Themenwoche Galicien – Ourense

Mittwoch, 25. Februar 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Parroquia Maria Auxiliadora Collegiate Church © Zarateman

Parroquia Maria Auxiliadora Collegiate Church © Zarateman

Ourense ist eine Stadt im Nordwesten Spaniens am Rio Miño. Sie ist Regierungssitz der gleichnamigen Provinz. Der Name der Stadt leitet sich möglicherweise von “la ciudad del oro” (Auriense, die Stadt des Goldes) ab und beschreibt die enormen Vorkommen des Edelmetalls, das am Fluss gefunden werden konnte. Eine weitere Theorie besagt, dass die Römer der Stadt den Namen Aquae Urentes (brennende Wasser) wegen der As Burgas genannten Schwefelquellen gaben. Burgas wiederum entstammt wohl dem lateinischen burca für “Becken”. Die Römer ließen sich in dem Gebiet des heutigen Ourense nieder, da sie die heißen Quellen als Thermal- und Heilbrunnen schätzten. Sie errichteten eine Brücke über den Fluss, die Puente Romano (gal. Ponte Vella für “Alte Brücke”), und schufen damit einen wichtigen Verbindungsweg.

Als Bischofssitz erlangte die Stadt in den folgenden Jahrhunderten Bedeutung als geistliches Zentrum, aber zunehmend auch als Handelsstadt. Im 13. Jahrhundert war Ourense aufgrund der geografischen Lage und durch seine große jüdische Gemeinde ein wichtiges Handelszentrum in Galicien. Der wirtschaftliche Niedergang setzte nach der Vertreibung der ourensanischen Juden im Jahre 1492 durch die Katholischen Könige ein. In den nachfolgenden Jahrhunderten nahm die Bedeutung Ourenses stetig ab. Bis zum 18. Jahrhundert gab es herrschaftliche Rechtsstreitigkeiten; trotzdem gedieh zu dieser Zeit der Handel mit Wein und Öl. Im 19. Jahrhundert stieg die Bedeutung der Stadt weiter, vor allem wegen neuer Verkehrswege. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte die Stadt eine bedeutende Rolle in der Verwaltung, im Verkehr und beim Handel. Die neue Brücke Ponte Nova und eine kleine Industriezone bildeten die Grundlage für die Entwicklung im Viertel von Ponte, aber auch die Infrastruktur in der historischen Stadt wuchs weiter. Eine lokale Zeitung und die Sparkasse Caixa de Aforros wurden gegründet, der Kultur- und Freizeitbereich entwickelte sich. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beendete man den Bau der Bahnstrecke Ourense–Zamora und schuf durch den Bau einer neuen Brücke einen weiteren Zugang nach Galicien. 1959 wurde mit der Sierra-de-la-Culebra-Linie eine schnelle Eisenbahnverbindung nach Madrid geschaffen. Diese Maßnahmen führten zu Wirtschaftswachstum, vermehrter Nachfrage nach Arbeitskräften und zu einer Ausweitung des Wohnmarktes.

Ourense Cathedral © flickr.com - Eladio Anxo Fernández Manso/cc-by-2.0 Main square © flickr.com - darioalvarez/cc-by-2.0 Jardines de las Burgas © Susana López Fernández/cc-by-sa-3.0 Ourense Cathedral © Jppaz/cc-by-sa-2.5 Roman bridge © flickr.com - Victor Hermida Prada/cc-by-2.0 Parroquia Maria Auxiliadora Collegiate Church © Zarateman
<
>
Ourense Cathedral © flickr.com - Eladio Anxo Fernández Manso/cc-by-2.0
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören:

