Themenwoche Kärnten – Villach

Donnerstag, 25. Dezember 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

View across the Drava river towards the cross church in Perau © Hrald/cc-by-sa-3.0

View across the Drava river towards the cross church in Perau © Hrald/cc-by-sa-3.0

Villach ist die zweitgrößte Stadt Kärntens, siebtgrößte von ganz Österreich und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Österreich sowie im Alpen-Adria-Raum. Villach, eine Statutarstadt, ist auch die größte Stadt Österreichs, die nicht Hauptstadt eines Bundeslandes ist. Villach wurde 1997 im Rahmen der Alpenkonvention zur ersten Alpenstadt des Jahres gekürt. 2014 erhielt die Stadt eine europaweite Auszeichnung für ihr Engagement im Bereich Umweltschutz und erneuerbare Energien. Das Stadtgebiet liegt am westlichen Rand des Klagenfurter Beckens am Zusammenfluss der Drau mit der Gail. Seit 1985 wird jährlich der Kulturpreis der Stadt Villach verliehen.

Der Hauptplatz ist ein großzügig angelegter Straßenplatz im Verhältnis Eins zu Acht. Die Anlage datiert aus dem 12. Jahrhundert, mit leicht geschwungenen Baulinien und geschlossen wirkender Platzwand, unterbrochen durch schmale Gassen, Letztere zum Teil mit Schwibbögen (Ankershofen- und Karlgasse). Zudem stehen zwei historisch wichtige Gebäude am Hauptplatz, einerseits das Haus, in dem der Arzt und Philosoph Paracelsus Theophrastus, eine Zeit lang, gewohnt hat, andererseits das Geburtshaus von Dr. Anton Ghon. Beide Gebäude befinden sich, wenn man aus Richtung Hauptbahnhof kommt, auf der Rechten des Platzes. Am Unteren Hauptplatz vor dem damaligen Rathaus ist ein Steinpfahl aufgestellt. Bereits im 15. Jahrhundert stand der Pranger ungefähr an dieser Stelle, die so zentral gewählt wurde, dass beinahe jedermann daran vorbei gehen musste. Um 1800 wurde er entfernt, in der Uferschutzmauer der Draulände eingemauert und galt rund 150 Jahre als verschollen. Erst beim Abbruch dieser Mauer am 12. Oktober 1959 gelangte die sechsseitige Bekrönung des ehemaligen Prangers wieder ans Tageslicht. Der heutige Villacher Pranger stellt eine Kopie dar, das Original steht im Hof des Museums in der Widmanngasse. Einzigartig unter den vielen erhalten gebliebenen österreichischen Prangern ist die bildhafte Darstellung der möglichen Strafen bei bestimmten Vergehen. Am pyramidenförmigen Aufsatz sind vier drakonische Strafen als drastische Abschreckung in Stein gemeißelt.

Main Square © Johann Jaritz/cc-by-sa-3.0-at View towards mount Gerlitzen © Johann Jaritz/cc-by-sa-3.0 Lake Faak and Karawanken mountains © Hpschaefer/cc-by-sa-3.0 Historic centre © Hpschaefer/cc-by-sa-3.0 Historic city centre © Roland Ster/cc-by-sa-3.0 View across the Drava river towards the cross church in Perau © Hrald/cc-by-sa-3.0
<
>
View across the Drava river towards the cross church in Perau © Hrald/cc-by-sa-3.0
Die Lederergasse liegt im Nordwestteil an der ehemaligen Stadtmauer in der Villacher Innenstadt. Sie gehört zum Viertel westlich des Hauptplatzes. Die alte Gasse erhielt ihren Namen von den Handwerkern, die hier ihre Manufakturen hatten. Heute ist sie Teil der Fußgängerzone. Waren es die Lederer auf der Westseite, so waren es auf der Ostseite die Gerber, die für die Namensgebung der Gasse parallel zum Draufluss Pate standen. Das Hegerhaus ist als spätgotisches Handwerkerhaus neben dem oberen Tränktor unter Einbeziehung der ehemaligen Stadtmauer (Nordseite) errichtet worden. Nach schweren Kriegsbeschädigungen verfiel das Haus fast bis zur Abbruchsreife. In den Jahren 1977-1978 wurde es von Hilda Heger durch Architekt DI Peter H. Kulterer vor dem Verfall gerettet, innen und außen in Stand gesetzt und revitalisiert.

Das seit 1873 bestehende Stadtmuseum ist in einem historischen Bürgerhaus im Stadtzentrum untergebracht. Mit seinen Sammlungen dokumentiert es Geschichte, Kunst und Kultur des Villacher Raumes. Im Museumsjahrbuch “Neues aus Alt-Villach” werden seit 1964 Forschungsergebnisse und Museumsaktivitäten veröffentlicht. Zum Museum gehört auch die große topographische Landschaftsdarstellung “Relief von Kärnten” im Schillerpark. Villach war Zentrum der Villacher Schule, einer Werkstatt für Malerei und Schnitzkunst, die im 15. und 16. Jahrhundert künstlerisch gestaltete Arbeiten, vorwiegend Sakralkunst (Flügelaltar, Fresko), im spätgotischen Stil produzierte. Ihre bedeutendsten Vertreter waren Friedrich von Villach und dessen Schüler Thomas von Villach.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

