Themenwoche Rom – Kolosseum und Trajansforum

09. November 2011 | Destination: | Rubric: Allgemein, Museen, Ausstellungen, UNESCO-Welterbe |

Colosseum © David Iliff

Colosseum © David Iliff

KOLOSSEUM

Das Kolosseum ist das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater und der größte geschlossene Bau der römischen Antike. Zwischen 72 und 80 n. Chr. erbaut, ist es heute eines der Wahrzeichen der Stadt und zugleich ein Zeugnis für die hochstehende Baukunst der alten Römer. Das Kolosseum war nicht nur eine architektonische, sondern auch eine bis ins letzte durchdachte logistische Meisterleistung.

Als Arena war das Kolosseum über 400 Jahre lang in Betrieb, unterbrochen nur in den Jahren von 217 bis 238, als es nach einem durch Blitzschlag verursachten Brand renoviert werden musste. Einige Historiker schätzen, dass im Laufe der Jahrhunderte etwa 300.000 bis 500.000 Menschen und noch lange nach ihnen viele Millionen Tiere im Kolosseum starben. Nicht wenige Gelehrte halten diese Zahlen aber für viel zu hoch gegriffen. Das Christentum lehnte die Spiele ab, und wegen des rapiden Bevölkerungsrückgangs Roms in der Zeit der spätantiken Völkerwanderung lohnte sich der Aufwand nicht mehr. Zur Zeit der letzten Tierhetze war das Kolosseum bereits durch Erdbeben beschädigt, doch hatten die Ostgoten noch Reparaturen durchführen lassen. Spätestens nach den schweren Zerstörungen, die Rom während der Rückeroberungskriege des oströmischen Kaisers Justinian I. erlitten hatte, verfiel das Kolosseum.

Seit dem späteren 6. Jahrhundert nutzten die verbliebenen Bewohner der verfallenden Stadt die Arkaden und Gänge des Kolosseums, um Wohnräume darin einzurichten. Schwere Schäden verursachten zwei Erdbeben in den Jahren 847 und 1349. Im 12. Jahrhundert wurde die Arena zum Teil in die Stadtfestung des Adelsgeschlechts der Frangipani einbezogen. Während des ganzen Mittelalters bis in die Zeit der Renaissance und des Barocks wurde das Kolosseum aber von den herrschenden Familien Roms und den Päpsten immer wieder als Steinbruch für ihre Bauten genutzt. So blieb vom äußeren Ring der monumentalen, viergeschossigen Fassade nur die nördliche Hälfte erhalten. Die allmähliche Zerstörung wurde erst beendet, nachdem Papst Benedikt XIV. das Kolosseum im 18. Jahrhundert zur geweihten Märtyrer-Stätte erklärte und durch Edikt von 1744 den Erhalt des Kolosseums anordnete.

Auf Initiative mehrerer Menschenrechtsorganisationen dient das Kolosseum seit dem Jahre 1999 als Monument gegen die Todesstrafe. Immer wenn ein Todesurteil ausgesetzt wird oder ein Staat dieser Welt die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang in bunten Farben angestrahlt.




Trajan's Forum © Markus Bernet Trajan's Forum © Grenouille vert Trajan's Column © Rolf Süßbrich Colosseum © Bjarki Sigursveinsson Colosseum © Andreas Ribbefjord Colosseum and Arch of Constantine © Konrad Zielinski Trajan's Market © sailko Trajan's Forum map © 3coma14 Colosseum © David Iliff
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Colosseum and Arch of Constantine © Konrad Zielinski

Trajan's Forum map © 3coma14

Trajan’s Forum map © 3coma14

TRAJANSFORUM

Das Trajansforum ist das letzte, größte und prächtigste der so genannten Kaiserforen. Auch ist es das Forum, das heute noch am besten erhalten ist. Das Forum besteht aus den nachfolgenden Teilen

  • Ein imposanter Triumphbogen, der im Jahre 116 n. Chr. errichtet wurde, bildete den Eingang zum Forum.
  • Ein Weg vom Kolosseum her kommend läuft geradewegs durch den Triumphbogen auf das zentrale Reiterstandbild Trajans zu.
  • Am abgegrabenen Westhang des Quirinalhügels entstanden in halbkreisförmiger Anordnung die so genannten Trajansmärkte. Hier waren in zahlreichen, mehrere Stockwerke hohen Gebäuden Läden, Magazine und dergleichen untergebracht. Viele der so entstandenen Ladenstraßen ließ Apollodor von Damaskus sogar überdachen, damit die Besucher vor Regen geschützt waren. Mit den zahlreichen hierbei entstandenen Innenhöfen zusammen kann man das Ganze fast als einen antiken Vorläufer unserer heutigen Einkaufspassagen bezeichnen.
  • Sehr beeindruckend auf die Besucher des Forums muss die fünfschiffige Basilika Ulpia gewirkt haben. Es wird vermutet, dass hier die Ämter für Justiz- und Schulwesen untergebracht worden waren.
  • An die Basilika Ulpia anschließend war eine aus zwei getrennten Gebäuden bestehende Bibliothek angebaut. Ein Gebäudeteil beherbergte die lateinischen Bücher, der andere die griechischen.
  • Zwischen den beiden Teilen der Bibliothek befand sich die Trajanssäule, errichtet zur Lobpreisung des Sieges in den Dakerkriegen – der bis heute am besten erhaltene Überrest des Trajansforum überhaupt.
  • Als Abschluss des Forums wurde bis zu genaueren Grabungen 2004 ein Trajanstempel angenommen. Der aktuelle Stand lässt jedoch vermuten, dass sich an dieser Stelle Wohnbebauung befand.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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