Themenwoche Schlösser an der Loire – Schloss Chaumont-sur-Loire

Donnerstag, 23. Juni 2011 - 15:44 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Architektur, Allgemein, Paläste, Schlösser, Villen, Parks, UNESCO-Welterbe

© Peter Dutton

© Peter Dutton

Schloss Chaumont liegt südlich der Stadt Blois in der französischen Gemeinde Chaumont-sur-Loire im Département Loir-et-Cher in der Region Centre. Auf einer steilen Böschung hoch über der Loire bildet es die Kulisse für das Dorf, dessen Häuser in einer langen Reihe das Flussufer säumen.

Bereits im Mittelalter gab es hier eine Burganlage. Graf Odo I. von Blois hatte sie im 10. Jahrhundert erbaut, um Blois vor den Angriffen von Foulques Nerra, Graf von Anjou, zu schützen. Später überließ er es dem als Vasall für das Haus Blois kämpfenden normannischen Ritter Gelduin, der die Festung verstärken ließ. Gelduins Sohn, Geoffroy, hatte keinen männlichen Nachfolger und überließ das Erbe seiner Großnichte, Denise de Fougères. Die verheiratete sich 1054 mit Sulpice I. von Amboise, so dass der Besitz auf diese Weise an die Familie von Amboise fiel, die die Burg für die nächsten fünf Jahrhunderte besitzen sollte.

aerial view © Lieven Smits West wing © Manfred Heyde © Christophe Finot © Ze Stables © Patrick GIRAUD © Manfred Heyde © Christophe Finot View from the inner courtyard at the Loire river © Manfred Heyde © Peter Dutton
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View from the inner courtyard at the Loire river © Manfred Heyde
Schloss Chaumont vermittelt trotz der offenen Nordseite den typischen Eindruck einer späten herrschaftlichen Festung. Die ältesten Teile sind der heute verschwundene Nordflügel sowie der Westflügel, der große Amboise-Turm und das erste anschließende Gewölbefeld des Südflügels. Alles zeigt einen für das 15. Jahrhundert charakteristischen gotischen Wehrbautenstil mit Wehrgang, Maschikulis, Zugbrücke und Trockengraben.

Der weitere Wiederaufbau erfolgte in einem bereits von der Renaissance geprägten Stil, der aber weiter die allgemeine Wehrhaftigkeit betonte. Zu diesem Bauabschnitt gehörten der Südflügel, das Eingangsschlösschen, der Ostflügel und die Kapelle sowie die große Treppe auf dem Hof. Am Eingangsbau und an der monumentalen Treppe finden sich frühzeitig eingebrachte, italienisch anmutende dekorative Motive. Nach Pierre hatten sein Sohn Charles I. und sein Enkel Charles II., der älteste der Geschwister, den Besitz übernommen. Letzterem sind die Reliefs an den Rundtürmen rechts und links der Zugbrücke zu verdanken; bei den beiden verschlungenen “C” handelt es sich um die Initialen von Charles und seiner Frau Catherine. Über dem Eingangsportal erscheint das französische Wappen mit den Initialen Ludwigs XII. und seiner Gemahlin Anne de Bretagne; die Türme tragen die Wappen Charles II. und seines einflussreichen Onkels, Kardinal Georges d’Amboise.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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