Themenwoche Chile – Santiago de Chile

26. November 2016 | Destination: | Rubric: Allgemein |

National Museum of Fine Arts © Carlos yo/cc-by-sa-4.0

National Museum of Fine Arts © Carlos yo/cc-by-sa-4.0

Santiago de Chile, offiziell und kurz Santiago, ist die Hauptstadt und Primatstadt von Chile. Das Stadtgebiet ist Teil der Hauptstadtregion (Región Metropolitana), die neben der Provinz Santiago weitere fünf Provinzen umfasst. Im städtischen Siedlungsgebiet (área urbana) leben 6.500.000 Menschen, in der gesamten Región Metropolitana sind es 8.000.000). Damit leben etwa 44 Prozent aller Chilenen in der Hauptstadt oder in ihrer direkten Umgebung. Santiago heißt eigentlich nur die Gemeinde, die das Stadtzentrum und das Regierungsviertel umfasst. Hier leben 200.000 Menschen. Die Agglomeration Santiago umfasst hingegen sogar Städte und Gemeinden anderer Provinzen, wie Puente Alto oder San Bernardo. Im Tal des Río Maipo (Cajón del Maipo) befinden sich mehrere Weingüter, die zum Teil schon seit dem 19. Jahrhundert Wein herstellen. “Viña Concha y Toro” ist das größte und ertragreichste Weingut des Landes, “Viña Santa Carolina” zählt zu den ältesten Weingütern Chiles, dessen Keller zum Nationaldenkmal erklärt wurden.

Die Stadt ist das unbestrittene politische Zentrum Chiles, auch wenn das chilenische Parlament, der Congreso Nacional (Nationalkongress), in Valparaíso tagt. Santiago ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Chile mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die bedeutendsten Unternehmen Chiles haben ihren Sitz in Santiago, ebenso viele ausländische Dependancen. Die Hauptstadt ist auch das Medienzentrum des Landes. Santiago liegt in einem Talkessel am Fluss Río Mapocho. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 641,4 Quadratkilometer. Davon gehören 22,4 Quadratkilometer zur Gemeinde Santiago. Die Metropolregion Santiago hat eine Fläche von 15.103,2 Quadratkilometer. Die Ebene der Hauptstadtregion ist von Weizen-, Wein- und Obstkulturen überzogen. Die Kessellage in Verbindung mit Auto- und Industrieabgasen führt häufig zu Smog, der oft so dicht ist, dass von dem Stadtteil San Bernardo aus die Bergkette nicht mehr zu erkennen ist, die direkt an das Stadtgebiet grenzt. Santiago ist eine der wenigen Metropolen, von denen aus das Meer ebenso schnell erreichbar ist wie die Skigebiete. In einem Radius von etwa 100 Kilometern von der Stadt entfernt liegen die Badeorte Viña del Mar und Valparaíso sowie zahlreiche Skigebiete der Anden. 16 Kilometer von San José de Maipo entfernt befindet sich auf einer Höhe von 2200 Metern das Skizentrum “Lagunillas”. Hier kann auf zahlreichen Pisten Wintersport betrieben werden. Das Skigebiet ist bisher noch relativ bescheiden ausgebaut. Für die Zukunft existieren aber umfangreiche Bebauungspläne.

Santiago ist ein kulturelles Zentrum und zieht die begnadetsten Künstler klassischer und moderner Musik sowie Tanz- und Theaterkunst des ganzen Landes an. Die Stadt besitzt zahlreiche Klubs, Diskotheken und Lokale. Techno, House und elektronische Musik konkurrieren hier mit Rock und Pop sowie karibischen Rhythmen (Salsa, Cumbia, Merengue). In den Kinos der Hauptstadt sind neben einheimischen Filmen auch aktuelle Produktionen aus Europa und den USA zu sehen. Santiago besitzt mehrere Museen. Zu nennen sind hier insbesondere das Museo Histórico Nacional (Geschichtsmuseum), das Museo Nacional de Bellas Artes (Nationalmuseum der schönen Künste), das Museo de Artes Visuales (Museum der bildenden Künste), das Museo de la Solidaridad, Salvador Allende und das Museo Chileno de Arte Precolombino (Chilenisches Museum für präkolumbische Kunst). Letzteres beherbergt eine umfassende Sammlung von Kunstgegenständen aus Mittel- und Südamerika aus der Zeit vor der europäischen Entdeckung beherbergt. Es handelt sich dabei um eines der bedeutendsten Museen für diesen Kulturraum.

