Themenwoche Argentinien – Ushuaia

21. September 2016 | Destination: | Rubric: Allgemein |

Ushuaia © Jerzy Strzelecki/cc-by-sa-3.0

Ushuaia © Jerzy Strzelecki/cc-by-sa-3.0

Ushuaia ist die südlichste Stadt Argentiniens und liegt am Beagle-Kanal. Das Wort “Ushuaia” kommt aus der Sprache der Ureinwohner Yámana und bedeutet so viel wie “Bucht, die nach Osten blickt”. Ushuaia konkurriert mit dem zu Chile gehörenden Puerto Williams auf der Insel Navarino um den Titel, südlichste Stadt der Welt zu sein. Der Ort Puerto Williams liegt zwar südlicher, ist aber nach chilenischem Recht keine Stadt (ciudad), sondern ein Dorf (pueblo). Die Stadt liegt an der Südseite der Großen Feuerland-Insel (Isla Grande de Tierra del Fuego). Ushuaia ist die Hauptstadt der argentinischen Provinz Tierra del Fuego (deutsch: “Feuerland”).

Englische Missionare drangen etwa ab dem Jahr 1870 in das Gebiet vor. 1884 eroberten die Seestreitkräfte Ushuaia für Argentinien. Für die Stadtentwicklung bedeutsam war der 1902 begonnene Bau des Presidio. Dieses 1920 fertiggestellte Gefängnis ersetzte jenes auf der Isla de los Estados. Die Sträflinge, überwiegend Gewaltverbrecher, aber auch politische Gefangene, bauten die Schmalspurbahn Ferrocarril Austral Fueguino, mit der heute Touristen durch den Nationalpark Tierra del Fuego fahren. Das Gefängnis wurde 1947 aufgelöst. In dem Gebäude ist heute eine Kombination mehrerer Museen untergebracht. Zum einen befindet sich dort das Museo Presidio zur Geschichte des Gefängnisses. Zum anderen gibt es ein Museum der Schifffahrt in der Region und eines der Geschichte der Antarktisexpeditionen, die vielfach von Ushuaia aus starteten. Zu den berühmtesten Gefangenen des Presidio zählte der Schriftsteller Ricardo Rojas. Man nahm an, dass auch Carlos Gardel im Gefängnis von Ushuaia inhaftiert war, als er ein Jugendlicher war. Dass Carlos Gardel für zwei Monate in Ushuaia war, belegt ein Tagebuch; er war aber nicht im Presidio inhaftiert.

Beagle Channel © Analia Gonzalez/cc-by-sa-3.0 "Post office at the end of the world" © Mpb eu City Hall © Jerzy Strzelecki/cc-by-sa-3.0 Falklands War Victims Monument © Heretiq/cc-by-sa-2.5 Ushuaia © Jerzy Strzelecki/cc-by-sa-3.0
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Falklands War Victims Monument © Heretiq/cc-by-sa-2.5
Die Nähe zum Feuerland-Nationalpark und die einzigartige Natur der Umgebung verhalfen Ushuaia zu einem erheblichen Touristenaufkommen. Auch als Ausgangspunkt für Antarktisexpeditionen und Zwischenhalt für Kreuzfahrtschiffe ist Ushuaia beliebt. Da fast alle Waren über weite Strecken in die Stadt gebracht werden müssen, gilt Ushuaia auch als eine der teuersten Städte Argentiniens und ganz Südamerikas. Ein interessantes Touristenziel ist das Museo del Fin del Mundo (“Museum vom Ende der Welt”), welches 1979 im ehemaligen Sitz der Argentinischen Zentralbank (Banco Central de la República Argentina) eingerichtet wurde. Es legt besonderen Wert auf die Bewahrung der naturräumlichen und historischen Besonderheiten Feuerlands. Vom Gletscher Glaciar Martial in der Nähe Ushuaias aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt, auf die chilenischen Berge gegenüber dem Beagle-Kanal sowie zum Faro del Fin del Mundo (Leuchtturm).

Ushuaia zeigt in ihrer alten Architektur eine Verbindung zu ihrer Geschichte. Viele europäische Expeditionen sind zur Erforschung des Klimas, der Geographie, der Tier- und Pflanzenwelt und der Indianerstämme in diese Gegend gekommen. Die moderne Stadtentwicklung hingegen lässt jegliche Planung und Ordnung vermissen und bietet einen Wildwuchs an Architektur. Einzigartig ist die Sammlung der Webcam-Fotos des Ortes, denn es handelt sich nicht um eine stationäre Webcam. Täglich werden etwa 30 Fotos ins Netz gestellt, die per Hand in guter Qualität von Stadt und Umgebung gemacht wurden. Die Fotos sind archiviert bis 2004, können bewertet und kommentiert werden.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

Lesen Sie mehr auf Ushuaia, WelcomeArgentina.com – Ushuaia, LonelyPlanet.com – Ushuaia, Wikivoyage Ushuaia und Wikipedia Ushuaia. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können.



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