Themenwoche Ecuador – Cuenca

Freitag, 27. April 2018 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, UNESCO-Welterbe

Centro Histórico © flickr.com - amalavida.tv/cc-by-sa-2.0

Centro Histórico © flickr.com – amalavida.tv/cc-by-sa-2.0

Cuenca (von span. cuenca – “Becken”) ist mit rund 331.000 Einwohnern (420.000 im Großraum) die drittgrößte Stadt Ecuadors und Hauptstadt der Provinz Azuay. Sie liegt südlich von Quito, ihrem Namen entsprechend in einem andinen Hochlandbecken in 2450 bis 2600 m Höhe. Der Tomebamba durchfließt die Stadt, die kleineren Flüsse Machangara, Yanuncay und Tarqui passieren ihren Nord- bzw. Südrand. Cuenca wurde am 12. April 1557 durch den Gouverneur und Generalkapitän von Quito Gil Ramírez Dávalos als Santa Ana de los Cuatro Ríos de Cuenca gegründet. Den Auftrag dazu hatte er vom 3. Vizekönig von Peru, Andrés Hurtado de Mendoza, erhalten, der vor seinem Amtsantritt 1555 Gouverneur des spanischen Cuenca gewesen war.

Etwa 50 Jahre zuvor hatte hier in blutigen Kämpfen der Inka Túpac Yupanqui die Kañari-Indianer unterworfen. An der Stelle der Kañari-Siedlung Guapondelig wurde nun Tumipampa (Tomebamba) als religiöses und kulturelles Zentrum am Hauptweg von Cusco nach Quito errichtet. Als 1547 die ersten spanischen Chronisten Tumipampa erreichten, lag die Stadt in Trümmern. Schuld daran war vermutlich der Inka-Erbfolgekrieg zwischen Huáscar und Atahualpa, bei dem sich die Kañari-Indianer auf die Seite des unterlegenen Huáscar gestellt hatten, worauf eine Strafexpedition des siegreichen Atahualpa folgte. Der deutsche Archäologe Dr. Max Uhle entdeckte 1925 Grundmauern des Inka-Palastes Pumapunku (Pumapungo) und des Wiraqucha-Tempels. Auf den Grundmauern des Palastes befindet sich heute ein Museum der ecuadorianischen Zentralbank. Am 3. November 1820 wurde Cuenca durch Simón Bolívar für unabhängig erklärt. Vierzig Jahre später kamen rund 2000 französische Jesuiten nach Cuenca, die sich auf friedliche Weise niederließen.

© Natalia Cartolini/cc-by-sa-4.0 Iglesia de San Francisco © Bernard Gagnon/cc-by-sa-3.0 Iglesia de Santo Domingo © Bernard Gagnon/cc-by-sa-3.0 © Marc Figueras Calle Gran Colombia © PAULOGARCIA2005/cc-by-sa-3.0 Centro Histórico © flickr.com - amalavida.tv/cc-by-sa-2.0
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Centro Histórico © flickr.com - amalavida.tv/cc-by-sa-2.0
Am wichtigsten Platz der Stadt, der Plaza Abdón Calderón, befinden sich die 1557 begonnene alte Kathedrale (La Catedral Vieja) mit der ältesten Orgel Ecuadors und die 1885 begonnene, aber wegen diverser Erdbeben nicht endgültig fertiggestellte neue Kathedrale (La Nueva Catedral), die bis zu 10 000 Gläubigen Platz bietet, sowie Behörden der Provinz- und Stadtverwaltung in repräsentativen Gebäuden des “republikanischen Stils” des 19. Jahrhunderts. Die Altstadt wurde 1999 auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Cuenca gilt als das “Athen Ecuadors”. In der Calle Larga befindet sich das Panamahut-Museum, in dem alte Arbeitsgänge der traditionellen Strohhuterstellung vorgeführt werden.

Wirtschaftlich ist Cuenca ein bedeutendes nationales Zentrum der Keramikindustrie, der Hut- und Korbflechterei (Panama-Hüte), der Lederverarbeitung und der Schmuckherstellung in Gold und Silber. Aus Cuenca und Umgebung stammen überproportional viele der ecuadorianischen Arbeitsemigranten in den USA und Europa. Cuenca kennt aber durch seinen neuen Parque Industrial beim Flughafen auch einen Zustrom von Arbeitskräften aus Guayaquil und aus dem Ausland. In der Stadt befindet sich der nach Mariscal Lamar benannte Flughafen Cuenca, der Cuenca mit Guayaquil und Quito verbindet. Er wird von den vier wichtigsten Fluggesellschaften des Landes bedient.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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