Themenwoche Vietnam

Montag, 23. März 2020 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Themenwochen, UNESCO-Welterbe

Nha Trang beach © ntt/cc-by-sa-3.0

Nha Trang beach © ntt/cc-by-sa-3.0

Vietnam, amtlich Sozialistische Republik Vietnam, ist ein langgestreckter Küstenstaat in Südostasien. Er grenzt an China, Laos, Kambodscha, den Golf von Thailand und das Südchinesische Meer. Das erste historisch belegte Königreich auf dem Gebiet des heutigen Vietnams entstand im 1. Jahrtausend v. Chr. Danach entwickelte sich ein friedliches Zusammenleben zwischen den Yues und den Han während der Trieu-Dynastie. 111 v. Chr. kam die Dynastie unter die Kontrolle der Han-Chinesen als Provinz der Han-Dynastie und blieb dies – unterbrochen von kurzen Zeiträumen der Unabhängigkeit – bis 938 n. Chr., als sie nach der Schlacht am Bạch Đằng-Fluss die Unabhängigkeit errang. Danach folgte eine Blütezeit der Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. In den folgenden Jahrhunderten expandierte Vietnam nach Süden. Im 19. Jahrhundert kam das Gebiet nach und nach als Teil von Französisch-Indochina unter französische Kolonialherrschaft.

Im Zweiten Weltkrieg besetzte Japan die Region. Von 1946 bis 1954 versuchte Frankreich im Ersten Indochinakrieg ohne Erfolg, seine Kolonialherrschaft wiederherzustellen. Als Folge der französischen Niederlage wurde Vietnam 1954 in das sozialistische Nordvietnam (Hauptstadt Hanoi) und das von den Westmächten unterstützte Südvietnam (Hauptstadt Saigon) geteilt. Von 1964 bis 1973 scheiterten die Vereinigten Staaten von Amerika im Vietnamkrieg, Nordvietnam zu besiegen. Stattdessen wurden die beiden vietnamesischen Staaten 1976 unter kommunistischer Führung wiedervereinigt. Seit 1986 laufen im Rahmen des Đổi mới marktwirtschaftliche Reformen, die aber bislang nur in Ansätzen zu einer politischen Liberalisierung führten. Hanoi wurde 1976 Hauptstadt des wiedervereinigten Vietnams, größte Stadt nach Einwohnern ist Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon); Haiphong, Cần Thơ und Đà Nẵng sind ebenfalls bedeutende Metropolen des Landes. Von Nord nach Süd wird Vietnam in fünf Landschaften unterschieden:

  • Yunnan-Hochland: Gebirgslandschaft im Norden, wo Vietnam an China grenzt und sein höchster Berg Phan-xi-păng (3144 m) liegt. Diese Region ist Siedlungsgebiet von vielen ethnischen Minderheiten, wobei die Stadt Sa Pa am Fuße des Phan-xi-păng die meisten Touristen anzieht.
  • Delta des Roten Flusses: Diese fruchtbare Gegend rund um die Hauptstadt Hanoi (Hà Nội) erstreckt sich bis zum Golf von Tonkin (Bắc Bộ). Touristenattraktionen sind hier die Kalksteinfelsen um Ninh Bình südlich von Hanoi, und die Halong-Bucht östlich der Hauptstadt.
  • Annamitisches Hochland: Das bergige, dünn besiedelte Hinterland Mittel- und Südvietnams ist vor allem Siedlungsgebiet ethnischer Minderheiten.
  • Annamitischer Küstenstreifen: der schmale, relativ dicht besiedelte Küstenraum zwischen dem Gebirge und dem Südchinesischen Meer in Mittel- und Südvietnam. Die größten Städte Annams sind Huế und Đà Nẵng.
  • Mekongdelta: fruchtbare, dichtbesiedelte Schwemmlandebene, an deren nordöstlichem Rand die Millionenstadt Ho-Chi-Minh-Stadt (bis 1976 Saigon) liegt.

