Themenwoche Nepal – Bhaktapur

Freitag, 27. September 2019 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Architektur, Allgemein, UNESCO-Welterbe

Early morning view of Durbar Square © Bikrampratapsingh/cc-by-sa-4.0

Early morning view of Durbar Square © Bikrampratapsingh/cc-by-sa-4.0

Bhaktapur oder Khwopa ist neben Kathmandu und Lalitpur mit über 81.000 Einwohnern die dritte und kleinste der Königsstädte des Kathmandutals in Nepal. Bhaktapur befindet sich im Zentrum Nepals, 16 Kilometer östlich von Kathmandu und ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts, des kleinsten der 75 Distrikte des Landes sowie der Bagmati-Zone. Das Stadtgebiet liegt auf einer Höhe zwischen 1341 und. Bhaktapur wird nach Norden vom Fluss Manohara begrenzt, nach Osten vom Berg Mahadev Pokhari, nach Süden vom Berg Suryavinayak und nach Westen ebenfalls durch den Fluss Manohara und später durch den Fluss Durge. Die Stadt selbst liegt nördlich des Flusses Hanumante Khola, der nach dem Affengott Hanuman benannt ist. Dieser soll, nach einer Episode aus dem Ramayana-Zyklus, an dem Fluss zum Trinken pausiert haben, als er von einer Reise zum Himalaya zurückkam, um Heilkräuter zur Rettung von Ramas Bruder zu sammeln.

Im Jahre 1961 wurde die Stadt mit der Einführung des Panchayat-Systems in 17 Verwaltungsbezirke (wards) unterteilt. Traditionell besteht die Newarstadt aus 24 Quartieren, sogenannten Tols. Diese sollen Mitte des 16. Jahrhunderts von Ganga Devi, der Mutter Trailokya Mallas eingeführt worden sein und umfassten zunächst nur 21 Tols. Die genauen Grenzen sind nicht festgelegt, denn die zentralen Elemente eines jeden Tols sind wichtiger: ein Pitha (Opferschrein), an dem entweder Ganesh, Bhairab oder Durga verehrt wird, ein Vishnu-Tempel, in dem keine Tieropfer, sondern Blumen dargebracht werden sowie unbehauene Steine, sogenannte Matrikas, an denen Ganesh oder Bhairab verehrt werden. Während die Pithas nach Süden orientiert sind, sind die Matrika-Schreine zur Stadtmitte hin ausgerichtet. An den Wegkreuzungen des Tols stehen Chwasa-Steine, die Ajma (“Großmutter”) genannt werden und an denen die Bewohner des Tols unreine Speisen, die Plazenta und die Nabelschnur Neugeborener, Kleider von Verstorbenen sowie einmal jährlich unbrauchbar gewordene Tonwaren ablegen. Den Tols kommt eine zentrale Rolle bei den Stadtritualen, insbesondere während des Bisket-Jatra-Festes und bei den Stadtbegehungen durch die Nava-Durga-Tänzer zu. Während des Bisket-Jatra-Festes zieht die Prozession in folgender Reihenfolge der Tols durch die Stadt.

Royal Palace © flickr.com - Juan Antonio Segal/cc-by-2.0 © panoramio.com - jt Guan/cc-by-3.0 Nyatapola Temple © Uwe Gille/cc-by-sa-3.0 © flickr.com - Jean-Pierre Dalbéra/cc-by-2.0 Early morning view of Durbar Square © Bikrampratapsingh/cc-by-sa-4.0 Durbar Square © Nabin K. Sapkota/cc-by-sa-4.0 Dattatreya Temple on Durbar Square © Suraj Belbase/cc-by-sa-4.0 Changu Narayan Temple © Stuladhar1/cc-by-3.0 Bhairavnath Temple © Suraj Belbase/cc-by-sa-4.0 © flickr.com - Juan Antonio Segal/cc-by-2.0 © flickr.com - Juan Antonio Segal/cc-by-2.0
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Early morning view of Durbar Square © Bikrampratapsingh/cc-by-sa-4.0
Bhaktapur liegt am Fluss Hanumante Khola und wie Kathmandu an einer alten Handelsroute nach Tibet, was für den Reichtum der Stadt verantwortlich war. Das Bild der Stadt wird bestimmt von der Landwirtschaft, der Töpferkunst und besonders von einer lebendigen traditionellen Musikerszene. Wegen seiner über 150 Musik- und 100 Kulturgruppen wird Bhaktapur als Hauptstadt der darstellenden Künste Nepals bezeichnet. Die Einwohner von Bhaktapur gehören ethnisch zu den Newar und zeichnen sich durch einen hohen Anteil von 60 Prozent an Bauern der Jyapu-Kaste aus. Die Bewohner sind zu fast 90 Prozent Hindus und zu zehn Prozent Buddhisten. Vom 14. Jahrhundert bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war Bhaktapur Hauptstadt des Malla-Reiches. Aus dieser Zeit stammen viele der 172 Tempelanlagen, der 32 künstlichen Teiche und der mit Holzreliefs verzierten Wohnhäuser. Zwar verursachte ein großes Erdbeben 1934 viele Schäden an den Gebäuden, doch konnten diese wieder so instand gesetzt werden, dass Bhaktapurs architektonisches Erbe bereits seit 1979 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht. Aufgrund des Erdbebens vom 25. April 2015 starben in der Altstadt etwa 200 Menschen beim Einsturz vieler kleinerer Gebäude und zweier großer Tempel auf dem zentralen Taumadhi-Platz.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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