Themenwoche Usbekistan – Samarkand

Donnerstag, 23. April 2020 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, UNESCO-Welterbe

Registan Square © Ekrem Canli/cc-by-sa-3.0

Registan Square © Ekrem Canli/cc-by-sa-3.0

Samarqand, deutsch: Samarkand (für “steinerne Stadt”), ist eine Stadt in Usbekistan mit 353.347 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) und Hauptstadt der Provinz Samarqand. Samarqand liegt auf einer Hochebene in 720 Metern Höhe. Das Gebiet um die Stadt gehört zur Flussoase des Serafschan, der von Tadschikistan kommend die Stadt nördlich umfließt. Die nächste Stadt flussaufwärts jenseits der Grenze, Pandschakent, ist 62 Kilometer entfernt. Im Südosten beginnen in gut 20 Kilometern Entfernung die Ausläufer der Serafschankette, die eine natürliche Grenze zur Provinz Qashqadaryo bildet.

Afrasiab, Vorläuferort von Samarkand, wurde etwa 750 v. Chr. in der fruchtbaren Ebene des Serafschan als Oasenstadt gegründet. Im Achämenidenreich war es die Hauptstadt der Provinz Sogdien. Durch den Handel mit den nördlichen und östlichen Regionen und seiner Lage an der Seidenstraße ist es zu Wohlstand gekommen. 329 v. Chr. wurde die den antiken Griechen unter dem Namen Marakanda bekannte Stadt durch Alexander den Großen erobert. 712 n. Chr. fiel sie an die Araber, die den Stadtherrn Ghurak im Amt bestätigten; er sollte sich 731 noch einmal gegen die Araber erheben, die die Stadt einige Zeit später aber wieder unter ihre Kontrolle brachten. Samarkand wurde in der Folgezeit ein geistiger Mittelpunkt des islamischen Ostens. Ab dem 9. Jahrhundert kam sie u.a. unter die Herrschaft der Samaniden, Seldschuken und Choresm-Schahs, 1220 wurde sie durch die Truppen Dschingis Khans erobert und zerstört. 1230 lebte noch ein Viertel der vorherigen Einwohner, die meisten verarmt. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt unter dem Namen “Samarkand” wieder neu aufgebaut, aber nicht an der alten Stelle, sondern etwa 1 km südwestlich des alten Siedlungshügels. Der mongolische Herrscher Timur machte Samarkand 1369 zur Hauptstadt seines Großreichs, siedelte hier 150.000 Menschen, namentlich Seidenweber und Waffenschmiede, an und baute die Stadt zu einer der schönsten und bedeutendsten Metropolen seiner Zeit aus. Ungefähr 1407 bis 1448 herrschte Ulugh Beg, der die Wissenschaften und insbesondere die Astronomie förderte; das Regieren stand bei ihm nicht in Vordergrund.

City bazar © Yunuskhuja Tuygunkhujaev/cc-by-sa-4.0 © Gilad Rom/cc-by-2.5 Beruni Street © Akhemen/cc-by-sa-4.0 Gur E Amir © Francisco Anzola/cc-by-3.0 Mosque Bibi Khanum © Bobyrr/cc-by-sa-4.0 Registan Square © Ekrem Canli/cc-by-sa-3.0 Shah-i-Zanda © flickr.com - Arian Zwegers/cc-by-2.0
<
>
Shah-i-Zanda © flickr.com - Arian Zwegers/cc-by-2.0
1500 nahm Mohammed Scheibani Samarkand ein. Zum Zeitpunkt seines Todes 1510 regierte in der Stadt sein Sohn Muhammad Temür als Sultan. Der Timuride Babur rückte 1511/12 mit persischer Hilfe nach Buchara und Samarkand vor, wurde jedoch zurückgeschlagen. Im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts wurde die Hauptstadt nach Buchara verlegt, Samarkand wurde Provinzstadt und es begannen Jahre des Niedergangs. Im 16. Jahrhundert zählte die Stadt bis zu 100.000 Einwohner, die meisten lebten vom Handwerk, hier war die Arbeitsteilung weit fortgeschritten. Ein Verzeichnis enthielt 130 “Gewerke”. Die Betriebe waren sehr klein, nur selten, wie in der Papierherstellung, arbeiteten bis zu 20 Personen in einem Betrieb. Die Werkstatt diente gleichzeitig als Laden. Um 1700 entglitt dem Khanat Buchara die Macht. Ab 1710 verbündeten sich die Keneges und Kitai-Kiptschaken und riefen in Samarkand einen Gegenkhan aus. In den Folgejahren und insbesondere um 1723 flüchteten große Gruppen von Kasachen vor den Dschungaren nach Buchara und Samarkand. Sie verbündeten sich mit verschiedenen usbekischen Gruppierungen und es kam zu vielen Auseinandersetzungen. Samarkand war 1730 stark verwüstet. Im Juli/September 1740 eroberten die Perser unter Nader Schah das Khanat und besetzten auch Samarkand.

