Themenwoche Vietnam – Haiphong

Samstag, 28. März 2020 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Du Hang Pagoda © HoangTuanAnh/cc-by-sa-3.0

Du Hang Pagoda © HoangTuanAnh/cc-by-sa-3.0

Haiphong ist die drittgrößte Stadt in Vietnam. Wirtschaftlich ist die Stadt als wichtigster Hafen Nordvietnams bedeutsam. Verwaltungstechnisch besitzt Haiphong Provinzstatus. Die einer Provinz gleichgestellte Stadt hat ca. 1,9 Mio. Einwohner, davon leben im eigentlichen Stadtgebiet etwa 885.000 Menschen. Der Name leitet sich von Hải tần phòng thủ ab, was Verteidigung am Meer bedeutet. Eine ebenfalls geläufige Bezeichnung ist Stadt der Roten Blumen, wegen der Flammenbäume, die viele Straßen der Innenstadt säumen. Diese Bäume sind auch Namensgeber des Red Flamboyant Festivals, das seit 2012 jährlich im Mai vor der Oper gefeiert wird.

Haiphong liegt etwa 100 km südöstlich von Hanoi, der Hauptstadt des Landes, im Delta des Roten Flusses an einem nördlichen Mündungsarm namens Verbotenes Tor, 20 km vor der Mündung in den Golf von Tonkin. Die Stadt wird von 16 Flüssen und Nebenarmen durchflossen. Die Altstadt liegt am Ufer des Tam Bạc. Die Stadt besitzt den zweitgrößten Hafen Vietnams, der als Überseehafen für den gesamten Norden von hoher Bedeutung ist. Sie wird deshalb auch der Hafen von Hanoi genannt. Die Küstenlinie ist etwa 95 km lang.

Halong Bay © Taewangkorea/cc-by-sa-4.0 Haiphong Cathedral © Qjafcc/cc-by-sa-3.0 Haiphong City International Exhibition Center © HoangTuanAnh/cc-by-sa-3.0 Haiphong Opera House © HoangTuanAnh/cc-by-sa-3.0 Du Hang Pagoda © HoangTuanAnh/cc-by-sa-3.0 © Minhvnhp/cc-by-sa-4.0
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Haiphong City International Exhibition Center © HoangTuanAnh/cc-by-sa-3.0
In der Stadt und in umliegenden Dörfern gibt es eine Vielzahl von handwerklichen Betrieben, die Metall und Marmor bearbeiten, Flecht- und Korbwaren sowie Lack- und Intarsienarbeiten herstellen. Berühmt sind die Wollteppiche aus Haiphong. Die Wirtschaft von Haiphong war seit Beginn der Kolonisation, neben der traditionellen Fischerei, vom Hafen und von schwerindustriellen Betrieben geprägt. Dazu zählen bis heute große Docks und Werften wie NASICO und Vinashin (Vietnam Shipbuildung Industry Group), die Stahlindustrie, die Förderung und der Exportumschlag von Öl, Mineralien und Erzen, Ziegeleien und die Zementproduktion (die erste Fabrik wurde bereits 1888 von den Franzosen erbaut). Nach Đổi mới haben sich in den 1990er Jahren südlich der Stadt Produktionsbetriebe aus Südkorea, Taiwan und Japan etabliert, die im Rahmen von Joint Ventures High-Tech-Produkte, aber auch Textilien und Schuhe für den Reexport herstellen. Damit hat sich Haiphong von einer einseitig auf Hafen- und Schwerindustrie konzentrierten Wirtschaftsmetropole auch zu einem Standort exportorientierter Leichtindustrie entwickelt. Hier haben vor allem junge Frauen aus dem ländlichen Umland einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Der Dienstleistungssektor ist in Haiphong weniger entwickelt. Für Direktinvestitionen (FDI) bietet Haiphong günstige Voraussetzungen und im Jahrzehnt bis zur Weltfinanzkrise 2008 mit im Mittel 12 % jährlich beachtliche ökonomische Wachstumsraten. Die Provinz lag laut ITPC (Investment & Trade Promotion Center) 2004 auf Rang 6 der vietnamesischen Investitionsregionen. Im Januar 2006 berichtete die vietnamesische Presse, dass Haiphong mit einem Kostenaufwand von 500 Mio. US-Dollar zu einem modernen Marinehafen ausgebaut werden solle. Die Aufrüstung der vietnamesischen Marine ist vor dem Hintergrund neuer Erdöl-Funde (2004) ca. 70 Kilometer östlich von Haiphong im Golf von Tonkin sowie dem jahrelangen Konflikt mit der Volksrepublik China um die Spratly– und Paracel-Inselgruppen im Südchinesischen Meer zu sehen. Auch dort werden reiche Vorkommen an Erdöl und Erdgas vermutet. Das Yên Tử-Erdölfeld östlich von Haiphong liegt brisanterweise nahe an den Territorialgewässern Chinas. Unter den ASEAN-Staaten ist Vietnam derzeit drittgrößter Erdölproduzent (nach Indonesien und Malaysia). Vietnams gesicherte Erdölvorkommen werden mit 600 Millionen Barrel beziffert.

Der Tourismus spielt in Haiphong aufgrund der eher geringen Anzahl von Sehenswürdigkeiten eine untergeordnete Rolle. Allerdings nutzen ausländische Touristengruppen Haiphong oft als Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt durch die bizarre Felslandschaft der Halong-Bucht (UNESCOWeltkulturerbe). Zwischen Haiphong und der Cát-Bà-Insel verkehren Tragflügel-Schnellboote russischer Bauart (Fahrzeit: 60 min.). An den 20 Kilometer südlich von Haiphong bei Đồ Sơn gelegenen attraktiven Stränden hatten bereits Franzosen vor 1954 Villen zur Erholung erbaut. 1994 hat dort das erste legale Casino Vietnams seinen Betrieb aufgenommen. Zutritt haben nur Ausländer (vielfach Chinesen) und Vietnamesen mit gültigem Reisepass, den jedoch nicht alle Vietnamesen besitzen. Am neunten Tag des achten Monats im Chinesischen Kalender finden im Rahmen des bekannten Dorffestes Lễ hội Chọi trâu Đồ Sơn auch Wasserbüffelkämpfe statt.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

Lesen Sie mehr auf Haiphong Tourism, vietnam-guide.com – Haiphong, LonelyPlanet.com – Haiphong, Wikivoyage Halong-Bucht, Wikitravel Haiphong, Wikivoyage Haiphong und Wikipedia Haiphong. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.






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