Themenwoche Malaysia – Bundesterritorium Labuan

Donnerstag, 28. November 2019 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Kwang Fook Kong Temple © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0

Kwang Fook Kong Temple © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0

Labuan, amtlich Wilayah Persekutuan Labuan bzw. Federal Territory of Labuan) ist ein Bundesterritorium des Staates Malaysia. Der Name kommt von dem malaiischen Wort labuhan (Hafen). Das Territorium besteht aus der gleichnamigen Insel Pulau Labuan (“Anker- oder Hafeninsel”, alt Victoria Island) und sechs Nebeninseln. Das Bundesterritorium Labuan besteht aus der Hauptinsel Labuan und sechs kleineren Inseln. Drei kleine Inseln im Südwesten bilden den Labuan Marine Park. Alle Inseln liegen etwa acht Kilometer vor der Küste Borneos an der nördlichen Seite der zum Südchinesischen Meer offenen Brunei Bay, in unmittelbarer Nachbarschaft zum malaysischen Bundesstaat Sabah und dem Sultanat Brunei.

Im Nordosten der Insel ragt ein gewaltiger, aus Ziegelsteiner gemauerter Kamin in die Höhe, der von den Einheimischen als punil bezeichnet wird. Wahrscheinlich wurde er in den frühen 1900er Jahren errichtet, als die Kohleförderung in Tanjung Kubong unter der Verwaltung der British North Borneo Chartered Company ihren Höhepunkt erreicht hatte. Der Kamin liegt inmitten des früheren Kohleabbaugebietes. Es gibt mehrere Hypothesen über den Zweck des Kamins. Lange Zeit glaubte man, dass es sich um einen Teil der Belüftungsanlagen für die unterirdischen Kohleminen handle, aber neuere Ausgrabungen zeigten, dass unterhalb des Kamins keinerlei Stollen verliefen. Auch die Vermutung, dass der Kamin zu einer Feuerungsanlage gehörte, konnte widerlegt werden, da sich im Innern des rechteckigen Bauwerks keine Rußspuren fanden. Weitere Mutmaßungen waren die Verwendung als Leuchtfeuer für die vorbeifahrenden oder im früheren Hafen Raffles Anchorage ankernden Schiffe oder als Glockenturm, um ankommende Schiffe zu melden. Der Kamin wurde 1997 umfangreich restauriert. Er ist heute Teil des zugehörigen Muzium Chimney, das einen Einblick in die Geschichte der Kohleförderung auf Labuan bietet.

Der Ort der Kapitulation der japanischen 37. Armee von 1945 ist Teil des an der Westküste Labuans gelegenen Friedensparks. Der Park beherbergt mehrere Gedenksteine, die zum Frieden mahnen. Mittelpunkt des Parks bildet das Peace Monument, eine große, von einem angeschütteten Wall umgebene Mauer mit der Inschrift:

“IN MEMORY OF ALL THOSE WHO SACRIFICED THEIR LIVES ON LAND AND AT SEA IN AND AROUND BORNEO DURING WORLD WAR II AND IN DEDICATION TO WORLD PEACE”.

Labuan Financial Park © JKT-c/cc-by-3.0 Labuan Financial Park © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0 Labuan Museum © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0 Labuan War Cemetery © Bubbha/cc-by-sa-3.0 Chimney at the Colliery Field © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0 Kwang Fook Kong Temple © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0 Replica Clock Tower of 1906 © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0
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Chimney at the Colliery Field © CEphoto, Uwe Aranas/cc-by-sa-3.0
Die Geschichte von Labuan wird ausführlich im Labuan Muzium dargestellt. Vor dem in einem Haus kolonialen Stils untergebrachten Museum befindet sich der History Square mit verschiedenen Gedenksteinen.

Die Kriegsgräberstätte Labuan ist der zentrale Friedhof für alle, die während des Zweiten Weltkriegs in Borneo im Kampf gefallen sind oder in Kriegsgefangenschaft starben. Der Friedhof beherbergt 3.908 Gräber, von denen mehr als die Hälfte namenlos geblieben sind. Die identifizierten sterblichen Überreste von 1.752 Menschen – fünf Seeleute, 1.523 Soldaten, 220 Luftwaffenangehörigen und vier Zivilisten – repräsentieren 814 Briten, 858 Australier, einen Neuseeländer, 43 Inder und 36 Malaien. Weiteren 34 indischen Soldaten, deren sterbliche Überreste verbrannt wurden, wird durch ein eigenes Denkmal im Friedhofsareal der Indischen Armee gedacht. Auf dem Gelände der Kriegsgräberstätte befindet sich auch eine Gedenkstätte für die australischen Land- und Luftstreitkräfte sowie der lokalen Streitkräfte, die während der Befreiung Borneos oder als Kriegsgefangene in Borneo oder den Philippinen starben und von denen kein Grab bekannt ist. Auf den Gedenktafeln sind die Namen von 2.207 australischen, einem britischen und drei neuseeländischen Soldaten der australischen Armee, 51 Luftwaffenangehörigen und 65 Kriegsteilnehmern der lokalen Streitkräfte von Nordborneo, Brunei und Sarawak verzeichnet. Einige dieser Gefallenen dürften in den namenlosen Gräbern der Kriegsgräberstätte Labuan bestattet sein.

Der Labuan Clock Tower ist eine genaue Replik des ursprünglichen Glockenturms von 1906, den der Geschäftsmann Chee Swee Cheng aus Malacca errichten ließ. Er ist einer der wenigen Bauwerke, die das Bombardement des Zweiten Weltkriegs überstanden haben. Die britische Verwaltung ließ den Glockenturm 1948 abreißen, baute ihn aber entgegen den ursprünglichen Absichten nicht wieder auf. Ein halbes Jahrhundert später wurde der Glockenturm von der Labuan Corporation unter Verwendung von Geldmitteln des malaysischen Ministeriums für Tourismus wieder aufgebaut.

Zwei Kilometer südlich von Labuan Island liegt der Labuan Marine Park. Zu dem 10 km² große Gebiete gehören die drei Inseln Pulau Kuraman, Pulau Rusukan Kecil und Pulau Rusukan Besar mit ihren ausgedehnten Stränden, Mangrovenwäldern, Dschungelgebieten und Korallenriffen. Das Meeresgebiet ist ein Schnorchel- und Tauchparadies und wichtigste Werbeikone des Tourismus auf Labuan. Das Meer vor Labuan ist bekannt durch seine Schiffswracks, darunter das Cement Wreck, das zu den farbenprächtigsten und photogensten Schiffswracks der Welt zählt.

Die Pfahlbautenkolonie Patau Patau 2 wurde in den 1930er Jahren von Kedayan, einer indigenen Gruppe aus Brunei, errichtet. Die kampung air malaiisch für Wassersiedlung) fiel im Zweiten Weltkrieg einem Bombenangriff der Japaner zum Opfer, wurde aber nach Einstellung der Kampfhandlungen wieder vollständig aufgebaut. Die Architektur und das Konzept der Pfahlbautenkolonie spiegelt bis heute die Kultur der bruneiischen Kedayans wider.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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