Themenwoche Bretagne – Be Breizh!

Montag, 20. Februar 2012 - 13:24 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Themenwochen

Crozon © S. Möller

Crozon © S. Möller

Die Bretagne ist eine westfranzösische Region. Sie umfasst heute die Départements Côtes-d’Armor (bret. Aodoù-an-Arvor), Finistère (bret. Penn-ar-Bed), Ille-et-Vilaine (bret. Il-ha-Gwilen) und Morbihan (bret. Mor-bihan). Sitz des Regionalpräfekten und damit Hauptstadt der Bretagne ist Rennes (bret. Roazhon), die auch die größte Stadt der Region ist. Das Département Loire-Atlantique (bret. Liger-Atlantel), das zur historischen Bretagne, nicht aber zur modernen Verwaltungsregion gleichen Namens zählt, wurde 1941 – mitsamt der ursprünglichen bretonischen Hauptstadt Nantes (bret. Naoned) – abgespalten. Die Bretagne ist die größte Halbinsel Frankreichs und der westlichste Ausläufer des europäischen Festlandes nördlich der Iberischen Halbinsel. Die Gallier nannten dieses Land Aremorica (bret. Arvorig), was so viel bedeutet wie „Land am Meer“. Die Einwohner der Bretagne heißen Bretonen.

“Breizh” ist das bretonische Wort für Bretagne. Da sich die Bretonen mit ihrer Region sehr verbunden fühlen, sind die Abkürzung „BZH“ sowie andere bretonische Symbole wie etwa die schwarz-weiße Fahne “Gwen ha du” und das Triskell auch heute noch häufig an Autos, Häusern und anderswo in der Bretagne zu finden. Mit dem Ausruf “Be Breizh!” wünschen Bretonen einem guten Freund auch “Viel Glück!” oder “Viel Erfolg!”. Seit 2011 verwendet der Tourismusverband der Bretagne den internationalen Slogan “Be Breizh!”, um die starke Identität der Bretagne zu verdeutlichen. Aufgrund ihrer langjährigen Musik- und Tanztradition, die sich bereits seit der Zeit der Kelten in der Bretagne entwickelt hat, finden auf der Halbinsel jährlich zahlreiche Festivals statt; einige sind auch international von Bedeutung: Das Jakobsmuschelfest, Internationales Hafenfest Brest, Festival des Vieilles Charrues und Festival Interceltique de Lorient.

Le Diben Harbor © Georg Mittenecker Locronan © S Möller House in Brittany at the Channel Coast © Georg Mittenecker Saint-Malo © Antoine DECLERCK Rennes - Parliament of the Bretagne © TigH House between the rocks © Schorle A storm at Pors-Loubous © Henri Camus Morbihan - City walls of Vannes © Myrabella Plougasnou - Pointe de Primel © Johanna Pfeifer Brest Castle and Tanguy Tower © Julien Carnot Bretagne in France © TUBS Crozon © S. Möller
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House in Brittany at the Channel Coast © Georg Mittenecker
Als Halbinsel im Nordwesten Frankreichs wird die Bretagne von 2.700 km Küste umgeben. Diese Küste zeichnet sich aufgrund ihrer Vielfältigkeit aus: Die Côte de Granit Rose (Rosa Granitküste) befindet sich im Norden der Bretagne um Département Côtes-d’Armor. Sie erstreckt sich über 30 km von Plestin-les-Grèves bis Louannec. Der rosafarbene Granit ist sehr selten und nur an drei weiteren Orten der Erde zu finden: Ontario in Kanada, Korsika und China. Eine der charakteristischsten und bekanntesten Landspitzen der Bretagne ist die wilde Pointe du Raz im Südwesten, die sich 70 Meter über dem Meer erhebt. Das Panorama über den wilden Atlantik inspirierte schon einst die französischen Autoren Victor Hugo und Gustave Flaubert. In der Ferne ist die kleine Insel Sein inmitten zahlreicher Leuchttürme, darunter der berühmte Ar Men, zu erkennen. Zu der rauen Landschaft der Pointe du Raz bilden die weißen Sandstrände und grünen Inseln des Golfs von Morbihan, dessen Name auf bretonisch „Kleines Meer“ bedeutet, einen Kontrast. Der Golf von Morbihan ist ein mit dem Atlantik verbundenes Binnenmeer mit 42 grünen Inseln im Süden der Bretagne im Département Morbihan.

Die französische Regierung unternahm Ende des 20. Jahrhunderts verstärkte Anstrengungen, Industrieunternehmen die Ansiedlung in der Bretagne schmackhaft zu machen – was auch teilweise erfolgreich war. Dennoch ist die Landschaft – besonders im Binnenland – überwiegend agrarisch geprägt. Die Landschaft “Léon” (bret. Bro Leon) im nördlichen Finistère ist bekannt für Gemüseanbau (Artischocken, Blumenkohl, Frühkartoffeln), in den Côtes-d’Armor überwiegen Schweinezucht, Putenmast und Milchviehhaltung. Lange Zeit galt die Bretagne als Armenhaus Frankreichs. In den 1960er Jahren veranlassten die Unabhängigkeitsbestrebungen die Zentralregierung in Paris, in die Industrialisierung der Bretagne zu investieren. Durch diese hohen Investitionen konnten Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft und Industrie zu einträglichen Industriezweigen werden. Als Küstenregion spielen auch der Fischfang und – speziell an der Nordküste – die Austernzucht für die Bretagne eine Rolle. In Cancale an der Nordküste werden die Austern auf 450 Hektar gezüchtet, im Golf von Morbihan an der Südküste auf 1500 Hektar. Dabei gelten gemeinhin diejenigen aus Cancale seit Jahrhunderten als die qualitativ und geschmacklich hochwertigsten Austern Frankreichs.

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