Themenwoche Georgien – Zchinwali

Donnerstag, 26. November 2020 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Tskhinvali balcony © Alaexis/cc-by-sa-4.0

Tskhinvali balcony © Alaexis/cc-by-sa-4.0

Zchinwali ist eine Stadt in der Zchinwali-Region. Sie ist Hauptstadt der umstrittenen und international nur von einigen Staaten anerkannten Republik Südossetien, die völkerrechtlich zu Georgien gehört und dort als Teil der Region Innerkartlien betrachtet wird. Zchinwali liegt im Großen Kaukasus am Ufer des Großen Liachwi. 1940 wurde Zchinwali an das georgische Eisenbahnnetz angeschlossen. Es ist ein regionales Industriezentrum mit Sägewerken, Lebensmittel-, Textil- und Chemiefabriken.

Vor der Stadt, im Dorf Ergneti, lag ein großer Schwarzmarkt für geschmuggelte Güter aus Russland, der vor allem von Händlern aus dem nördlichen Georgien aufgesucht wurde. Er wurde im Sommer 2004 von den georgischen Behörden geschlossen. Seit 2008 untersteht ganz Südossetien der Kontrolle der nur von wenigen Staaten anerkannten Republik Südossetien, Russland investierte seitdem massiv in den Wiederaufbau der Region.

Tskhinvali Synagogue © Alaexis/cc-by-sa-3.0 Former Gosbank office © Alaexis/cc-by-sa-3.0 Parliament of South Ossetia © comif.org/cc-by-sa-3.0 South Ossetia State University © Richard Foltz/cc-by-sa-4.0 Tskhinvali balcony © Alaexis/cc-by-sa-4.0 Tskhinvali Church cross © Alaexis/cc-by-sa-3.0
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South Ossetia State University © Richard Foltz/cc-by-sa-4.0
Südwestlich der Stadt Zchinwali befindet sich eine umfangreiche Militäranlage, welche aus der Sowjetzeit stammt und ursprünglich aus mehr als 60 Silos für atomare Interkontinentalraketen bestand. Dies ist auch Grund für den vergleichsweise hohen russischen Bevölkerungsanteil der Region. Georgien war 1990 eine der ersten Teilrepubliken die sich von der zerfallenden Sowjetunion lossagte. Im südossetischen Gebiet hingegen unterstützte die Mehrheit einen Verbleib bei der Sowjetunion. 1990 sagte man sich als eigenständige Sowjetrepublik von Georgien los, woraufhin georgische Truppen versuchten, das Gebiet zurückzuerobern. Im darauf folgenden südossetischen Konflikt von 1990 bis 1992 wurde Zchinwali stark beschädigt. Es kam zu Kriegsverbrechen, Häuser wurden gebrandschatzt. Zchinwali war zeitweilig in einen ossetisch kontrollierten westlichen Teil und einen georgisch kontrollierten östlichen Teil gespalten. Nach einem durch Russland vermittelten Waffenstillstand wurde Zchinwali 1994 Sitz der Gemeinsamen Kontrollkommission der georgisch-ossetisch-russischen Friedenstruppe unter Oberaufsicht der OSZE.

Während des Kaukasuskrieges 2008 griff die georgische Armee am 8. August Zchinwali an und besetzte Teile der Stadt. Dabei wurden große Teile Zchinwalis zerstört und auch zivile Ziele angegriffen. Daraufhin intervenierten russische Verbände in den Konflikt. Am 9. August zogen sich die georgischen Truppen daher wieder aus der Stadt zurück. Eine Analyse der Vereinten Nationen, die nach dem Ende der Kämpfe auf der Grundlage von Luftaufnahmen erstellt wurde, stellte fest, dass Teile der Altstadt nahe dem Großen Liachwi sowie Verwaltungsgebäude vollständig zerstört wurden. Die Zahl der schwer beschädigten und zerstörten Gebäude bei den Kämpfen um den 8. August 2008 lag demnach im Stadtgebiet bei etwa 250. Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow kündigte im Oktober 2008 an, Russlands Hauptstadt werde über 100 Millionen US-Dollar investieren, um neue Wohnhäuser, Schulen und Einkaufszentren zu errichten. Seit 2009 entsteht mit den Geldern der russischen Hauptstadt ein neuer Stadtteil Moskowski, in dem großzügige Wohnungen für ca. 800 ossetische Familien errichtet werden, die ohne Zuhause geblieben sind.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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