Themenwoche Provence

20. Oktober 2014 | Destination: | Rubric: Allgemein, Themenwochen |

Moustiers Sainte Marie © Nepomuk

Moustiers Sainte Marie © Nepomuk

Die Provence ist eine Landschaft im Südosten von Frankreich. Sie liegt am Mittelmeer zwischen Rhônetal und Italien. Im Norden liegt die Landschaft Dauphiné in der Region Rhône-Alpes. Der Name Provence stammt aus der Zeit der römischen Herrschaft, vom lateinischen provincia. Als eine der ersten und am stärksten romanisierten Regionen außerhalb Italiens gehörte sie zur Provincia Narbonensis. Verstärkt fuhren Mitte des 19. Jahrhunderts englische Aristokraten aus dem regenverhangenen Norden in das gelobte Land, “wo die Zitronen blühen”, um in dem milden Klima den Winter zu verbringen. Niemand ahnte, dass dies die ersten Vorboten einer neuen “Völkerwanderung” waren. Schon bald entstanden ganze Villenviertel, tropische Pflanzen wurden akklimatisiert und weitläufige Gärten angelegt. 1887 publizierte Stéphen Liégeard ein Buch mit dem Titel “La Côte d’Azur“. In wenigen Jahren setzte sich dieser Name für den Küstensaum zwischen Hyères und Menton im allgemeinen Sprachgebrauch durch.

Gesprochen werden in der Landschaft verschiedene Dialekte der provenzalischen Sprache, einer Variante des Okzitanischen, die von der französischen Republik lange Zeit unterdrückt wurde. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird sie wieder vermehrt gesprochen. Die Bevölkerung mit provenzalischer Muttersprache wird Provençalen genannt. Mit der Sprache lebten auch viele alte Bräuche wieder auf wie die provenzalische Volksmusik. Eine Besonderheit sind die bei Touristen und der lokalen Bevölkerung beliebten Santons, provenzalische Krippenfiguren.

Typische Gerichte der provenzalischen Küche sind die Bouillabaisse und die Bourride (Fischgerichte) und die Soupe-de-Poisson (Fischsuppe), Daube provençale (Schmorgericht mit Rindergulasch) und Aioli sowie das Ratatouille und die Soupe-au-Pistou. Als Salatgerichte sind die Salade Niçoise sowie die Salade-de-Mesclun besonders bekannt. Lokale Spezialitäten sind der weiße Nougat von Montélimar, die kandierten Früchte der Stadt Apt, die Trüffel des Vaucluse-Gebirges, die Socca der Stadt Nizza und die Calissons d’Aix. Der Zusatz bei Speisen “à la provençale” bedeutet in der Regel Tomatensoße, mit Verwendung von Gewürzkräutern (Kräuter der Provence), Auberginen, Zucchini, Paprika und Olivenöl. Also hauptsächlich Zutaten, die in der Provence angebaut werden und auf den Wochenmärkten der Region frisch erhältlich sind. Der Weinanbau profitiert vom warmen Mittelmeer-Klima sowie von der trocknenden Wirkung des Mistrals. Das Anbaugebiet der Côtes de Provence erstreckt sich über die Départements Bouches-du-Rhône, Var und Alpes-Maritimes. Eine deutlich größere Rebfläche besitzen die Côtes du Rhône, deren größter Teil in das Département Vaucluse fällt. Das Bindeglied zwischen beiden Gebieten bilden die Appellationen der Côtes du Luberon und Côtes du Ventoux. Die Rotweine sind kraftvoll und geschmeidig. Sie vertragen einige Jahre Lagerzeit, während die fruchtigen Rosé- und aromatischen Weißweine der Côtes du Provence jung getrunken werden sollten. Außerordentlich langlebig sind die Spitzenrotweine von Châteauneuf-du-Pape, Gigondas und Bandol.

Die Provence ist reich an natürlichen Sehenswürdigkeiten und Baudenkmälern, etliche davon stehen auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit. Arles war zu römischer Zeit ein bedeutender Handelsplatz, zudem gibt es das Amphitheater, welches zweigeschossig ist, mit je 60 Arkaden pro Geschoss. Heute bietet es 25.000 Menschen Platz und wird als Stierkampfarena genutzt. Die romanische Kirche St-Trophime d’Arles war sechs Jahrhunderte lang eine Kathedrale, bevor der Bischofssitz im Zuge der Französischen Revolution nach Aix-en-Provence verlegt wurde. Das römische Theater von Orange wurde im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet. Der Stadtgründungsbogen an der Straße nach Lyon ist ein Monumentaltor (aber kein Triumphbogen). Die einzigen Zeugnisse des amtlichen Vermessungswesens aus der römischen Antike werden in Orange aufbewahrt. Der Pont du Gard ist ein römisches Aquädukt über den Gardon und wurde früher zur Wasserversorgung der Stadt Nîmes benutzt. Die historische Altstadt von Avignon wird von der Stadtmauer aus dem zwölften Jahrhundert umgeben. Neben vielen Kirchen und mittelalterlichen Gebäuden ist der Papstpalast die imposanteste Sehenswürdigkeit der Stadt.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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