Themenwoche Lombardei – Brescia

26. November 2014 | Destination: | Rubric: Allgemein, UNESCO-Welterbe |

Brescia Panorama © Luca Giarelli/cc-by-sa-3.0

Brescia Panorama © Luca Giarelli/cc-by-sa-3.0

Brescia ist eine Stadt mit 200.000 Einwohnern, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Brescia und zweitgrößte Stadt der Lombardei. Ihr Einzugsbereich umfasst insgesamt 350.000 bis 500.000 Einwohner, und sie gilt als drittgrößte italienische Industrieregion. Der archäologische Bereich des Forum Romanum und der klösterliche Komplex von San Salvatore-Santa Giulia gehören zu einer Gruppe von Gebäudeensembles, die unter dem Titel „Die Langobarden in Italien, Orte der Macht (568 bis 774 n. Chr.)“ im Juni 2011 auf die Liste des UNESCO-Welterbes gesetzt wurden.

Gemessen an der Fülle von Bauwerken aus der Antike, dem Mittelalter, der Renaissance sowie dem Barock hat der folgende Rundgang einen eher exemplarischen Charakter und präsentiert einige herausragende Beispiele. Betrachtet man den Stadtplan von Brescia, so sind immer noch die in römischer Zeit angelegten, rechtwinklig zueinander verlaufenden Straßenzüge zu erkennen. Die ursprüngliche römische Siedlung, die eine der bedeutendsten des römischen Oberitaliens war, liegt heute im Ostteil der Stadt. Das von mittelalterlichen Mauern eingefasste Areal ist jedoch größer als die Stadt zu damaliger Zeit. Die Via dei Musei führt zum ehemaligen Zentrum und zu einem Ruinenfeld mit der ausgedehnten Anlage eines Kapitolischen Tempels. Der Tempel wurde unter Kaiser Vespasian von 73 bis 74 n. Chr. an der Nordseite des dahinter liegenden Forums erbaut.

Ursprünglich standen auf dem Domplatz von Brescia drei romanische Monumentalbauten. Im Rahmen der barocken Bautätigkeiten des 17. Jahrhunderts wurde die Sommerkathedrale abgerissen. An ihrer Stelle erstand der Neue Dom, dessen Bau 1604 begonnen und erst 1825 beendet wurde. Eine große, mit Kupferplatten gedeckte, durch deutlich hervortretende Stege in acht Segmente unterteilte Kuppel mit einer durchfensterten, ebenfalls überkuppelten Laterne, die der Architekt Marchese Luigi Cagnola entwarf, einer der führenden Klassizisten in Mailand, erhebt sich über der imposanten Fassade aus hellem Botticino, ein Kalkstein. Im kreuzförmigen Innenraum sind zahlreiche Kunstwerke zu finden, wenn auch nicht immer von bedeutendem künstlerischen Rang.

Direkt neben dem Neuen Dom steht die Rotunde der Winterkathedrale, des Duomo Vecchio. Sie ist eines der eindrucksvollsten romanischen Kirchenbauwerke in der Lombardei und wurde im 11. und 12. Jahrhundert errichtet. Sehenswert sind im Innenraum die gotischen Bischofsgräber; das großartigste ist das des Bischofs Bernardo Maggi aus dem 13. Jahrhundert. Auf der Westseite des Domplatzes befindet sich der Broletto, der Regierungspalast der mittelalterlichen Stadtrepublik. Es ist das älteste öffentliche Gebäude, das in der kommunalen Zeit Sitz des städtischen Richteramtes war, und vom 15. bis 18. Jahrhundert Residenz der venezianischen Behörden. Mit seinem hohen Turm und der Loggia delle grida (Loggia der Schreie) ist das Bauwerk ein klassisches Beispiel für ein Rathaus des 12. und 13. Jahrhunderts. Der Palast hat einen viereckigen Grundriss mit einem breiten Innenhof, wobei drei der umgebenden Fassaden aus dem Mittelalter stammen und der nördlich gelegene Laubengang aus dem 17. Jahrhundert.

Der 1433 eröffnete, schönste Platz der Stadt, Piazza della Loggia, wird von dem prächtigen Renaissance-Gebäude der Loggia beherrscht. Das neue Regierungszentrum wurde 1484 von den Venezianern als Gegensatz zum mittelalterlichen Domplatz geplant. Der mit plastischen Ornamenten reich geschmückte Palast wurde im Jahre 1492 begonnen und 1570 unter Beteiligung der Architekten Jacopo Sansovino und Andrea Palladio im oberen Teil fertiggestellt. An der Südseite des Platzes erheben sich die beiden Häuser der Monti di Pietà aus dem 15. und 16. Jahrhundert, in deren eine Außenwand schon bei der Errichtung römische Inschriftensteine eingesetzt wurden; das antike Gebäude ist östlich durch einen kleinen Bogen mit dem jüngeren verbunden. Eine kleine Loggia in venezianischem Stil verbindet die Monti di Pietà mit dem antiken Gefängnisgebäude. In der Mitte der Ostseite des Platzes sieht man oberhalb des Säulenganges eine aus dem 16. Jahrhundert stammende, astronomische Uhr. Der Uhrmechanismus ist seit der Herstellung noch immer voll in Betrieb. Die Stunden werden von den charakteristischen Statuen an der Spitze der Turms geschlagen, wodurch sie i Macc dè lé ure (die Verrückten der Stunden) genannt werden.

Unter den vielen Gotteshäusern der Kunststadt Brescia ist die Kirche Santa Maria della Carità ein Schaustück aus der Barockperiode Brescias. Der prunkvolle Hauptaltar ist einer der schönsten der Stadt. Der Ursprung des Bauwerkes geht auf das 16. Jahrhundert zurück, sie wurde jedoch im darauf folgenden Jahrhundert (1640) noch einmal neu errichtet. Mit einigen Veränderungen während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war sie schließlich im Jahre 1825 fertig. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde auf dem Hauptaltar das Bildnis der Vergine dei Terragli aufgestellt, und es kam eine Kapelle hinzu, die derjenigen aus dem Heiligen Hause in Loreto ähnlich ist. Der achteckige Fußboden aus mehrfarbigem Marmor ergänzt die Stuckarbeiten und Freskenmalereien der Wände sowie die architektonischen Perspektiven der Kuppel.





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