Themenwoche Südafrika – Johannesburg

Samstag, 24. Juni 2017 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Nelson Mandela Square © NJR ZA/cc-by-sa-3.0

Nelson Mandela Square © NJR ZA/cc-by-sa-3.0

Johannesburg, auch iGoli/eGoli oder iRhawutini, umgangssprachlich oft Joburg, ist die Hauptstadt der Provinz Gauteng. Mit 957.441 Einwohnern ist Johannesburg die größte Stadt und der gesamte Großraum City of Johannesburg Metropolitan Municipality mit etwa 4,43 Millionen Einwohnern die größte Metropolregion im südlichen Afrika. Hauptstadt Südafrikas ist allerdings das rund 50 Kilometer nördlich gelegene Pretoria. Südafrika liegt auf der Südhalbkugel, was bedeutet, dass die Jahreszeiten gegenüber denen der Nordhalbkugel um ein halbes Jahr verschoben sind. Johannesburg liegt im östlichen Teil des großen südafrikanischen Zentralplateaus, das auch unter dem Namen Highveld bekannt ist. Die Grenzen des Großraums Johannesburg erstrecken sich von Orange Farm im Süden bis Midrand im Norden. Zwei weitere Großräume liegen in unmittelbarer Nachbarschaft, Tshwane im Norden und Ekurhuleni im Osten. Obwohl Johannesburg die geringste Fläche von diesen dreien hat, ist die Bevölkerungszahl am größten. Die durchschnittliche Höhe beträgt 1753 Meter über dem Meeresspiegel. Johannesburg ist eine der größten Städte weltweit, die weder am Meer noch an einem bedeutenden Fluss noch an einem anderen bedeutenden Gewässer liegen.

Die Straßen des Stadtzentrums und der umliegenden Innenstadtviertel wie Joubert Park, Hillbrow oder Berea werden dominiert von Hochhäusern, in denen viele der größten Firmen Johannesburgs Büros unterhalten. Allerdings ziehen viele dieser Unternehmen nach und nach in die nördlichen Vororte wie Sandton, da das Zentrum von Johannesburg als zu gefährlich und unattraktiv wahrgenommen wird. Ein Beispiel hierfür ist die Johannesburg Securities Exchange, die größte Börse Afrikas. Seit dem Ende der Apartheid-Zeit im Jahr 1990 gaben viele Bewohner Sowetos ihr Township-Leben auf, um zusammen mit Einwanderern aus anderen Staaten Afrikas in der Innenstadt, oft auch in verlassenen Bürogebäuden oder verfallenen Lagerhäusern zu leben. Hillbrow und Berea sind bekannt für hohe Bevölkerungsdichte, Arbeitslosigkeit und Armut sowie für eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Am Westrand von Hillbrow liegt der Constitution Hill, der Sitz des südafrikanischen Verfassungsgerichts. Außerdem befindet sich hier auch der etwa 270 Meter hohe Telkom Joburg Tower, der die Skyline Johannesburgs beherrscht und in stilisierter Form auch im Stadtwappen zu finden ist.

Nelson Mandela Square © NJR ZA/cc-by-sa-3.0 Sandton at night © NJR ZA/cc-by-sa-3.0 Hillbrow Tower © Kemptonreporter/cc-by-2.5 Johannesburg Central Business District from Carlton Centre © Lars Haefner/cc-by-sa-3.0 Johannesburg Central Business District across M1 highway © Dylan Harbour/cc-by-sa-3.0 A Johannesburg Summers Day © Ryanj93/cc-by-sa-4.0 The Witwatersrand University East Campus © Samuella99
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Johannesburg Central Business District from Carlton Centre © Lars Haefner/cc-by-sa-3.0
Soweto (offizieller Name; kurz für South West Townships) ist ein überwiegend “schwarzes” Wohngebietskonglomerat südwestlich des Stadtzentrums (CBD). Der Name wurde 1959 durch den Johannesburger Kommunalverwaltungsbeamten für Native Affairs, William Carr, zur Benennung der in den 1930er Jahren entstandenen Siedlungen der schwarzen Bevölkerung angeregt, aber erst seit 1963 verwendet. Während des Apartheid-Regimes wurde Soweto für die schwarze Bevölkerung stark ausgebaut, die bis dahin in Gebieten lebte, die von der Regierung als “weiße” Viertel bestimmt wurden, wie etwa Sophiatown, oder neu in den Ballungsraum Johannesburgs kamen. Heute ist Soweto eine der ärmsten Gegenden Johannesburgs. Es gibt aber Erfolge beim wirtschaftlichen Aufschwung und mit städtebaulichen Aufwertungsmaßnahmen. Die University of Johannesburg unterhält hier ihren Soweto Campus. Am Rande Sowetos liegt das Chris Hani Baragwanath Hospital. Die Verkehrserschließung von außen erfolgt über teilweise mehrspurige Straßenverbindungen, darunter der Moroka Bypass (N12), Soweto Highway (M 70), Golden Highway (R 553) und die Chris Hani Road (M 68).

