Themenwoche Katar

Montag, 22. August 2016 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Themenwochen

Museum of Islamic Arts Park © flickr.com - Mohamod Fasil/cc-by-2.0

Museum of Islamic Arts Park © flickr.com – Mohamod Fasil/cc-by-2.0

Katar ist ein Emirat an der Ostküste der arabischen Halbinsel am Persischen Golf. Das Land wird als absolute Monarchie regiert. Staatsreligion ist der Islam, und die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Der Staat Katar liegt auf einer Halbinsel und grenzt im Süden an Saudi-Arabien. Vor der Küste im Nordwesten liegt das Königreich Bahrain. Von Süden nach Norden dehnt sich das Land rund 180 km, von Westen nach Osten 80 km aus. Das Staatsgebiet schließt einige Inseln ein. Die Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Doha. Die Gesellschaft Katars ist streng islamisch geprägt. Der Islam ist Staatsreligion. Die einheimische Bevölkerung hängt dem orthodoxen sunnitischwahhabitischen Islam an. Nach außen hin gibt sich das Land liberal, Homosexualität ist in Katar allerdings verboten.

Der Perlenhandel war seit der Dilmunkultur 3200 v. Chr., die auf Bahrain beheimatet war und Handelsbeziehungen bis nach Indien aufwies, die wichtigste Einnahmequelle Katars, bevor die Naturperlen durch billigere Zuchtperlen ersetzt wurden und viele Menschen dadurch ihre Existenzgrundlage verloren. Nach 1930 brach die Hochkonjunktur des Perlenhandels im Golf durch das Aufkommen japanischer Zuchtperlen weitgehend zusammen. Dies führte zu einer schweren Wirtschaftskrise, die viele Katarer zur Auswanderung zwang. Katar hat nach Russland und Iran mit einem Anteil von 14 % die weltweit drittgrößten konventionellen Erdgasreserven. Etwa 60 % des Bruttoinlandsprodukts werden heute noch mit den fossilen Naturschätzen Gas und Erdöl erwirtschaftet. Daneben verfügt Katar über abbauwürdige Kalkstein-, Kies-, Ton- und Gipsvorkommen. Als 1938 erstmals Öl am Jabal Dhukan gefunden wurde, bot sich Katar die Chance einer neuen Einnahmequelle, um die Verluste durch den zusammengebrochenen Perlenhandel auszugleichen. Bereits ein Jahr danach begann die kommerzielle Förderung, aufgrund des Zweiten Weltkrieges verließ jedoch erst 1949 katarisches Öl das Land. In der Folge kam es zu einem Ölboom. Das gut ausgebaute Straßennetz umfasst etwa 1.300 km. Es bestehen Straßenverbindungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Die bedeutendsten Häfen sind Ras Laffan, wo neben Stückgut und Containern im Wesentlichen Gas verladen wird, und Umm Sa’id, wo Massengut und Stückgut sowie Öl umgeschlagen werden. Der Hafen der Hauptstadt Doha wird hauptsächlich von Dhaus angelaufen, die auf den traditionellen Routen des Persischen Golfes, jedoch auch bis Südindien verkehren. Eine neue kleine Hafenanlage in der Bucht von Doha ermöglicht auch hier den Umschlag von Stückgut und Containern. Die Häfen von al-Chaur (nördlich von Doha) und al-Wakra (südlich von Doha) sind im Wesentlichen Fischereihäfen mit geringem Küstenschifffahrtsverkehr. Ar-Ruwais an der Nordküste ist ein reiner Fischereihafen. Der internationale Flughafen von Doha wird täglich von mehreren europäischen Hauptstädten aus angeflogen und beherbergt die Fluggesellschaft Qatar Airways. Der Tourismus ist volkswirtschaftlich bedeutungslos.

Zubara Fort © flickr.com - Rafeek Qatar/cc-by-sa-2.0 Museum of Islamic Arts Park © flickr.com - Mohamod Fasil/cc-by-2.0 Al Jazeera English Newsdesk in Doha © Wittylama/cc-by-sa-3.0 Al Wakrah Souq © flickr.com - Mohamod Fasil/cc-by-2.0 Doha skyline at night © Nuroptics/cc-by-sa-3.0 Commercial District in Doha © flickr.com - UNCTAD/cc-by-sa-2.0
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Museum of Islamic Arts Park © flickr.com - Mohamod Fasil/cc-by-2.0
Katar hat 2008 ein mittelfristiges Entwicklungsprogramm für eine leistungsfähige Infrastruktur unter dem Motto Qatar National Vision 2030 aufgelegt. Mit einem geschätzten Aufwand von 50 Milliarden US-Dollar soll der Wüstenstaat zu einem der modernsten der Welt entwickelt werden. Planerisch konkretisiert wurden bereits folgende Projekte: Ende 2009 hat die Deutsche Bahn den Auftrag erhalten, in Katar ein 325 Kilometer umfassendes Schienenverkehrsnetz für den Personen- und Güterverkehr aufzubauen. Dazu gehört eine für 350 km/h Höchstgeschwindigkeit trassierte 180 Kilometer lange Schnellfahrstrecke, die den Flughafen über Doha mit dem Nachbarland Bahrain verbindet, eine 100 Kilometer lange Verbindungsstrecke nach Saudi-Arabien, die eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erlauben wird und der Aufbau eines 300 Kilometer langen regionalen Stadtbahnnetzes, unter anderem mit vier Linien in Doha, die Doha Metro.

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Das Museum für Islamische Kunst, eröffnet 2008, sowie das Arabische Museum für moderne Kunst, eröffnet 2010, befinden sich in der Hauptstadt Doha (bzw. im zweiten Fall nahe davon in der Peripherie). Diese zwei Museen zeigen Teile der herausragenden internationalen Kunstsammlungen des Herrscherhauses. Jährlich werden rund 1 Milliarden US-$ für den Zukauf von Kunstwerken eingesetzt. Die Schwester des amtierenden Emirs, Scheicha Al-Mayasa bint Hamad bin Khalifa Al Thani, ist die Vorsitzende der Museumsbehörde des Emirates Katar (Qatar Museums Authority). Bereits ihre Mutter, Scheicha Musa bint Nasser al-Missned, hat sich herausragend um die Entwicklung des Landes verdient gemacht. Sie ist Vorsitzende der Qatar Foundation und seit 1998 Präsidentin des Obersten Rates für Familie. Zudem ist sie Vizepräsidentin des Obersten Rates für Bildung sowie des Obersten Rates für Gesundheit. 2003 wurde sie von der UNESCO zur Sonderbeauftragten für Bildung berufen und ist seit 2010 im Un-Beirat für die Millenniums-Entwicklungsziele für Bildung zuständig sowie seit 2012 im Lenkungsausschuss der UN-Global Education First Initiative. Sie setzt sich mit ihrer Stiftung, der Qatar Foundation for Education, Science and Community Development (QF) für einen Wandel Katars zu einer Wissensgesellschaft ein. Sie gilt als treibende Kraft bei der Errichtung der Education City Katars.

Der Nachrichtensender Al Jazeera hat seinen Sitz in Katar. An englischsprachigen Zeitungen werden The Peninsula, die Gulf Times, Qatar Tribune und die Khaleej Times aus Dubai gelesen. Zunehmend sind auch sozialkritische Artikel zu lesen, die insbesondere die Lage der nicht-katarischen Arbeiter behandeln.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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