Lesen Sie mehr auf Stadt Villach, Villach Tourismus und Wikipedia Villach. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



Das könnte Sie auch interessieren:

La Spezia in Ligurien

La Spezia in Ligurien

[caption id="attachment_153267" align="aligncenter" width="590"] L'arsenale © William Domenichini/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]La Spezia ist eine Stadt in der norditalienischen Region Ligurien und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Mit 95.000 Einwohnern ist La Spezia die zweitgrößte Gemeinde der Region, nach der Regionalhauptstadt Genua. Die Stadt liegt am östlichen Ende der Riviera di Levante und der Region Ligurien, wenige Kilometer von der Regionalgrenze zur Toskana entfernt. Sie liegt an einem tiefen Naturg...

Themenwoche Katar - Lusail

Themenwoche Katar - Lusail

[caption id="attachment_162919" align="aligncenter" width="590"] © lusail.com[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Lusail (auch als Lusail City) ist ein Urbanisierungsprojekt entlang der Ostküste unmittelbar nördlich der Stadt Doha, der Hauptstadt von Katar. Die Planstadt wird auf einer bisher kaum bebauten rund 35 Quadratkilometer großen Wüstenfläche beginnend am West Bay Complex Canal im Nordosten Dohas errichtet. Die Fläche erstreckt sich sieben Kilometer nördlich an der Küste und verläuft bis fünf Kilometer landeinwärts. A...

Maskat im Oman

Maskat im Oman

[caption id="attachment_27265" align="aligncenter" width="590"] Al-Khuwair neighborhood © Joe Castleman/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Maskat ist die Hauptstadt Omans und liegt im gleichnamigen Gouvernement Maskat. Der Name bedeutet Ort des Fallens, was von der Nutzung als Ankerplatz oder von den steil abfallenden Bergen abgeleitet werden kann. Die eigentliche Stadt hat nur ca. 30.000 Einwohner, zusammen mit ihren Vororten Matrah, Ruwi, Qurum und Sib bildet sie die Gemeinde Maskat. Die Stadt liegt an der Küste im Nord...

Themenwoche Amsterdam - Albert Cuyp Markt, größter Wochenmarkt in Europa

Themenwoche Amsterdam - Albert Cuyp Markt, größter Wochenmarkt in Europa

[caption id="attachment_25859" align="aligncenter" width="590"] © flickr.com - yeowatzup/cc-by-2.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Der Albert-Cuyp-Markt ist der größte Tagesmarkt in Amsterdam und der bekannteste in den Niederlanden. Seinen Namen hat der Markt von dem niederländischen Landschaftsmaler Albert Cuyp. Der Markt, de Cuyp, wie er im Volksmund genannt wird, in der Albert Cuypstraat im Amsterdamer Stadtviertel De Pijp wurde 1904 als Samstagsmarkt mit Handkarren und Straßenverkäufern eröffnet. Seit 1912 wird er ...

Les UX in Paris

Les UX in Paris

[caption id="attachment_4385" align="aligncenter" width="590" caption="Pantheon in Paris © Manfred Heyde"][/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]les UX ist die Bezeichnung einer seit den 1970er Jahren agierenden französischen Untergrundorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, in geheimen, zumeist nächtlichen Aktionen mit Eigenfinanzierung versteckte Ecken von Paris wiederzubeleben und verwahrloste Kulturgüter zu reparieren, um die sich die Stadtverwaltung nicht oder nicht in ausreichendem Maße kümmert. Die Idee stammt urspr...

Gmunden am Traunsee

Gmunden am Traunsee

[caption id="attachment_161114" align="aligncenter" width="590"] Aerial view of Gmunden and Ort Castle © Hannesrb[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Gmunden ist eine am Nordufer des Traunsees gelegene Stadt mit 13.000 Einwohnern im oberösterreichischen Salzkammergut. Gmunden ist der Verwaltungsstandort des gleichnamigen Bezirks und somit Sitz der Bezirkshauptmannschaft. Die Stadt ist bekannt als Herkunftsort der Gmundner Keramik mit ihrem charakteristischen weiß-grün geflammten Dekor. Während der k. u. k. Monarchie galt Gmunden als...

Return to Top ▲Return to Top ▲
Bergerac on the Dordogne river © Swanzack
Bergerac an der Dordogne

Bergerac ist eine Stadt in der französischen Region Aquitanien und mit 27.433 Einwohnern nach Périgueux die zweitgrößte Stadt im Département...

© Johann Jaritz/cc-by-sa-3.0-at
Themenwoche Kärnten – Maria Wörth

Maria Wörth ist eine Gemeinde mit 1.500 Einwohnern im Bezirk Klagenfurt-Land. Die namensgebende Kirche wurde schon im 9. Jahrhundert als...

© ema-hamburg.org/cc-by-sa-3.0
Euro-Mediterran-Arabischer Länderverein

Die Euro-Mediterranean-Arab Association e. V. (EMA) ist ein deutscher Länderverein, der sich für die Zusammenarbeit zwischen Europa, insbesondere Deutschland, und...

Schließen