Themenwoche Indien – Bangalore

Mittwoch, 24. April 2019 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Bangalore Palace © Nikkul/cc-by-sa-3.0

Bangalore Palace © Nikkul/cc-by-sa-3.0

Bangalore (offizieller Name seit 2014; Kannada: Beṅgaḷūru) ist die Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka im Südwesten des Subkontinents. Mit über 12 Millionen Einwohnern ist sie nach Mumbai und Delhi die drittgrößte Stadt Indiens. Bangalore ist auch Verwaltungssitz der Distrikte Bengaluru Urban und Bengaluru Rural. Bangalore ist ein Zentrum der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrtindustrie und -forschung Indiens. In jüngerer Zeit hat es sich zudem zu einem der wichtigsten IT-Zentren des Landes entwickelt. Biotechnologie ist ein weiterer, stark wachsender Wirtschaftszweig in Bangalore. Knapp 100 der 240 indischen Biotechnologiefirmen haben ihren Sitz in Bangalore, unter anderem Biocon (in der Liste der weltweit umsatzstärksten Biotechnologiefirmen derzeit auf Rang 16) und Sartorius mit einem 2009 neu eröffneten Campus. Wegen der zahlreichen Parkanlagen wird von Bangalore auch oft als der “Gartenstadt” gesprochen.

Aufgrund der relativ breiten wohlhabenden Mittelschicht rund um die IT-Industrie hat sich ein großes, westlich geprägtes Konsumangebot mit Einkaufszentren, Multiplex-Kinos, Restaurants, Pubs und Bars und einem vergleichsweise aktiven – wenn auch nicht mit westlichen Verhältnissen vergleichbaren – Nachtleben entwickelt. Die Jugend der Stadt ist mode- und techniktrendbewusst. Restaurants bieten überwiegend vegetarische Gerichte aus verschiedenen Regionen Indiens an, einige zudem chinesisches und westliches Essen. Westliches Fast Food ist mittlerweile in vielen Stadtteilen erhältlich – im Oktober 2004 wurde die erste McDonald’s-Filiale in dem damals sehr modernen Einkaufszentrum “Forum” im Stadtteil Koramangala zwischen Hosur-Straße und Marigowda-Straße eröffnet, inzwischen gibt es auch Filialen unter anderem von KFC (deren erste Filiale 1996 noch unter Protesten der Bevölkerung in Betrieb genommen wurde), Pizza Hut, Pizza Corner, Domino’s Pizza und in der Stadtmitte ein Hard Rock Cafe. In den zahllosen Supermärkten der Stadt kann man sich ebenfalls mit “westlichem” Essen eindecken. Bangalore ist weiterhin bekannt für seine Seidenprodukte und seine Sandelholz-Schnitzereien.

Auch die Nachbarschaft zu ausgedehnten Slums dokumentiert das oft extreme Gefälle der indischen Gesellschaft. Nach einer Zählung aus dem Jahr 2001 leben etwa 346.000 Einwohner (etwa 8,1% der damaligen Bevölkerung) Bangalores in Slums. In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Bangalore im Jahre 2018 den 160. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit. Die Stadt lag damit im indischen Vergleich hinter Hyderabad und Pune (beide Platz 142), aber vor Mumbai (Platz 154), Kalkutta (Platz 160) und Delhi (Platz 162).

Mysore Palace Gate © Arshad.ka/cc-by-sa-4.0 Old Bangalore Fort © Pavithrah/cc-by-sa-3.0 Bangalore Palace © Nikkul/cc-by-sa-3.0 Begur Nageshwara Temple © Dineshkannambadi/cc-by-sa-3.0 Central Tower at Feedom Park © Diham/cc-by-3.0 Lalbagh Botanical Gardens © Stylistica/cc-by-3.0
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Begur Nageshwara Temple © Dineshkannambadi/cc-by-sa-3.0
Die Infrastruktur der Stadt kann mit der rasanten Bevölkerungsentwicklung der letzten 20 Jahre kaum mithalten. Neben völlig überlasteten Bussen mit häufig noch antiquierter Technik und einer Armada von Autorikschas – offenen, auf Motorrollertechnik basierenden Dreirädern für zwei Passagiere – sind inzwischen auch Taxis im Einsatz. Bangalore ist weltweit die Stadt mit den meisten Motorrädern und -rollern. 2011 wurde der erste Abschnitt der Metro Bangalore eröffnet. Derzeit ist ein 6,7 Kilometer langer Abschnitt mit sechs Bahnhöfen in Betrieb.

Bangalore wird auch die “Gartenstadt” genannt, da sie für indische Maßstäbe eine hohe Zahl von Parks besitzt. Die größten sind Lal Bagh, ein schöner Park mit sehenswertem Glashaus und Blumenbeeten, und Cubbon Park. Weitere Sehenswürdigkeiten sind Vidhana Soudha (das Parlament) und der Karnataka High Court – der Hauptsitz des obersten Bundesstaatsgerichts –, sowie viele kleine und große Tempel und mehrere christliche Kirchen. Der größte, aber nicht unbedingt schönste Tempel ist ein ISKCON-Krishna-Tempel.

Die Lehmwälle, die Kempe Gowda beim Bau der Festung 1537 anlegen ließ, genügten Hyder Ali nicht. Er ließ sie durch Steinmauern ersetzen und einen Graben ziehen. Die Tore und Bögen wurden im islamischen Stil gebaut. Da Hyder Ali Andersgläubige tolerierte, entstand unter seiner Herrschaft ein kleiner Ganesh-Tempel innerhalb der Festungsmauern. Heute sind Teile der Mauern als Folge des Straßenbaus niedergerissen worden; für den Bau des Victoria-Hospitals wurde ein Graben zugeschüttet. Von den acht Toren ist nur noch das Delhi-Tor geblieben.

Die Parkanlage Lal Bagh südlich des Stadtzentrums wurde 1740 von Hyder Ali gegründet. Sie ist reich an tropischen und subtropischen Pflanzen, die zum Teil von Tippu Sultan importiert wurden und beherbergt einen Botanischen Garten (Lal Bagh Botanical Gardens).

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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