  • Die Kathedrale ist im romanischen Übergangsstil des 12./13. Jahrhunderts errichtet und weist Einflüsse der Kathedrale von Santiago de Compostela auf. Das Kathedralemuseum bewahrt ein wertvolles Prozessionskreuz, das früher Enrique de Arfe zugeschrieben wurde, ein Kreuz aus Gagat (von einem Atelier aus León), ein Messbuch von 1494, das Missale Auriense, den Schatz des Heiligen Rosendo und eine Prozessionsmonstranz aus dem 17. Jahrhundert auf.
  • A Ponte Vella: Von der ersten römischen Brücke der Epoche von Augustus bleiben nur einige Steine. Durch den Ort führte eine Zweigstrecke der Römerstraße XVIII des Reiseplans von Antonino. Im 13. Jahrhundert wurde sie wiederaufgebaut, wobei man ihr das heutige Profil mit dem Spitzbogen verlieh, aber es dauerte bis in das 17. Jahrhundert, bis Melchor de Velasco sie zu ihrer heutigen Form vollendete. Der Turm, der im Stadtwappen erscheint, wurde im 19. Jahrhundert zerstört. In der Nähe der Brücke befindet sich die Capilla dos Remedios, eine Kapelle aus dem 16. Jahrhundert.
  • Santa María Madre: Die Vorgängerkirche der Kathedrale von Ourense wurde im Jahre 1722 abgerissen, um sie im Barockstil neu zu errichten. Von der ersten Basilika sind nur einige Säulen und Marmorkapitelle erhalten geblieben.
  • Santa Eufemia: Die Kirche des ehemaligen Jesuitenklosters wurde durch eine private Stiftung finanziert. Ihr Bau wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts begonnen, aber die Vorderseite erst ein Jahrhundert später beendet, wie die Inschrift an der Türe zeigt. Ihr Erbauer ist Plácido Iglesias. Nach der Auflösung des Jesuitenordens wurde sie als Pfarrkirche genutzt. Ihre Hauptfassade ist im Stil des Barock gestaltet und zeichnet sich durch Pracht und Kurvenlinien aus. Sie passt sich durch ihre konkave Form an die umliegenden Gebäude an. Ihr Grundriss ist ein lateinisches Kreuz mit drei Längsschiffen. Sie ist mit einem großen Barockaltar ausgestattet und besitzt die Skulptur Cristo da Esperanza (“Christus der Hoffnung”). Nach der Kathedrale ist sie die größte Kirche der Stadt.
  • Santo Domingo: Ebenfalls durch eine Privatstiftung finanziert, wurde dieses Dominikanerkloster im 17. Jahrhundert gebaut, wobei man die umgekehrt orientierte Kirche im Stil der Renaissance bewahrte. Sie hat eine schlichte Vorderseite mit einem Portal, das durch geriefelte Säulen umrahmt ist. Darüber befindet sich ein Giebeldach mit einem kreisförmigen, unbearbeiteten Wappen mit einer Königskrone. Diese Einheit endet mit einigen kleinen Pyramiden. Die Gründung aus einem lateinischen Kreuz besteht aus einem einzigen Längsschiff, das von einem Kreuzgewölbe abgedeckt wird. Im Transept befindet sich eine Kuppel über Einsätzen. Es gibt dort interessante barocke Altaraufsätze.
  • San Francisco: Die Kirche der Franziskaner wurde im 14. Jahrhundert oberhalb der Stadt erbaut. Von ihr ist noch der Kreuzgang erhalten. Im Jahre 1929 versetzte man sie in den Park von San Lázaro. Die Vorderseite zeigt im oberen Teil eine Rosette und im unteren zwei Strebebögen, die ein dreifaches Gesims einrahmen. Sie hat Säulen mit glattem und geriefeltem Schaft, sowie pflanzenähnliche, tierähnliche und auch menschenähnliche (Dudelsackpfeifer) Kapitelle. Im Inneren befindet sich, abgesehen vom Altarraum, eine Holzdecke. Dort ist die Decke spitzförmig. Im Hauptteil gibt es verschiedene Grabstätten.
  • Palacio de Oca-Valladares / Liceo: Ein altes Adelshaus (Herzog von Osuna) und einer der wichtigsten Paläste der Renaissance in Galicien, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Er hat eine Vorderseite über zwei Stockwerke, mit fünf Wappen von verschiedenen galicischen Familien im Zentralbalkon. Diese wiederholen sich im inneren Säulenhof. Seit dem Jahre 1850 ist es der Sitz eines der ältesten Kulturvereine der Stadt, der Liceo Recreo.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

Lesen Sie mehr auf Ourense, Ourense Tourismus, spain.info – Ourense, Wikivoyage Ourense und Wikipedia Ourense. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




Das könnte Sie auch interessieren:

Diesen Beitrag teilen: (Vor Nutzung der Button Datenschutzregelungen beachten)

Themenwoche Neuseeland - Wellington

Themenwoche Neuseeland - Wellington

[caption id="attachment_150752" align="aligncenter" width="590"] Wellington Harbour © flickr.com - margaritanitz[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Wellington ist die Hauptstadt von Neuseeland und nach Auckland der zweitgrößte Ballungsraum des Landes. Sie hat 448.956 Einwohner und befindet sich an der Südspitze der neuseeländischen Nordinsel. Das Gebiet ist das politische und kulturelle Zentrum des Landes sowie Mittelpunkt der neuseeländischen Film- und Theaterindustrie. Der Rang als Kulturhauptstadt Neuseelands ist jedoch durch d...

[ read more ]

Die Wasserstadt Fürstenberg an der Havel

Die Wasserstadt Fürstenberg an der Havel

[caption id="attachment_151806" align="aligncenter" width="590"] Brandenburger Strasse with Havel church bell tower © Christopher Voitus/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Fürstenberg/Havel ist eine Stadt im Landkreis Oberhavel im Norden des Landes Brandenburg. Seit dem 19. Juli 2013 führt die Stadt die Bezeichnung "Wasserstadt" vor ihrem Namen. Das ursprüngliche Stadtgebiet von Fürstenberg gehörte bis 1950 als Teil des Fürstenberger Werders zum Land Mecklenburg. Das Gebiet von Fürstenberg ist naturräumlich überwi...

