Tunis am Mittelmeer

08. August 2016 | Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer |

Place de la Victoire © BishkekRocks

Place de la Victoire © BishkekRocks

Tunis ist die Hauptstadt Tunesiens und Provinzhauptstadt des gleichnamigen Gouvernements. Sie ist die größte Stadt Tunesiens und hat 1 Million Einwohner. In der Agglomeration wohnen etwa 2,7 Millionen Einwohner. Tunis liegt im Norden des Landes unweit des Mittelmeers. Zwischen der Stadt und dem Golf von Tunis liegt der See von Tunis, eine flache Lagune. Die Innenstadt von Tunis mit der historischen Altstadt (Médina) und der während der Kolonialzeit angelegten Neustadt liegt zwischen dem See von Tunis und dem See Sebkhet Sedjoumi. Um die Innenstadt herum liegen die inneren Vororte: im Westen das Villen- und Regierungsviertel Le Bardo mit dem gleichnamigen Museum, im Norden das Viertel um die Belvédère-Hügel und die neueren Siedlungen El Menzah und Ariana, im Süden die Industrieviertel Megrine und Ben Arous. Während der Kolonialzeit bauten die Franzosen einen 10 km langen Schnellstraßen- und Stadtbahndamm quer durch den See von Tunis, der als Fortsetzung der Avenue Habib Bourguiba die Innenstadt von Tunis mit der Hafenstadt La Goulette (Halk al-Wadi) verbindet. Nördlich von La Goulette reihen sich die wohlhabenden Vororte Qartāj (Carthage, Karthago) mit dem internationalen Flughafen Tunis, Sidi Bou Said, La Marsa und Gammarth an die Küste, südöstlich liegt der Badeort Hammam-Lif.

Hauptprodukte der Industrie in und um Tunis sind Textilien, Teppiche und Olivenöl. Der Tourismus ist eine weitere wichtige Quelle für das Einkommen der Stadt. Tunis ist der wichtigste Knotenbahnhof der tunesischen Staatsbahn SNCFT und wird sowohl im Fern-, Nah-, als auch im Vorortverkehr bedient. Die Société des transports de Tunis betreibt die Métro léger de Tunis sowie das 5,836 Kilometer lange städtische Busnetz. Zudem hat in Tunis auch die erste tunesische Automobilmarke Wallyscar ihren Sitz.

Avenue Habib Bourguiba © Dacoslett Al-Zaytuna Mosque © BishkekRocks/cc-by-sa-3.0 Cathedral of St. Vincent de Paul © Eastmanenator/cc-by-sa-3.0 Court of Dar Ben Abdallah © Citizen59/cc-by-sa-3.0 Finance Museum on Money Square © Citizen59/cc-by-sa-3.0 Gulf of Tunis © flickr.com - Paul SKG/cc-by-sa-2.0 Kasbah Square comprising the finance ministry and the prime ministry © Kassus/cc-by-2.5 Theatre Municipal de Tunis © flickr.com - Leandro Neumann Ciuffo/cc-by-2.0 Ruins of the Baths of Antoninus in Carthage © BishkekRocks Medina © flickr.com - Bengt Nyman/cc-by-2.0 Place de la Victoire © BishkekRocks
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Kasbah Square comprising the finance ministry and the prime ministry © Kassus/cc-by-2.5
Das Stadtbild von Tunis ist geprägt vom starken Kontrast zwischen der orientalischen Altstadt und der europäisch anmutenden Neustadt. Die Altstadt (Medina) von Tunis wurde im 9. Jahrhundert von den Aghlabiden angelegt und im 13. Jahrhundert von den Hafsiden umgestaltet. Sie gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe. Die heute von etwa 20.000 Menschen bewohnte Medina hat eine Ausdehnung von 1500 m x 800 m und zeigt den üblichen Aufbau arabischer Altstädte mit einem unregelmäßigen Netz aus verwinkelten Gassen. Im Zentrum der Medina steht die Ez-Zitouna-Moschee, nach der Großen Moschee von Kairouan die wichtigste Moschee Tunesiens. Die Ez-Zitouna-Moschee geht im Kern auf das 9. Jahrhundert zurück, wurde jedoch mehrfach umgebaut und erweitert. Rings um die Moschee erstreckt sich das Marktviertel. Traditionell ist jeder der Souks (Marktgassen) einem bestimmten Wirtschaftszweig zugeordnet, z. B. den Parfümhändlern (Souk el Attarine), Schuhhändlern (Souk el Blaghija) oder Stoffhändlern (Souk des Étoffes). Der zentrale Bereich der Souks ist heute stark auf den Tourismus eingestellt, die Marktgassen in den Randbereichen der Medina werden jedoch vornehmlich von den einheimischen Bewohnern frequentiert.

Der Platz des Sieges (Place de la Victoire) mit dem ehemaligen Stadttor (Porte de France, arab. Bab el Bhar “Hafentor”) liegt an der Grenze zwischen Altstadt (Medina) und Neustadt (Ville Nouvelle). Die Neustadt liegt zwischen der Medina und dem See von Tunis und wurde im 19. Jahrhundert von den Franzosen angelegt. Die Straßen bilden ein regelmäßiges Schachbrettmuster und auch die Architektur der Gebäude mutet europäisch an. Hauptachse der Neustadt ist die über 1,5 km lange Prachtstraße Avenue Habib Bourguiba, die von Geschäften, Cafés und Hotels gesäumt wird. Etwa vier Kilometer westlich der Innenstadt liegt der ehemalige Villenvorort Le Bardo. Hier befindet sich der von den Hafsiden im 15. Jahrhundert angelegte und von den türkischen Beys erweiterte Palastbezirk. Die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Residenz des Beys beherbergt heute das tunesische Parlament. In den Räumen des ehemaligen Harems ist das Nationalmuseum von Bardo untergebracht.

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