Yeoville, östlich von Berea, wurde der Mittelpunkt des schwarzen Nachtlebens in Johannesburg. Östlich von Yeoville liegt Observatory, ein ruhiges Viertel mit großen Häusern. Es trägt seinen Namen nach dem Union-Observatorium. Hier befindet sich außerdem ein großer Sportpark. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen das Leichtathletik-Stadion Johannesburg Stadium, die Standard Bank Arena und das Ellis-Park-Stadion. Weil das Zentrum während der vergangenen zehn Jahre einen tiefgreifenden demographischen Wandel erlebt hat, der mit dem Verfall der Innenstadt einherging, verlegten viele Unternehmen ihren Sitz in die nördlichen Vororte. Direkt im Norden liegen die luxuriösen Vororte Parktown, Saxonwold und Houghton mit großen Grundstücken und stattlichen Villen. Nach Houghton folgen Rosebank, Hyde Park, Sandton und Morningside, alle vorherrschend von Weißen bewohnt, die überwiegend wohlhabend sind. Seit 2000 befindet sich in Sandton die JSE Securities Exchange, die größte Börse Afrikas, womit Sandton endgültig zum Finanzzentrum der Stadt aufgestiegen ist. Hier hat auch das Staatsunternehmen Industrial Development Corporation seinen Sitz. Im Gegensatz zu diesen reichen Stadtteilen steht Alexandra, eines der ersten Townshipsiedlungen von Johannesburg, das im Jahr 1912 zum “schwarzen” Wohngebiet erklärt worden war. Alexandra wird nur durch die Stadtautobahn M1 freeway von Sandton und Rosebank getrennt und gilt als eines der ärmsten und gefährlichsten Gebiete im ganzen Land. Die Fläche dieses Townships beträgt rund 8 km², auf denen rund 338.000 Einwohner leben. Westlich von Parktown liegt Auckland Park, wo die South African Broadcasting Corporation (Südafrikanische Rundfunk- und Fernsehanstalt) und die University of Johannesburg liegen. Der nahe Stadtteil Greenside erlebt derzeit eine Wiederbelebung. Nördlich von Auckland Park liegt Melville, das sich in ein lebendiges und nachtaktives Viertel mit Restaurants, Cafés, Buchläden und Nachtclubs verwandelt hat. Westlich von Melville liegt außerdem das bereits oben erwähnte Sophiatown.

Johannesburg selbst ist kein klassisches Touristenziel. Die Stadt dient als Drehscheibe für Anschlussflüge nach Kapstadt, Durban, den Pilanesberg National Park und den Kruger-Nationalpark sowie die Nachbarstaaten Südafrikas. Johannesburg bietet aber einige Sehenswürdigkeiten. Die Metropole verfügt über einige bemerkenswerte Art-Déco-Gebäude und zeichnet sich durch innovative Architekturprojekte aus. Südlich der Innenstadt liegt Gold Reef City, ein großer Vergnügungskomplex und Themenpark. Dieser Park entstand rund um den alten Schacht Nr. 14 der Crown Mine. Hier kann man die Mine in 200 Metern Tiefe besichtigen und sich einen Eindruck vom Leben und Arbeiten der damaligen Minenarbeiter verschaffen. In unmittelbarer Nähe zu Gold Reef City befindet sich das Apartheid Museum. Das Carlton Centre ist mit 50 Etagen und rund 220 Meter Höhe das höchste Haus Afrikas und bietet einen Rundumblick auf die Innenstadt von Johannesburg und die Umgebung. Das ehemalige Marktgebäude in Newtown, westlich der Innenstadt, beheimatet seit 1976 das Market Theatre und das Museum Africa. Das Market Theatre erspielte sich in der Ära der Apartheid den Ruf, sich dieser Ideologie mutig entgegenzustellen. In diesem Gebäudekomplex gibt es drei Theater, zwei Galerien, Restaurants, Bars, einen Jazzclub sowie einen Flohmarkt am Sonntagmorgen. Von Bedeutung ist auch die Johannesburg Art Gallery im Stadtzentrum. Daneben können Touristen organisierte Führungen durch Soweto unternehmen, mit Besuchen etwa einer Shebeen, des Hector-Pieterson-Mahnmals und -Museums oder von Nelson Mandelas ehemaligem Wohnhaus. Das größte Einkaufszentrum Johannesburgs ist Sandton City. Andere bekannte Einkaufszentren sind Eastgate, Westgate, Northgate, Southgate, Melrose Arch, die Rosebank Mall und Cresta. Derzeit gibt es Pläne, ein 250.000 m² großes Einkaufszentrum in Midrand zu errichten, das den Namen Zonk’Izizwe Shopping Resort tragen soll.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

Lesen Sie mehr auf Johannesburg, LonelyPlanet.com – Johannesburg, Apartheid Museum, Wikivoyage Johannesburg und Wikipedia Johannesburg. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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