden Industriegebiete Xi’an Economic & Technological Development Zone und die Xi’an Hi-tech Industries Development Zone auf. Ansässig sind hier vor allem Telekommunikationsunternehmen wie die einheimische Datang Telecom und Huawei sowie die ausländischen Unternehmen CTE, CATT, NEC, Fujitsu und Siemens. Ebenso haben so auch zahlreiche Softwareentwickler, Personaldienstleister wie auch Outsourcing-Unternehmen hier Standort. Seit dem November 2006 ist die Stadt zudem auch für die Luftfahrtindustrie von Bedeutung als der Stadtrat in Übereinkunft mit der China Aerospace Science and Technology Corporation ein Joint Venture beschloss und die Xi’an Aerospace Science and Technology Industrial Base errichtete. Ein weiterer Wirtschaftsbereich der Stadt ist die Automobilindustrie, welche von dem Großkonzern Shaanxi dominiert wird. Der neue Flughafen Xi’an-Xianyang verbindet die Stadt mit dem internationalen Luftverkehr.

Lesen Sie mehr auf ChinaRundreisen.com – Xi’an, ChinaTours.de – Xi’an, Wikivoyage Xi’an und Wikipedia Xi’an (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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