Themenwoche Libyen – Kufra-Oasen

Donnerstag, 23. November 2017 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Al Jawf © NASA

Al Jawf © NASA

Die Kufra-Oasen sind eine Oasengruppe im Südosten von Libyen 950 Kilometer südlich von Banghazi, mit einer Fläche von 8793 km². Sie sind namensgebend für das libysche Munizip al-Kufra und beherbergen einen Großteil von dessen Bevölkerung. Zentrum der Kufra-Oasen und Hauptstadt von al-Kufra ist al-Dschauf (Al Jawf). Im Februar 2012 hatte Kufra etwa 40.000 Einwohner. Ursprünglich waren die Oasen von nilosaharanischen TubuBeduinen bewohnt. Um 1730 wurden sie durch Angriffe von Arabern aus der Kyrenaika vertrieben und mussten sich ins Tibestigebirge zurückziehen. Zwar gelang es 1879 dem Deutschen Gerhard Rohlfs als erstem Europäer, bis zu den Kufra-Oasen vorzudringen, doch wurden diese 1895 Zentrum des Sanussiya-Ordens und waren für europäische Reisende nicht mehr zugänglich.

Ab 1911 waren die Oasen ein Zentrum des Widerstands der Sanussiya gegen die italienische Kolonialherrschaft. Erst am 19. Januar 1931 konnten italienische Truppen unter Graziani die Oasen erobern und den libyschen Widerstand in Italienisch-Libyen endgültig brechen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie schon im März 1941 von den Freien Franzosen aus dem Tschadgebiet zur Kapitulation gezwungen. Das von den Italienern gebaute Flugfeld wird selten angeflogen.

Al Jawf © NASA 'Great Man Made River' © Danmichaelo/cc-by-sa-3.0 © Cnes - Spot Image
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'Great Man Made River' © Danmichaelo/cc-by-sa-3.0
In den 1970er Jahren wurden in dem Gebiet mehrere große Bewässerungsprojekte gegründet, die vor allem durch die kreisrunden Felder, die künstlich bewässert werden, bekannt wurden. Die langfristige Zukunft der Kufra-Oase ist ungewiss. In den letzten 30 Jahren wurde die Oase mit 4500 bis 5000 Jahre altem fossilem Grundwasser aus dem Nubischen Sandstein-Aquifer (Nubian Sandstone Aquifer) bewässert. Aufgrund des vorherrschenden hyperariden Klimas findet fast keine Grundwasserneubildung in diesem Aquifersystem statt.

Der Wasserspiegel des Aquifers wurde durch die massive Nutzung (Great-Man-Made-River-Projekt) der letzten Jahre um ca. 60 Meter abgesenkt. Offiziell gibt es keine Informationen mehr über den Wasserspiegelstand in der Oase, da eine solch massive Absenkung auch die Nachbarländer Sudan, Niger und Tschad betreffen kann. Wird dieser Raubbau fortgesetzt, so könnte die Oase in ein paar Jahren ausgetrocknet sein.

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