Themenwoche Provence – Carpentras

Mittwoch, 25. März 2015 - 10:20 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Musée Duplessis © Soldanella84/cc-by-sa-3.0

Musée Duplessis © Soldanella84/cc-by-sa-3.0

Carpentras ist eine provenzalische Kleinstadt im Département Vaucluse mit Sitz einer Unterpräfektur und 29.000 Einwohnern. Vom Ende des 6. Jahrhunderts bis 1801 war Carpentras Sitz eines gleichnamigen Bistums, der sich vom 7. Jahrhundert bis etwa ins 11. Jahrhundert zeitweise in Venasque befand.

Carpentras ist seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. als Marktplatz übermittelt. Es geht auf eine keltische Siedlung vom Stamm der Meminien zurück, die von phönizischen und griechischen Händlern als Handelsplatz besucht wurde, um Weizen, Honig, Ziegen, Schafe und Häute zu kaufen. In gallo-römischer Zeit war Carpentras – damals Carpentorate oder auch Carpentoracte – ebenfalls besiedelt, wovon ein eindrucksvoller römischer Ehrenbogen zeugt. Der Wochenmarkt, der jeden Freitagvormittag in der gesamten Innenstadt stattfindet, ist auch heute berühmt. Berühmt ist auch der Markt für Schwarze Trüffel, der im Winter jeden Freitag stattfindet.

Château de la Roseraie © Véronique PAGNIER/cc-by-sa-3.0 Town Hall © Véronique PAGNIER Porte d'Orange © Béa Hôtel Dieu © Vi..Cult .../cc-by-sa-3.0 Fontaine à l'Ange © Véronique PAGNIER Château du Martinet © Marianne Casamance/cc-by-sa-3.0 Bacchus © Marianne Casamance/cc-by-sa-3.0 Truffle Market in Carpentras © Bardcom Musée Duplessis © Soldanella84/cc-by-sa-3.0
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Château de la Roseraie © Véronique PAGNIER/cc-by-sa-3.0
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören:

  • Der römische Ehrenbogen, Arc de Carpentras genannt, befindet sich auf der Rückseite des Justizpalastes. Auf seiner Ostseite zeigt er zwei Gefangene, der eine in Fell (möglicherweise ein Germane), der andere in einer Tunika gekleidet. Es wird aufgrund der für das südliche Gallien exotischen Kleidung angenommen, dass es sich dabei um einen Mann aus dem Orient handelt.
  • Das 27 m hohe Oranger Tor (um 1360) mit Zinnenkranz ist das einzige verbliebene Stadttor und als Dreimauertorturm (Halbschalenturm) stadtseitig offen. Es verfügt über zwei Bohlenstockwerke, eines über der gemauerten Durchfahrt (Tonnengewölbe) und die Verteidigungsplattform hinter den Zinnen.
  • Die ehemalige Kathedrale St. Siffrein (dem 4. Bischof der Stadt, dem heiligen Suffredus (frz. St. Siffrein) geweiht) wurde von Gegenpapst Benedikt XIII. 1404 in Auftrag gegeben und 1519 fertiggestellt, auch wenn sie im 17. Jahrhundert eine Barockfassade bekam. Sie wurde in die Stadtmauer hineingebaut. Der Bischof konnte an der Messe von einer kleinen Loggia, die über die Empore im Hauptschiff erreichbar ist, teilnehmen.
  • 1669 wurde die Charité (Hospice de Charité) errichtet, um den Bedürftigen zu helfen. Es wird heute als Ausstellungsgebäude genutzt. Im 18. Jahrhundert wurde auf Veranlassung des Bischofs Joseph-Dominique d’Inguimbert ein Krankenhaus, das Hôtel-Dieu, errichtet, dessen Apotheke mit einer bedeutenden Sammlung von Moustiers-Fayencen und einer prächtigen Bibliothek mit 100.000 Bänden aufwarten kann.
  • Im Nordosten Carpentras findet man das Aquädukt, das nicht antiken Ursprungs wie der Pont du Gard ist, sondern von Antoine d’Allemand entworfen wurde. 1745 wurde es eingeweiht und überspannt mit 48 Bögen 631 m und sollte Carpentras bis 1893 mit Wasser versorgen.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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