Die Innenstadt wurde 2001 von der UNESCO unter dem Titel Samarkand – Schnittpunkt der Kulturen als Weltkulturerbestätte in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, unter anderem da Architektur und Stadtbild Meisterwerke islamischer kultureller Kreativität darstellen und Kunst, Architektur sowie Stadtstruktur die wichtigsten Epochen zentralasiatischer kultureller und politischer Geschichte illustrieren.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

Lesen Sie mehr auf Uzbekistan.travel – Samarkand, LonelyPlanet.com – Samarkand, Wikitravel Samarkand, Wikivoyage Samarkand und Wikipedia Samarkand. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.










Das könnte Sie auch interessieren:

Diesen Beitrag teilen: (Vor Nutzung der Button Datenschutzregelungen beachten)

Themenwoche Sylt - Kampen

Themenwoche Sylt - Kampen

[caption id="attachment_154318" align="aligncenter" width="590"] Rotes Kliff Beach © Bin im Garten/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Kampen liegt nördlich von Westerland. Im Jahre 1543 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Kampen war über Jahrhunderte bis ca. 1900 ein rein landwirtschaftlich geprägter Ort, Seefahrt und Fischfang, sowie Industrie und Handwerk spielten kaum eine Rolle. Das Dorf Kampen bildete zusammen mit der Siedlung Wenningstedt und der damaligen Bauerschaft Braderup ab dem 27. Juni 1871 die Gemeinde...

[ read more ]

Der Palacio Real in Madrid

Der Palacio Real in Madrid

[caption id="attachment_24978" align="aligncenter" width="590"] Palacio Real de Madrid © flickr.com - bepo2/cc-by-2.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Der Königliche Palast ist das Madrider Stadtschloss und die offizielle Residenz des spanischen Königshauses. Auf dem Gelände des heutigen Palastes stand bis ins 18. Jahrhundert ein Alcazar, ein maurisches Burgschloss. Diese von den spanischen Königen genutzte Residenz wurde durch ein Feuer am Heiligabend 1734 zerstört und schuf so die Notwendigkeit für einen Neubau. Durc...

[ read more ]

Gozo in Malta

Gozo in Malta

[caption id="attachment_165397" align="aligncenter" width="590"] © ZiYouXunLu/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Gozo ist die zweitgrößte Insel des Archipels der Republik Malta. Gozo liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich der Hauptinsel des maltesischen Archipels. Die Flächengröße beträgt 67 km², die längste Ausdehnung misst 14 Kilometer, und die Küstenlinie ist 43 Kilometer lang. Im Westteil erreicht Gozo mit 176 Metern seine höchste Erhebung. In vierzehn Orten leben etwa 37.000 Menschen, die meisten in der Ins...

[ read more ]

Soltau in der Lüneburger Heide

Soltau in der Lüneburger Heide

[caption id="attachment_169727" align="aligncenter" width="590"] Heide Park Resort © Dirk Thierfelder/cc-by-sa-2.5[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Soltau ist ein Mittelzentrum im Landkreis Heidekreis. Die Stadt liegt mitten in der Lüneburger Heide und hat insbesondere durch touristische Attraktionen wie den Heide-Park, die Soltau-Therme, dass Designer Outlet und den Snow Dome im benachbarten Bispingen überregionale Bekanntheit erlangt. Von 1949 bis 1993 war Soltau britische Garnisonsstadt. Das britische Kasernengelände wurde 1993...