Floating Market Cai Rang in Can Tho © Isderion/cc-by-sa-3.0-de Hai Phong Opera House © HoangTuanAnh/cc-by-sa-3.0 Vietnam-Haiphong-Cat_Ba_National_Park-Binh_Giang Vietnam-Ho_Chi_Minh_City-Hieucd-cc-by-sa-4.0 Nha Trang beach © ntt/cc-by-sa-3.0 Western part of Hanoi © Hieucd/cc-by-sa-4.0 Can Tho © panoramio.com - trungydang/cc-by-3.0 Danang © Viet-Hoang Nguyen
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Floating Market Cai Rang in Can Tho © Isderion/cc-by-sa-3.0-de
Vietnam hat eine artenreiche Tierwelt, die jedoch durch die fortschreitende Zerstörung der Wälder und Wilderei bedroht ist. So leben nach neueren Schätzungen nur mehr rund 200 Tiger und weniger als 60 Asiatische Elefanten dort, deren Überleben fraglich ist. Die Java-Nashörner, die in Vietnam lange nur noch auf das Gebiet des Cat-Tien-Nationalparks beschränkt waren, sind bereits 2010 durch Wilderei ausgerottet worden. Außerhalb Vietnams leben die seltenen Tiere nur noch im Ujung Kulon-Nationalpark auf der Insel Java. Weitere Säugetiere umfassen Primaten (Schopfgibbons, Plumploris, Languren, Makaken), Raubtiere (darunter Malaienbären, Marmorkatzen sowie etliche Schleichkatzenarten), Paarhufer (Kantschile, Muntjaks, Hirsche, Bantengrinder, Gaure) sowie zahlreiche Fledermaus– und Nagetiergattungen. Die Vogelwelt ist ebenfalls artenreich, dazu gehören Fasane, Nashornvögel, Eulen, Greifvögel, Reiher und zahlreiche Singvögel. Auch Krokodile, Schlangen, Echsen und Frösche sind in diesem Land beheimatet, dazu zahllose Arten von Insekten und Wirbellosen. In den 1990er-Jahren wurden mehrere neue Arten Vietnams beschrieben, darunter das Vu-Quang-Rind und mehrere Muntjakarten. Das Vu-Quang-Rind wird im Vu-Quang-Nationalpark geschützt.

In Europa wurde Vietnam eher mit Vietnamkrieg, Kommunismus und Armut assoziiert und zählte zunächst nicht zu den klassischen Urlaubsländern. Bis vor wenigen Jahren wurde Vietnam deshalb fast ausschließlich von Leuten besucht, die sich für die Kultur interessieren, Abenteuer erleben wollten oder mit dem Land nach dem Vietnamkrieg in der einen oder anderen Art emotional verbunden waren. Seit etwa 1999 erlebt Vietnam einen Boom im Tourismus. Neben Studienreisenden kommen auch immer mehr Rucksack-, Pauschal- und Badetouristen, letztere vor allem aus anderen asiatischen Ländern. Dies beruht z. T. auf einem “Ausweich-Effekt”, der mit der anhaltenden Gewalt und den Terroranschlägen auf den Philippinen und in Indonesien begründet ist, wohingegen Vietnam ein sicheres Land mit niedriger Kriminalität ist. Mittlerweile fahren auch Kreuzfahrtschiffe vietnamesische Häfen an bzw. ankern vor der Küste und bieten Tagesausflüge nach Ho-Chi-Minh-Stadt, Nha Trang, Đà Nẵng oder Huế an. In den letzten Jahren wurden in einigen Fischerdörfern eilig einige internationale Hotels und Resorts hochgezogen, Restaurants für Ausländer eröffnet und der Aufbau einer touristischen Infrastruktur in Angriff genommen. Mehrere hunderttausend Menschen sind bereits im Tourismus beschäftigt. Die am meisten besuchten Reiseziele in Vietnam sind Ho-Chi-Minh-Stadt mit rund 5,8 Millionen internationalen Besuchern, gefolgt von Hanoi mit 4,6 Millionen und der Hạ Long Bay mit 4,4 Millionen Besuchern. Alle drei befinden sich in den Top 100 der meistbesuchten Städte der Welt. In Vietnam gibt es 8 UNESCO-Welterbestätten. In Südostasien gibt es kein Land mit mehr Welterbestätten. Im Jahr 2018 wurde Hội An vom bekannten Reisemagazin “Travel and Leisure” zu den 15 besten Reisezielen der Welt gewählt. Ab dem Jahr 2020 ist der Hanoi Street Circuit teil der Formel 1-Rennserie. Dieser befindet sich in der Hauptstadt Vietnams und soll am ersten GP-Wochenende Anfang April 2020 300.000 Zuschauer Unterhaltung bieten.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

Lesen Sie mehr auf Viet Nam Government Portal, Vietnam Tourism, LonelyPlanet.com – Vietnam, Welterbe in Vietnam, Nationalparks in Vietnam, Kultur Vietnams, Wirtschaft Vietnams, Politics of Vietnam, China–Vietnam relations, Territorialkonflikte im Chinesischen Meer, Vietnamkrieg, United States–Vietnam relations, Vietnamesische Küche, Tourismus in Vietnam, Wikitravel Vietnam, Wikivoyage Vietnam and Wikipedia Vietnam. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.








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