[ read more ]

Hengelo in der Provinz Overijssel

Hengelo in der Provinz Overijssel

[caption id="attachment_151601" align="aligncenter" width="590"] © Steven van der Wal[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Hengelo ist eine Stadt in der niederländischen Provinz Overijssel, in der Region Twente, etwa 7 Kilometer nordwestlich von Enschede, etwa 10 Kilometer südwestlich von Oldenzaal. Zur Gemeinde gehören auch die Dörfer Beckum und Oele. Um 1800 war Hengelo ein kleines Bauerndorf. Im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts siedelten sich hier Industriebetriebe an, was dazu führte, dass Hengelo sich stark entwi...

[ read more ]

Route des Grandes Alpes

Route des Grandes Alpes

[caption id="attachment_161304" align="aligncenter" width="590"] © www.tratti.de[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Ein legendärer Reiseweg für ein einzigartiges Abenteuer! Die 1937 eingeweihte Route des Grandes Alpes (französische Hochalpenstraße), die schönste Strecke der Bergrouten, die von Thonon-les-Bains bis nach Menton, vom Genfer See bis zum Mittelmeer, über 684 km und 16 Hochalpenpässe durch die höchsten Bergmassive der französischen Alpen führt - sechs von ihnen erreichen ihren höchsten Punkt bei über 2 000 Meter...

[ read more ]

Treasure Island in Kalifornien

Treasure Island in Kalifornien

[caption id="attachment_192788" align="aligncenter" width="590"] Headquarters Building at US Naval Station Treasure Island © Bruce C. Cooper/cc-by-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Treasure Island (deutsch Schatzinsel) ist eine künstlich aufgeschüttete Insel mit einer Fläche von ca. 2 km² in der Bucht von San Francisco in Kalifornien. Über eine schmale Landenge ist die Insel mit der natürlichen Yerba Buena Island verbunden und liegt somit etwa in der Mitte der San Francisco-Oakland Bay Bridge. Das Material zum Bau de...

[ read more ]

Porto Ercole auf Monte Argentario

Porto Ercole auf Monte Argentario

[caption id="attachment_150761" align="aligncenter" width="590"] Porto Ercole panorama © Matteo Vinattieri/cc-by-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Porto Ercole ist der kleinere der beiden Orte auf der Halbinsel Monte Argentario am Südrand der Toskana. Zusammen mit Porto Santo Stefano bildet es die Gemeinde Monte Argentario. Der Palazzo Cansani auf der Piazzetta di Santa Barbara entstand 1508, wurde aber durch einen Angriff von Korsaren, die Cheir ed-Din Barbarossa anführte, zerstört. Die Spanier bauten ihn wieder auf und nutzte...

[ read more ]

Themenwoche Elsass - Saint-Louis

Themenwoche Elsass - Saint-Louis

[caption id="attachment_150589" align="aligncenter" width="590"] Hôtel de l'Europe © Rauenstein/cc-by-sa-2.5[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Saint-Louis ist eine französische Gemeinde im Département Haut-Rhin. Mit 20.000 Einwohnern ist die Stadt die siebtgrößte Gemeinde im Elsass (die fünftgrößte außerhalb des Ballungsraumes Straßburg) sowie die drittgrößte des Oberelsass. Die Einwohner werden auf Französisch Ludoviciens (nach der lateinischen Form von Ludwig) genannt. Der deutsche Name der Stadt (Sankt Ludwig) ...

[ read more ]

Großer Basar in Teheran

Großer Basar in Teheran

[caption id="attachment_163291" align="aligncenter" width="590"] © Antoine Taveneaux/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Der Große Basar von Teheran (oder auch Grand Bazaar; persisch Bāzār-e bozorg) liegt in dem Stadtteil Basar im südlichen Zentrum von Teheran. Er ist weltweit der größte seinesgleichen und beherbergt Banken, Moscheen und Gästehäuser. Naturgemäß nimmt der Handel hier den größten Raum ein. Durch den Basar ziehen sich zahlreiche Korridore, die auf unterschiedliche Waren spezialisiert sind. Insgesam...

[ read more ]

Return to Top ▲Return to Top ▲
FLoating Instrument Platform seen from USNS Navajo © Military Sealift Command
FLIP, die FLoating Instrument Platform

Die FLoating Instrument Platform (Schwimmende Instrumentenplattform, offizielle Bezeichnung R/P FLIP) ist ein Forschungsschiff der United States Navy. Es gehört zum...

Barque Viking © Pär Henning
In Göteborg schreibt man keine Gedichte; man schreibt Rechnungen

Göteborg ist eine Großstadt in der schwedischen Provinz Västra Götalands län und den historischen Provinzen Västergötland und Bohuslän. Göteborg ist...

Carnota © Luis Miguel Bugallo Sánchez/cc-by-sa-3.0
Themenwoche Galicien

Galicien ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens mit 2,7 Million Einwohnern. Der Name geht auf die keltischen Gallaeker (lateinisch:...

Schließen