Themenwoche Bolivien – La Paz

Samstag, 30. Juni 2018 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Allgemein

San Jorge neighborhood © Pedro16792/cc-by-sa-4.0

San Jorge neighborhood © Pedro16792/cc-by-sa-4.0

La Paz ist die Hauptstadt des Departamento La Paz und der Regierungssitz Boliviens (Hauptstadt: Sucre). Mit einer Höhenlage auf 3200 bis 4100 m (unter Einschluss des inzwischen eigenständigen El Alto) ist sie der weltweit höchstgelegene Regierungssitz und liegt in dem rund 400 Meter tiefen Canyon des Río Chokeyapu, der in die umgebende Hochebene des Altiplano eingeschnitten ist und sich zu einem Talkessel mit einem geschützten und angenehmen Klima weitet. Die Stadt wird vom mächtigen Illimani (6.439 m) mit seinen vier Gipfeln beherrscht. Mit etwas Fantasie kann man in den Felsen an seinen Hängen ein Bild eines Indio mit Frau, Kind und einem Lama erkennen. Der volle Name der Stadt lautete zunächst Nuestra Señora de La Paz (“Unsere Liebe Frau des Friedens”) wegen eines verhinderten Aufstands der indigenen Ureinwohner; den heutigen Namen erhielt sie 1825 zum Gedenken an die siegreiche Schlacht bei Ayacucho im Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier.

La Paz verfügt im Vergleich zu anderen bolivianischen Städten über ein reiches kulturelles Angebot. Fast täglich gibt es Konzerte, Lesungen, Theater- und sonstige Aufführungen. Einen besonders wichtigen Platz nimmt die Folklore ein: Bolivianische Tänze gibt es nicht nur bei den zahlreichen Folklore-Umzügen, sondern auch regelmäßig im Teatro Municipal oder in der Casa de la Cultura zu sehen. Sehenswürdigkeiten in der Nähe von La Paz sind das Valle de la Luna (deutsch: Mondtal) im Süden der Stadt, die Ruinenstätte Tiahuanaco und der Titicacasee. Außerdem kann der Chacaltaya (5421 m) besucht werden, auf dem die (mittlerweile stillgelegte) höchste Skipiste der Welt liegt. Bei La Paz liegt das Alto Irpavi Velodrome, das höchstgelegene Radrenn-Oval der Welt (3408 m).

Lake Titicaca near La Paz on the Andes © Anthony Lacoste/cc-by-3.0 Downtown La Paz © Paul Richter/cc-by-sa-3.0 Legislative Palace of Bolivia © flickr.com - Rodrigo Achá/cc-by-2.0 Metropolitan Cathedral © Elemaki/cc-by-3.0 Plaza Pedro Di Murillo © Mauricio Aguilar/cc-by-sa-3.0 San Jorge neighborhood © Pedro16792/cc-by-sa-4.0 Southern District © Russland345/cc-by-sa-4.0 Valle de la Luna (Moon Valley) © flickr.com - Guttorm Flatabø/cc-by-2.0
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Valle de la Luna (Moon Valley) © flickr.com - Guttorm Flatabø/cc-by-2.0
Die Innenstadt unterscheidet sich nur unwesentlich von anderen Großstädten. Leuchtreklamen und Plakate, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten mit internationalem Angebot und moderne Bürogebäude beherrschen das Bild. Sehenswert ist die Kirche San Francisco, deren Bau 1549 begonnen wurde. Wie in jeder bolivianischen Stadt gibt es auch hier Markthallen und riesige offene Märkte, wobei der skurrile sogenannte “Hexenmarkt” (der lokale Markt zum Handel mit rituellen Waren wird unter Touristen so genannt) eine Besonderheit darstellt. Quasi nahtlos an den Hexenmarkt schließt sich der “schwarze Markt” (Mercado negro) an. Die Laden- und Standbesitzer hier zahlen keine bzw. kaum Steuern, der Markt ist jedoch zu wichtig (Arbeitsplätze, Geld, etc.), als dass die Regierung ernsthaft dagegen vorgehen würde. Im Innenstadtbereich befinden sich zahlreiche Museen.

Die Stadt selbst gliedert sich in zwei Teile: einen nördlichen Teil, der das Stadtzentrum und einen großen Teil der kulturellen Einrichtungen umfasst; und einen südlichen Teil, in dem Einfamilienhäuser das Bild prägen. Verbunden werden beide Teile mit einer Stadtautobahn für PKW und einer Hauptverkehrsstraße für öffentliche Verkehrsmittel. Der südliche Teil liegt wesentlich tiefer als das Zentrum, ist wärmer und deshalb bei der wohlhabenden Bevölkerungsschicht sehr beliebt. Da eine weitere Ausdehnung des nördlichen Teils an Platzmangel scheitert, wächst der Süden umso mehr. Das höchste Gebäude in La Paz und in ganz Bolivien ist mit 107,30 m das Gebäude der bolivianischen Zentralbank Banco Central de Bolivia. Größte Brücke in La Paz ist die Puente de las Americas. Ende 2010 wurden die Drillingsbrücken Puentes Trillizos eröffnet. Zu den Museen gehören:

  • Das Museo Casa de Murillo ist eines der größten und bekanntesten Museen Boliviens mit über sechstausend Ausstellungsstücken.
  • Das Museo Nacional de Arte, eines der größten Museen seiner Art in Südamerika, beherbergt eine Sammlung von Kunstschätzen aus Bolivien, darunter Skulpturen, Kleidung und Kostüme, kostbare Porzellan- und Glasgefäße, Möbelstücke und Musikinstrumente. Viele Werke der bekanntesten Maler Boliviens, u. a. Melchor Pérez de Holguín, finden sich in dem Barockgebäude.
  • Das Coca-Museum ist das weltweit größte Coca-Museum. Darin wird unter anderem die Geschichte der Coca von ihren Anfängen als Bestandteil kultischer Riten bis hin zur Verwendung in der modernen Medizin dargestellt.
  • Das Museo Nacional de Arqueología de Bolivia ist ein archäologisches Nationalmuseum.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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