Themenwoche Neukaledonien – Nouméa

Dienstag, 22. September 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Nouméa © Torbenbrinker/cc-by-sa-3.0

Nouméa © Torbenbrinker/cc-by-sa-3.0

Nouméa ist die Hauptstadt Neukaledoniens. Nouméa wurde 1854 auf einer stark gegliederten rund 10 Kilometer langen Halbinsel am südwestlichen Ende der neukaledonischen Insel unter dem Namen Port-de-France gegründet. Die Gemeinde hat 100.000 Einwohner; mit Vororten hat Groß-Nouméa (französisch agglomération du Grand Nouméa) 180.000 Einwohner. Neben dem Tourismus ist die wichtigste Einkommensquelle der Stadt die Nickelverarbeitung. Das Erz wird in einer ausgedehnten Fabrikanlage in relativ zentraler Lage der Stadt verhüttet und dort auch verschifft. Der Hauptflughafen von Neukaledonien – der internationale Flughafen La Tontouta – liegt etwa 50 km von der Stadt entfernt in Païta. Der Regionalflughafen Flughafen Magenta liegt nur 3 km nordöstlich vom Zentrum Nouméas.

Ein stählerner Leuchtturm, der eigentlich für Fort-de-France in Martinique bestimmt war, wurde wegen der damaligen Namensähnlichkeit versehentlich nach Nouméa geliefert. Dieser Leuchtturm ist bis heute auf der kleinen Insel Amédée in Betrieb, kaum 20 km vor der Küste von Nouméa. Der Phare Amédée ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Im 1998 eröffneten Tjibaou-Kulturzentrum (Centre culturel Tjibaou), das eine Fläche von 6 970 m² bedeckt, werden kulturelle Veranstaltungen der Kanak und anderer Herkunft angeboten. Das Zentrum wurde im melanesischen Stil errichtet, es besteht aus zehn Gebäuden, die aus Holz und Metall im traditionellen Stil errichtet und entlang einer Allee aus den für Neukaledonien typischen Kiefern aufgereiht sind. Vor ihm wurden zahlreiche wichtige Nutzpflanzen der Melanesier gepflanzt, sie bilden einen Lehrpfad und werden auf Tafeln erläutert. Auf dem Gelände des Kulturzentrums wurden Holzskulpturen aufgestellt, die ebenfalls auf Tafeln erklärt werden. Das Aquarium des Lagons befindet sich an der viel besuchten Bucht Baie des Citrons. Es wurde 1956 von dem Meeresbiologen Catala gegründet und 2007 auf die heutige Größe erweitert, wobei die Kosten zu 50 % vom Europäischen Entwicklungsfonds getragen wurden. Die Meeresfauna der Lagunen und Korallenriffe Neukaledoniens sowie des offenen Meeres wird auf einer Fläche von 3000 m² in 33 Becken mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 600 m³ dargestellt und erläutert.

Phare Amédée Lighthouse © Bruno.Menetrier Place des Cocotiers © Torbenbrinker/cc-by-sa-3.0 Museum of New Caledonia © Torbenbrinker/cc-by-sa-3.0 Bernheim Library © GeorgeLouis/cc-by-3.0 University of New Caledonia © GeorgeLouis/cc-by-3.0 Nouméa © Torbenbrinker/cc-by-sa-3.0
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Museum of New Caledonia © Torbenbrinker/cc-by-sa-3.0
Das Musée de Nouvelle-Calédonie im Stadtzentrum gegenüber der Hauptpost wurde bereits 1863 von Gouverneur Guillain gegründet, der jetzige Bau wurde 1971 errichtet. Das Museum ist der Ethnologie und Archäologie Neukaledoniens gewidmet, es finden sich jedoch ebenfalls Exponate aus Mikronesien, Vanuatu und Papua Neuguinea sowie von den Salomonen. Besonders eindrucksvoll ist neben einer 1977 angefertigten Replik einer Piroge die Keramik der Lapitakultur, die auf der benachbarten Île des Pins gefunden wurde. Auch eine Seekarte von den Marshall-Inseln aus Stäben und Muscheln ist zu sehen, wobei nicht auszuschließen ist, dass früher ähnliche Seekarten auch in Melanesien Verwendung fanden. Im Innenhof des Museums wurde eine Hütte im traditionellen melanesischen Stil aufgebaut, hinter der wichtige Kulturpflanzen Neukaledoniens zu sehen sind. Am östlichen Ende der breiten, baumbestandenen Avenue de la Victoire erhebt sich der repräsentative Bau der Kaserne Caserne Gally-Passebosc, die 1863-68 erbaut und 1874-78 vergrößert wurde. Die Kaserne ist benannt nach einem französischen Offizier, der 1878 bei einer Revolte der Kanaken getötet wurde. Vor ihr, auf dem ausgedehnten Platz, dem Place Bir Hakeim, wurde ein Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege errichtet.

Den unumstrittenen Mittelpunkt der Stadt bildet der repräsentative und baumbestandene Platz, der Place des Cocotiers, der aus 4 Quadraten besteht und insgesamt 400 x 100 m groß ist. Auf dem östlichsten der vier Quadrate, der Place Feillet, erhebt sich ein 1879 von Sträflingen errichteter Musikpavillon. In der Mitte des Platzes befindet sich der 8 m hohe Brunnen Fountaine Céleste. der den Nullpunkt des Straßensystems Neukaledoniens bildet: Ab hier werden die Entfernungen ab Nouméa gerechnet. Der Brunnen wurde 1893 errichtet und 1995 restauriert. Benannt ist er nach einer früheren Einwohnerin Nouméas. Am Place des Cocotiers befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum Musée de la Ville de Nouméa in einem 1875 im Kolonialstil mit Veranda erbauten Gebäude, das ursprünglich als Bank – der ersten ganz Neukaledoniens – und danach von 1880 bis 1975 als Rathaus diente. Seit 1996 ist hier das Stadtgeschichtliche Museum untergebracht, das auch wegen seines gepflegten Gartens viel besucht wird. Den westlichen Abschluss des Place des Cocotiers bildet das 1975 fertiggestellte Rathaus. Vor ihm erhebt sich ein Denkmal für Vizeadmiral Olry, einen früheren Gouverneur (1878), auf dem gleichnamigen Platz Square Olry. Im ersten Obergeschoss des Rathauses ist ein Gemälde von Gaston Roullet beachtenswert, das eine Stadtansicht Nouméas im Jahr 1889 darstellt.

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