Themenwoche Indonesien – Kalimantan auf Borneo

Mittwoch, 22. Mai 2019 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Banjarmasin Floating Market © Muhammad Haris/cc-by-sa-4.0

Banjarmasin Floating Market © Muhammad Haris/cc-by-sa-4.0

Borneo ist eine Insel im Malaiischen Archipel in Südostasien. Mit einer Fläche von 751.936 km² ist sie nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt und die größte Insel Asiens. Borneo ist aufgeteilt zwischen den drei Staaten Indonesien, Malaysia und Brunei. In Indonesien wird die ganze Insel Kalimantan genannt. Teilweise wird die Bezeichnung Kalimantan im engeren Sinne auf den indonesischen Teil der Insel bezogen, unter anderem wegen der Benennung der fünf indonesischen Provinzen auf Borneo: West-, Süd-, Ost-, Nord- und Zentralkalimantan ergeben insgesamt Kalimantan im Sinne von “indonesische Provinzen auf Borneo”. Die größten Städte im indonesischen Teil sind: Banjarmasin, Pontianak, Balikpapan, Samarinda und Loa Janan.

Borneo liegt im Zentrum des gesamten Malaiischen Archipels. Ringsum liegen die Malaiische Halbinsel und Sumatra im Westen, Java und die Kleinen Sundainseln im Süden, Sulawesi im Osten und die Philippinen im Nordosten. Umgebende Gewässer sind im Norden und Westen das Südchinesische Meer, im Süden die Javasee (die Verbindung ist die Karimata-Straße), im Osten die Straße von Makassar und die Celebessee sowie im Nordosten die Sulusee. Nördlich Borneos liegt die größte malaysische Insel Banggi. Nordöstlich vorgelagert liegen die Turtle Islands, um die der Nationalpark Turtle Islands Park of Sabah 1976 etabliert wurde.

Das größte Flusssystem Borneos ist der Kapuas in Westkalimantan mit einer Länge von 1143 km. Weitere große Flüsse sind der Mahakam in Ostkalimantan mit 980 km, der Barito in Süd-Kalimantan mit 880 km, der Rajang in Sarawak mit 562,5 km und der Sungai Kinabatangan mit 560 km.

Im Norden sind der Küste die zum Distrikt Kudat gehörenden Inseln Pulau Balambangan, Pulau Banggi, Pulau Malawali und Pulau Matunggong vorgelagert, östlich davon die zum Distrikt Beluran gehörenden Inseln Pulau Jambongan und Pulau Tigabu, im Süden die zum Distrikt Semporna gehörenden Inseln Pulau Bohayan, Pulau Tabawan, Pulau Timbun Mata, Pulau Mata Pahi, Pulau Bohey Dulang und Pulau Omadal. Weiter im Süden liegt die Insel Sebatik, die teilweise zu Malaysia, zum Distrikt Tawau und teilweise zu Indonesien, zur Provinz Kalimantan Timur gehört. Nach Osten hin schließt sich hier der Sulu-Archipel an, der aber bereits zu den Philippinen gehört. Im Süden findet sich die zur indonesischen Provinz Kalimantan Selatan gehörende Insel Laut.

Samarinda © Hendrojkson/cc-by-sa-4.0 Santo Yosef Cathedral in Pontianak © flickr.com - baka_neko_baka/cc-by-2.0 Manggar Beach in Balikpapan © Arief Rahman Saan Banjarmasin Floating Market © Mahfud651/cc-by-sa-4.0 Banjarmasin Floating Market © Muhammad Haris/cc-by-sa-4.0 Islamic Center Tarakan © Si Gam
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Santo Yosef Cathedral in Pontianak © flickr.com - baka_neko_baka/cc-by-2.0
Borneo ist mit über 750.000 km² mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Die Küste der Insel ist insgesamt 4971 km lang und ist relativ unzugänglich, obwohl überwiegend flach, im Tief- oder auch Schwemmland. Borneo liegt auf dem Äquator, der die Insel etwas südlich ihrer Mitte schneidet. Dem Klima entsprechend ist die natürliche Vegetation, wo immer die Bodenverhältnisse (Wasser) es zulassen, zur Sukzession bis zum Wald in der Lage, der sich folglich als tropischer Regenwald ausbildet (potentielle natürliche Vegetation), ab einer bestimmten Höhe als Bergregen- und Nebelwald und auf niedrigster Höhe (an den Küsten) zum Teil direkt oder mit den Torfmoorwäldern als Zwischenzone in Mangrovensümpfe übergehend. Damit trug Borneo, bis weit ins Hügelland und niedrigeres Gebirge, einige zu sumpfige oder zu hoch gelegene Bereiche ausgenommen, unter natürlichen Bedingungen das drittgrößte zusammenhängende Gebiet tropischen Tiefland-Regenwaldes der Erde, nach dem Amazonasgebiet und Zentralafrika (Kongobecken). Aus diesem Umstand (und nicht etwa wie auch immer zu erklärender erschwerter Zugänglichkeit) resultiert auch die (traditionell; relativ) schwache Besiedlung, da Borneo, anders als einige weitere Sundainseln, nicht in gleicher Art vom Vulkanismus profitiert und daher weitestgehend die typischen lessivierten oder sonst wenig fruchtbaren Tropenböden aufweist, auf denen die meisten tropischen Regenwälder stehen. Diese dichten, als Wildnis erscheinenden Wälder sind jedoch nicht generell als Urwald zu betrachten, da schon die traditionellen Bewohner der Insel meist keine reinen Jäger und Sammler waren, sondern angepassten Brandrodungswanderfeldbau betrieben. Dieser ist bei geringer Bevölkerungsdichte für das Ökosystem zu vertragen, solange die Vegetation genug Zeit zur Regeneration hat und ausreichend große Rückzugsgebiete für sensible Arten bleiben. Bei schonender Bewirtschaftung ist es zum Teil schwierig zwischen Primär- und Sekundärwäldern zu unterscheiden (Natürlichkeit von Wäldern). Seit den ersten Erschließungen der Kolonialzeit und mit den modernen Ausweitungen nicht nachhaltiger Nutzung und den Migrationen seit deren Ende haben sich diese Verhältnisse jedoch völlig gewandelt und die natürlichen Landschaften Borneos sind einer immer stärkeren Zerstörung ausgesetzt.

An Bodenschätzen gewinnt man Kohle und Erdöl. Hauptsächlich wird in der Landwirtschaft Kopra, Sago und Kautschuk hergestellt. Im Südosten wird zudem Pfeffer angebaut. Von großer Bedeutung ist die Holzwirtschaft (Tropenhölzer). Diese werden in “selektivem” Holzeinschlag ausgebeutet, der jedoch vorrangig nicht zur Schonung des Waldes so betrieben wird im Sinne von nachhaltiger Forstwirtschaft, sondern wegen der relativen Verstreutheit der nutzbaren Bäume von wirtschaftlichem Interesse. Die letztlich staatlich wenig kontrollierte Abholzung hat dazu geführt, dass die Regierungen auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene in die Kritik geraten sind. Nach der schließlich vollständigen Rodung des Dschungels entstehen riesige Monokulturen von PalmölPlantagen.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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