Via Dolorosa und Caesarea Maritima in Palästina

26. Februar 2014 | Destination: | Rubric: Allgemein, Museen, Ausstellungen, UNESCO-Welterbe, Union für das Mittelmeer |

Via Dolorosa © magister

Via Dolorosa © magister


VIA DOLOROSA

Die Via Dolorosa ist eine nach dem Leidensweg Jesus von Nazaret benannte Straße in Jerusalem. Sie führt über 14 Stationen vom kaum erhaltenen Amtssitz des Pilatus, der Antoniafestung, durch die Altstadt vom Löwentor (oder Stephanstor) bis zur Grabeskirche, die an jenem Ort steht, wo Jesus ins Grab gelegt worden sein soll. Die Straße ist heute im östlichen Teil eine Altstadtstraße (Löwentorstraße), während der westliche Teil durch verwinkelte Gässchen zwischen den alten Häusern führt, teilweise mit Bogengängen überdeckt, teilweise durch Treppen unterbrochen. Dazwischen führt die Route über die Al-Wad-Straße, die vom Damaskustor zum Dungtor (Klagemauer) führt.

Nach der Überlieferung ist die Via Dolorosa jene Straße, die zur Zeit des Todes Jesu vom Amtssitz des römischen Statthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte am Hügel Golgota führte. Allerdings sind diese Orte historisch nicht eindeutig bestimmbar. Diesen Weg musste Jesus vor seiner Kreuzigung zurücklegen, wobei er auf einem Großteil der Strecke das Kreuz selbst tragen musste. Daher ist die Straße heute als Kreuzweg ausgestaltet. Von den 14 Stationen des Kreuzweges befinden sich aber nur acht auf der Via Dolorosa selbst.

Wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass es sich bei der Legende der Via Dolorosa um die erste, seit dem 16. Jahrhundert voll funktionsfähige Touristenfalle handelt, die noch heute in ihren Grundzügen Bestand hat. Untersuchungen haben ergeben, dass es den “Leidensweg Christi” in der beschriebenen Form gar nicht gegeben haben kann, dafür aber der Geschäftssinn der Kreuzfahrer sehr ausgeprägt war, die sich mit bewaffneten Eskorten, dem Transport, der Unterbringung und Verpflegung von Pilgern, sowie dem Verkauf von allerlei fragwürdigen Andenken ihren Lebensunterhalt verdienten. Der Weg ist so angelegt, dass möglichst viele Pilger möglichst viele Angebote entlang des Weges annehmen mußten. Im Wesentlichen ist dies bis heute so geblieben. Die gründliche Legendenbildung rund um die Via Dolorosa hat dazu beigetragen, dass diese erste Touristikstraße der Welt bis heute Bestand hat. Täglich starten Franziskaner-Mönche betend eine Prozession entlang des Kreuzweges. Das Hauptspektakel ist aber das Passionsspiel am Karfreitag, während dessen weltweit Unmengen von Theaterblut verbraucht werden.

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Caesarea National Park © Bukvoed/cc-by-3.0

Caesarea National Park © Bukvoed/cc-by-3.0

CAESAREA MARITIMA

Anders als die Legende um die Via Dolorosa, ist die tatsächliche Existenz von Caesarea Maritima, auch Caesarea Palestinae genannt, sehr gut belegbar. Und nicht nur das. Hier findet sich zudem der erste und einzige Hinweis auf die tatsächliche Existenz von Pontius Pilatus. Caesarea Maritima, das häufig ohne weiteren Namenszusatz nur Caesarea bzw. Cäsarea genannt wird, war eine bedeutende antike Stadt Palästinas, später auch eine wichtige Festung der Kreuzfahrer. Die archäologischen Stätten wurden zum Nationalpark erklärt.

Die Gründung Caesareas geht auf Herodes den Großen zurück, der das Gebiet in den Jahrzehnten vor der Zeitenwende als Klientelkönig Roms beherrschte. Er ließ Caesarea zwischen 22 und 10 v. Chr. an der Stelle einer kleineren phönizischen Hafensiedlung namens Turris Stratonis (“Stratons Turm”) zu Ehren des römischen Kaisers Augustus (der auch den Namen seines Adoptivvaters Caesar trug) anlegen und mit einer Vielzahl von Bauwerken luxuriös ausstatten. Bei den Grabungen, bei denen entlang des Meeres ein Streifen von mehreren hundert Metern Länge ausgegraben wurde, wurden unter anderem ein Theater, ein Hippodrom, Geschäftsstraßen, große Bäder und Palastanlagen entdeckt. Der künstliche Hafen Caesareas mit großen Wellenbrechern war der bedeutendste im Bereich Palästinas und der zweitgrößte im Mittelmeerraum. Nördlich des eigentlichen Stadtgebietes stehen die Überreste eines sechs Kilometer langen Aquädukts, das die Stadt mit Wasser aus dem etwa 10 Kilometer entfernten Karmelgebirge versorgte. Durch gezielten Ausbau wurde Caesarea innerhalb kürzester Zeit eine der wichtigsten Städte des römischen Orients. Die Stadt wurde im Jahr 6 n. Chr., als das Gebiet unter direkte römische Kontrolle kam, Residenz der römischen Procuratoren (Statthalter), die nur hin und wieder in Jerusalem ihren Aufenthalt hatten. Nach der Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. wurde Caesarea zur Hauptstadt der Provinz Palästina; die Stadt blühte bis ins späte 6. Jahrhundert. Im 2. Jahrhundert soll Caesarea eine Bevölkerungszahl von bis zu 125.000 Einwohnern gehabt haben.

Unter den Kreuzfahrern erlebte die Stadt noch einmal eine kurze Blütezeit. Sie eroberten die Stadt am 17. Mai 1101 nach einer fünfzehntägigen Belagerung. Weil sich die Stadt dem zuvor von Balduin I. angebotenen Übergabeersuchen im Vertrauen auf ihre Mauern widersetzt hatte, kam es nach dem Fall zur Plünderung und einem Massaker an der Bevölkerung, dem nur wenige Einwohner entgingen. Nach ihrer Einnahme machten die Kreuzfahrer die Stadt zum Zentrum einer Herrschaft sowie zum Sitz eines Erzbistums mit der Kathedrale St. Peter. Die Kreuzfahrer befestigten sie erneut und legten letztmals 1254 große Wallanlagen an, die ebenfalls ausgegraben wurden und gut erhalten sind. Allerdings nahm die Kreuzfahrerstadt nur noch einen Bruchteil der Fläche der antiken Stadt ein.

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