[ read more ]

Flensburg, Zentrum des deutsch-dänischen Grenzlandes

Flensburg, Zentrum des deutsch-dänischen Grenzlandes

[caption id="attachment_152867" align="aligncenter" width="590"] 'Water Houses' in Sonwik Marina in front of the Navy School Mürwik © VollwertBIT[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Flensburg ist eine kreisfreie Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Nach Kiel und Lübeck ist Flensburg die drittgrößte Stadt des Bundeslandes und die größte im Landesteil Schleswig. Flensburg ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands und die nördliche Grenze der Halbinsel Angeln. Nahegelegene Großstädte sind Kiel (86 km südöstlich), Odense...

[ read more ]

Chatsworth House

Chatsworth House

[caption id="attachment_196692" align="aligncenter" width="590"] Emperor's Fountain © Kev747[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Chatsworth House ist ein englisches Landschloss und liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich von Bakewell in Derbyshire. Es ist der Sitz der Familie Cavendish, der Dukes of Devonshire, und wird seit dem 16. Jahrhundert ununterbrochen von ihnen bewohnt. Bedeutsam ist auch der große Park, in dem neben Überresten des früheren Barockgartens vor allem der ausgedehnte, über vier Quadratkilometer große Landschaft...

[ read more ]

Riad, Hauptstadt von Saudi-Arabien

Riad, Hauptstadt von Saudi-Arabien

[caption id="attachment_208420" align="aligncenter" width="590"] Riyadh skyline 2018 © B.alotaby/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Riad ("Die Gärten") ist die Hauptstadt des Königreichs Saudi-Arabien und der gleichnamigen Provinz. Die Stadt hat 5,3 Millionen Einwohner, die Provinz 7,0 Millionen. Die Stadt ist wirtschaftliches, administratives und kulturelles Zentrum des Landes. Sie beherbergt zahlreiche Universitäten, Museen sowie Baudenkmäler. Riad ist Sitz der saudi-arabischen Regierung, des Parlaments, aller staatl...

[ read more ]

Manzanillo auf Kuba

Manzanillo auf Kuba

[caption id="attachment_185694" align="aligncenter" width="590"] Parque Central de Manzanillo Carlos Manuel de Céspedes © Corina Robles/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Manzanillo ist eine Stadt im Osten Kubas in der Provinz Granma. Die Stadt liegt an der 14. Stelle der größten Städte Kubas Der Gemeindebezirk hat 130.000 Einwohnern, davon 104.000 im Stadtgebiet (Zensus 2012). Er ist im Nordwesten am Golf von Guacanayabo und im Osten am Fuß der Sierra Maestra gelegen. Manzanillo wurde 1784 gegründet. Es war ...

[ read more ]

Return to Top ▲Return to Top ▲
1906 Russian-era building © flickr.com - Adam Jones/cc-by-sa-2.0
Themenwoche Usbekistan – Fargʻona

Fargʻona, im Deutschen auch als Ferghana bekannt, ist eine Stadt (shahar) im Ferghanatal im Osten von Usbekistan und die Hauptstadt...

Pablo Picasso in 1962 © Argentina. Revista Vea y Lea - magicasruinas.com.ar
Porträt: Pablo Picasso, Maler, Grafiker und Bildhauer

Pablo Ruiz Picasso war ein spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Sein umfangreiches Gesamtwerk umfasst Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Collagen, Plastiken und...

National Archaeological Museum © Zenwort/cc-by-sa-4.0
Themenwoche Usbekistan – Termiz

Termiz, auch als Termez transkribiert, ist eine kreisfreie Großstadt im Süden Usbekistans und Hauptstadt der Provinz Surxondaryo und des Bezirks...

Schließen