Contemporary Art Museum of Santiago © Carlos yo/cc-by-sa-4.0 Chilean National Museum of Natural History © Diego Alarcón/cc-by-sa-3.0 National Museum of Fine Arts © Carlos yo/cc-by-sa-4.0 Ski Center El Colorado © flickr.com - Alfredo Cofré/cc-by-sa-2.0 The Neptune Terrace in the Santa Lucia Hill © Freddy Alexander Bugueño Tolmo/cc-by-sa-3.0 Santiago de Chile at night © Javmoraga/cc-by-sa-3.0 Santiago de Chile Financial Center © flickr.com - victor san martin/cc-by-sa-2.0 Teatro Municipal de Santiago de Chile © Sfs90/cc-by-sa-4.0 Santiago de Chile and the Andes from air © Dropus/cc-by-sa-4.0 Santiago de Chile at night © flickr.com - Cristian Quezada Valdés/cc-by-2.0
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The Neptune Terrace in the Santa Lucia Hill © Freddy Alexander Bugueño Tolmo/cc-by-sa-3.0
Trotz der langen Geschichte befinden sich nur wenige historische Bauten aus der spanischen Kolonialzeit in der Stadt, da Santiago – wie der Rest des Landes – regelmäßig von Erdbeben heimgesucht wurde. Zu den Gebäuden aus dieser Zeit zählen unter anderem die Casa Colorada (1769), die Iglesia San Francisco (1586) und die Posada del Corregidor (1750). Ein anderer Grund, dass es an alten Gebäuden aus dieser Zeit mangelt, ist der Neureichtum Chiles. Zur Zeit der spanischen Kolonie hatte die Stadt wirtschaftlich nur eine geringe Bedeutung, der Aufschwung kam erst nach der Unabhängigkeit. Viele Gebäude wurden hauptsächlich im neoklassizistischen Stil errichtet.

Die Catedral Metropolitana de Santiago am zentralen Platz (Plaza de Armas), 1745 nach Plänen von Joaquim Toesca erbaut, zählt ebenso zu den Sehenswürdigkeiten, wie La Moneda, der klassizistische Präsidentenpalast, der bis 1981 noch die Einschüsse zeigte, die General Pinochets Truppen beim Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende 1973 hinterlassen hatten. Das ursprüngliche Gebäude entstand zwischen 1784 und 1805 nach Plänen des Architekten Joaquín Toesca. Seit 1846 ist der Präsidentenpalast Sitz der Regierung des Landes. Weitere Gebäude am Plaza de Armas sind die 1882 fertiggestellte pastellfarbene Hauptpost (Correo Central) und der zwischen 1804 und 1807 erbaute Palacio de la Real Audiencia, in dem am 18. September 1810 – heute Datum des Nationalfeiertages – die erste Regierung des Landes tagte. Der Palast beherbergt das Historische Museum mit rund 12.000 Ausstellungsstücken. Im Südosten des Platzes steht die 1893 erbaute blaue Eisenkonstruktion des Edwards-Kaufhauses (Edificio Comercial Edwards) und der 1769 fertiggestellte Kolonialbau der “Casa Colorada”, Sitz des historischen Stadtmuseums. Nahe befindet sich das Stadttheater (Teatro Municipal). Das 1906 durch ein Erdbeben zerstörte Gebäude wurde 1857 nach Plänen des französischen Architekten Brunet des Baines errichtet. Nicht weit vom Theater die “Mansión Subercaseaux” (heute Sitz der Banco Edwards) und die Nationalbibliothek (eine der größten Bibliotheken Südamerikas). In Gegenrichtung gruppieren sich der frühere Nationalkongress, der Justizpalast und das Königliche Zollhaus (Palacio Real Casa de Aduana) mit dem Museum für Präkolumbische Kunst.

Jährlich im Januar findet mit dem “Festival Internacional de Teatro Santiago a Mil” das bedeutendste Theaterfestival des Landes in Santiago statt. Für zwei Wochen wird die Hauptstadt in eine große Bühne verwandelt. Auf zahlreichen öffentlichen Plätzen, in Parks, alten Bahnhöfen und Theatersälen präsentieren nationale und internationale Theatergruppen ihre Stücke dem Publikum. Seit 1994 werden die besten einheimischen Stücke der Saison aufgeführt und Gastgruppen aus dem Ausland eingeladen. Ebenfalls im Januar findet auf der “Plaza Italia” die Loveparade statt. Auf zahlreichen Wagen und der Hauptbühne legen rund 100 DJs elektronische Musik auf. Im Februar feiern die Bewohner Santiagos in den Parks der Stadt das “Festival de Jazz en Ñuñoa”. Auf dem “Santiago International Film Festival” im August sind überwiegend Filme aus Lateinamerika zu sehen. Im September und Oktober stellen beim “Vinos de Chile” zahlreiche der renommiertesten Weingüter des Landes ihre Weine vor.

In Santiago findet sich ein reichhaltiges und diverses Angebot an Restaurants, Cafés und Bars. Die Küche der Hauptstadtregion ist kein Ableger der spanischen Küche, vielmehr gibt es eine Vielzahl von Einflüssen – auch aus Deutschland. So sind die deutschen Bezeichnungen “Kuchen” und “Apfelstrudel” auch auf Werbetafeln von Cafés in Santiago zu finden. Durch Grillen zubereitetes Fleisch, das so genannte Asado, ist Tradition. Neben Rindfleisch werden dabei vor allem die würzigen Paprikawürste Longanizas verwendet. Außerdem wird auch gerne Huhn gegessen. Aufgrund der sonnigen Bedingungen in Mittelchile und der vulkanischen Böden ist die Region sehr gut geeignet zum Anbau einer Vielzahl von Früchten. Zu den Nationalgerichten zählen die Empanada, das sind mit Hackfleisch, Ei und Oliven, oder mit geschmolzenen Käse gefüllte Teigtaschen, und die Cazuela, eine kräftige Suppe mit Hühnchen und Maiskolben. Humitas sind ein Maisbrei, der in Maisblättern gekocht wird und süß oder salzig gegessen wird. Als bestes Weinanbaugebiet Chiles gilt Maipo, südlich der Hauptstadt.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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