Timișoara, das historische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Banats

Samstag, 09. Juni 2012 - 13:19 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Europäische Union, Allgemein, Kulturhauptstadt Europas

Lloyd Palace, seat of the 'Politehnica' University of Timişoara © Turbojet

Lloyd Palace, seat of the ‘Politehnica’ University of Timişoara © Turbojet

Timișoara ist eine Stadt im westlichen Rumänien und das historische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Banats, und nach Bukarest die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Stadt liegt infolge der Flussbegradigungen aus dem 18. Jahrhundert nicht mehr am Fluss Temesch, sondern an der Bega. Sie liegt in einem seismisch aktiven Gebiet, so konnten Erdbeben mit einer bisher maximalen Stärke von 6 auf der Richterskala verzeichnet werden.

Das Stadtbild wird maßgeblich von den mehr als 14.500 historischen Gebäuden insbesondere in den Altbauquartieren Cetate, Iosefin und Fabric geprägt. Die Gebäude bilden ein Ensemble mit unverwechselbarer Identität, befinden sich aber aufgrund eines jahrzehntelangen Sanierungsstaus in einem überwiegend schlechten und stark erneuerungsbedürftigen Zustand. An vielen Stellen ist ihr Erhalt gefährdet, unter anderem auch aufgrund unsachgemäßer Reparaturen und der Verwendung nicht denkmalgerechter Baumaterialien in den vergangenen Jahren. Ihr Erhalt und die damit verbundene Sicherung des baukulturellen Erbes zur Verbesserung der Lebens- und Wohnverhältnisse stellt eine zentrale Herausforderung für die Stadtverwaltung dar.

Die Innenstadt wird wegen ihrer langen Zugehörigkeit der Stadt zu Österreich-Ungarn und der damit verbundenen Prägung durch Bauten aus der Kaiserzeit auch als “Klein-Wien” bezeichnet, da sie an das alte Wien erinnert. Rund 15.000 historische Gebäude in Schönbrunner-Gelb und anderen Pastellfarben säumen pittoreske Plätze und Straßen Timișoaras, und Kopfsteinpflaster durchzieht die historische Altstadt. Die Festung Temeswar wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts auf den Resten einer bereits existierenden osmanischen Befestigung mit starken Mauern und insgesamt neun Bastionen umgeben, von der heute neben zwei kleineren Mauerresten nur noch die Maria-Theresia-Bastion existiert. In der nicht mehr als Gebetshaus genutzten Synagoge in der Innenstadt organisiert die Philharmonische Gesellschaft Timișoara regelmäßig Konzerte. Sehenswert sind auch die zahlreichen anderen Sakralbauten der verschiedenen Konfessionen in Timișoara. Vierzehn Brücken überqueren die Bega, von denen die Brücke Podul Decebal oft als die schönste der Brücken in Timișoara beschrieben wird. An der Brücke befindet sich auch das Neptunbad, Baia Publică Neptun.

Romanian Opera and Național Theatre © Ana Maria Catalina St Georges Cathedral © Zsolt Dudás Freedom Bell on Trafans Square © Elisabeth Packi Dauerbach Palais © Elisabeth Packi City Business Center Timisoara © Tocan Marius Weiss Palais © Elisabeth Packi Victory Square, taken from the Opera House Balcony during Christmas celebrations © Radufan Victor Babeș University of Medicine and Pharmacy © Nikhilth Town hall © Radufan The Beer Factory © Elisabeth Packi Street Light Description © Cristian Adrian Lloyd Palace, seat of the 'Politehnica' University of Timişoara © Turbojet
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Victory Square, taken from the Opera House Balcony during Christmas celebrations © Radufan
Im Frühjahr 2011 gründeten bedeutende Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft den Verein Timişoara Capitală Culturală Europeană (Temeswar Kulturhauptstadt Europas). Der Verein hat das Ziel, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Temeswar die EU-Kriterien erfüllt, um in die Auswahl für den Titel Kulturhauptstadt Europas zu kommen.

Zu den Vorbereitungen die die Lokalbehörden zu diesem Zweck treffen, gehört die Sanierung des Altstadtkerns. Das Sanierungsprojekt sieht Arbeiten an 45.000 Quadratmetern Fläche im historischen Stadtzentrum vor. Für dessen Umsetzung wurden Finanzmittel in Höhe von mehr als 65 Millionen Lei (15.250.000 Euro) sichergestellt. 42 Millionen Lei stammen aus europäischen Fördermitteln, 10 Millionen Lei werden die Lokalbehörden selbst aufbringen, die Restsumme wird aus dem Staatshaushalt finanziert. Laut Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu setzen die Sanierungsarbeiten im Juni 2012 ein und werden Ende 2014 beendet.

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