Themenwoche Saudi-Arabien

Montag, 24. April 2017 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Allgemein, Themenwochen

Medina - Al-Masjid al-Nabawi - The Mosque of the Prophet © flickr.com - Omar Chatriwala/cc-by-2.0

Medina – Al-Masjid al-Nabawi – The Mosque of the Prophet © flickr.com – Omar Chatriwala/cc-by-2.0

Das Königreich Saudi-Arabien liegt auf der Arabischen Halbinsel und grenzt an deren Anrainerstaaten, an das Rote Meer und den Persischen Golf. Zwei der drei heiligsten Stätten des Islams, die Kaaba in Mekka und die Prophetenmoschee in Medina, liegen in Saudi-Arabien. Mekka und Medina sind aber für Nicht-Muslime völlig gesperrt. Ein Verstoß gegen diese Regelung führt zu empfindlichen Strafen und zur Deportation. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Riad, die zweitgrößte ist die Hafenstadt Dschidda. Die vier genannten Städte sind Millionenstädte. Saudi-Arabien verfügt als weltweit größter Rohölexporteur über eine florierende Wirtschaftsentwicklung und eine in allen Belangen ausgezeichnete Infrastruktur: Angefangen von einer komplett freien medizinischen Versorgung bis hin zur Verbindung aller wichtigen Städte über ein autobahnähnliches Straßennetz. Saudi-Arabien ist eine absolute Monarchie. Damit ist das Königreich neben Brunei, der Vatikanstadt, Katar, Oman und Swasiland eine der sechs letzten verbliebenen absoluten Monarchien auf der Welt. Saudi-Arabien versteht sich als Gottesstaat und hat die Scharia in der Verfassung verankert. Diese sieht keine Gewaltenteilung vor: Der alleinregierende Monarch hat die Pflicht, die Einheit der Nation zu erstreben, Zwietracht, Aufruhr und Spaltung dagegen fernzuhalten. Er kann in die Legislative, Judikative und Exekutive eingreifen, die ansonsten geltende Unabhängigkeit der Gerichte ist in diesem Falle nicht mehr gesetzlich geschützt, da der König über den Gesetzen steht. Saudi-Arabien genießt bei den anderen islamischen Ländern einen Sonderstatus, weil sich die zwei heiligsten Städte des Islams in diesem Land befinden.

Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Das gute Verhältnis zu den Vereinigten Staaten ist ein zentrales Element der saudischen Außenpolitik. Die Vereinigten Staaten und das Königreich unterzeichneten im Februar 1945 einen Vertrag über eine Militärbasis im Persischen Golf, zur Palästina-Frage und ein Militärbündnis. Seitdem gelten die Vereinigten Staaten als enger Verbündeter des Königreiches. Die engen Beziehungen zwischen den beiden Ländern lassen sich als Tausch von Zugang zu Öl gegen Sicherheitsgarantien beschreiben. Die USA werden in weltweiten Medien deswegen oft als amerikanische Hegemonial- und Schutzmacht Saudi-Arabiens oder als großer Bruder beschrieben. Für die Zeit nach dem Öl arbeitet das Land aktuell unter dem Namen Saudi Vision 2030 an einem sehr ambitionierten Plan zur Öffnung und Internationalisierung der Wirtschaft. Im Zuge dessen wird auch mit einer deutlichen gesellschaftlichen Öffnung des Landes gerechnet.

Riyadh - Kingdom Tower at night © BroadArrow/cc-by-sa-3.0 Dhahran - Saudi Aramco headquarters © Eagleamn Red sand dunes near Riyadh © Jtamad/cc-by-sa-4.0 Thuwal © Arbitrarily0/cc-by-sa-3.0 Najran Fort © Irshadpp/cc-by-sa-3.0 Medina - Al-Masjid al-Nabawi - The Mosque of the Prophet © flickr.com - Omar Chatriwala/cc-by-2.0 Mecca - Kaaba © Zakaryaamr/cc-by-sa-3.0
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Medina - Al-Masjid al-Nabawi - The Mosque of the Prophet © flickr.com - Omar Chatriwala/cc-by-2.0
Wassermangel und wenig fruchtbare Böden setzen der landwirtschaftlichen Nutzung natürliche Grenzen. Lebensmittel müssen zu einem hohen Prozentsatz importiert werden: 2011 wurden Lebensmittel für 15 Milliarden US-Dollar eingeführt. Seit den 1970er Jahren wurden in der arabischen Wüste große Farmen errichtet, in denen bei künstlichem Klima und mit großem finanziellem Aufwand Rinder gezüchtet werden, um das Land unabhängiger von Fleischimporten zu machen (so ist die Al Safi Farm mit wenigstens 37.000 Rindern die größte Kuhfarm der Welt). Darüber hinaus wird praktisch alles mit unterschiedlichem Aufwand angebaut. Besonders viel Wasser verbrauchen dabei die Pflanzen mit langen Vegetationsperioden (Mais, Reis) und die Milchwirtschaft. Das Wasser für die Landwirtschaft stammt aus Wadis, Tiefbrunnen, Oasen und Meerwasserentsalzung. Durch den Ölreichtum gibt es kaum finanzielle Grenzen. Die erst seit dem Ölboom bekannten Tiefbrunnen greifen jedoch auf fossile Ressourcen zurück und werden irgendwann erschöpft sein. Die erneuerbaren natürlichen Quellen liegen bei etwa 120 m³ pro Jahr und Einwohner (Deutschland: 2080 m³/Jahr). Saudi-Arabien vermeidet dadurch jedoch auch politische Abhängigkeiten, welche der Wasserimport von anderen Ländern wie dem Irak bringen würde. Das starke Bevölkerungswachstum sowie politische Pläne für einen weiteren Ausbau industrieller und landwirtschaftlicher Anlagen erhöhen den Verbrauch von Wasser und Strom um circa 8 % pro Jahr. Schätzungen zufolge sind bis 2025 Investitionen von 250 Mrd. US-Dollar notwendig, um den steigenden Verbrauch zu befriedigen. Den Hauptanteil der Kosten will die saudische Regierung aufbringen. Teile der Investitionen kommen aus der Privatwirtschaft.

Saudi_Vision2030_EN


Mag der Reichtum das Land äußerlich auch völlig verändert haben, halten die Saudis jedoch unbeirrbar am salafistischen Islam fest. Das Festhalten am dogmatischen Salafi-Islam gilt als wichtiger Garant für das Überleben der Monarchie. Die Kultur des Landes ist wesentlich vom Islam geprägt. Das Land nimmt in der islamischen Welt eine Sonderstellung ein, da auf dem Staatsgebiet die beiden heiligen Städte Mekka und Medina liegen. Die Kultur und das gesellschaftliche Leben in Saudi-Arabien folgen genau festgelegten Regeln: denen der salafistischen Konfession der islamischen Religion. Saudi-Arabien versucht, dem Rest der islamischen Welt ein Vorbild in der Auslegung des Korans und der durch die Schari’a vorgeschriebenen Lebensart zu sein, was auch Erfolg zu haben scheint. Viele Gastarbeiter und Muslime im Ausland betrachten Saudi-Arabien als vorbildlichen islamischen Staat. Dies zeigt sich in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, etwa auch im Kalender. Im Königreich gilt die islamische Zeitrechnung. Das Wochenende ist seit dem 28./29. Juni 2013 am Freitag und Samstag, zuvor war der Donnerstag teilweise ein Ruhetag und der Freitag ein kompletter Ruhetag. Dadurch, dass das Königshaus Al Saud auf seiner Verantwortung gegenüber dem Islam beharrt, ist es verboten, öffentliche Theater, Kinos oder Schauspielhäuser zu betreiben. Kultur findet nur in einem sehr engen Rahmen statt. Wendet sich das beispielsweise in der Literatur dargestellte Thema der Theologie oder der Darstellung anderer Länder zu, wird es meistens tabuisiert und gilt als verpönt. Versucht man als Mensch aus dem Westen eine kulturelle Veranstaltung durchzuführen, so unterliegt sie immer der strengen Kontrolle und Zensur der Religionsgelehrten. Das kulturelle Erbe des Landes wird zum Beispiel auf dem alljährlich veranstalteten Dschanadriyya-Kultur-Festival gepflegt. Hier gelangen traditionelle Musik und Tänze zur Aufführung. Es befinden sich zudem einige UNESCO-Welterbe-Stätte im Land.

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