Themenwoche Argentinien – Córdoba

Freitag, 23. September 2016 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, UNESCO-Welterbe

Teatro del Libertador © Nicolás Riofrio/cc-by-sa-3.0

Teatro del Libertador © Nicolás Riofrio/cc-by-sa-3.0

Córdoba ist mit 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Argentiniens. Sie liegt etwas nördlich des geografischen Zentrums des Landes, ist Hauptstadt der Provinz Córdoba, größte Stadt der Región Centro sowie industrielles und kulturelles Zentrum Zentralargentiniens mit einer der bedeutendsten Universitäten des Landes, der 1613 gegründeten Universidad Nacional de Córdoba. Nach Buenos Aires ist Córdoba die zweitbevölkerungsreichste Stadt Argentiniens. Wegen vieler Bauten aus der Kolonialzeit wird sie auch von zahlreichen Touristen besucht. Die Stadt befindet sich im Übergangsgebiet zwischen den Gebirgszügen der Sierras de Córdoba im Westen und einer geografisch zwischen Pampa und Chaco aufgeteilten Ebene im Osten, die eines der produktivsten Landwirtschaftsgebiete Argentiniens ist. Sie nimmt für einen weiten Teil des Umlandes sowie in Teilen auch für Nordwestargentinien die Funktion des wichtigsten Verkehrs- und Dienstleistungszentrums ein. Der vollständige Name lautet Córdoba de la Nueva Andalucía (“Córdoba von Neu-Andalusien”) und wurde von der andalusischen Stadt Córdoba abgeleitet. Córdoba wird im Volksmund wegen der Universitäten und anderen Lehrinstitute auch als La Docta (“die Gelehrte”) bezeichnet, ebenfalls als ciudad de las campanas (“Stadt der Glocken”) wegen der vielen Kirchen. Heute wird sie von den Bewohnern der Provinz und besonders der Vororte oft nur Capital (“Hauptstadt”) genannt.

Bekannt ist Córdoba hauptsächlich für die gut erhaltenen Bauten aus der Kolonialzeit im Zentrum, es gibt aber auch eine große Anzahl von Museen. Die Stadt hat weiterhin eine vielfältige Kulturszene, die sich vor allem wegen der über 150.000 Studenten, die in der Stadt leben, ständig erneuert. Im Jahr 2006 trug die Stadt den Titel der Kulturhauptstadt Amerikas. Viele der sehenswerten Bauten aus der Kolonialzeit befinden sich in der Umgebung des zentralen Platzes der Stadt, Plaza San Martín. An dieser Plaza, von deren Nordwestecke alle Hausnummern in der Stadt berechnet werden, ändern alle Straßen auch ihren Namen. An der Plaza selbst liegt die 1782 erbaute Kathedrale (Iglesia Catedral), deren Inneres bedeutende indianische Schnitzereien enthält und 1914 vom Künstler Emilio Carraffa neu gestaltet wurde. Direkt neben der Kathedrale liegt der Cabildo, das historische Ratsgebäude, das in der Zeit zwischen 1610 und 1784 erbaut wurde. Heute beherbergt es ein Museum mit wechselnden Ausstellungen.

Südlich vom Zentrum liegt Nueva Córdoba, das Ende des 19. Jahrhunderts entstand und sich mit der Zeit von einem gutbürgerlichen Mittelklasseviertel zum bevorzugten Wohngebiet der Studierenden an der Universität Córdoba wandelte. Nueva Córdoba ist gemeinsam mit dem westlich anschließenden Barrio Güemes, das mit zahlreichen historischen Gebäuden den Charakter einer Altstadt hat, eines der Zentren des Nachtlebens und der Gastronomie der Stadt. Südlich schließt die Universitätsstadt (Ciudad Universitaria) mit dem Campus der Universidad Nacional de Córdoba an, die etwa fünf Quadratkilometer umfasst und parkähnlich gestaltet ist. Dahinter befinden sich die für argentinische Städte typischen Peripherie-Viertel.

Teatro del Libertador © Nicolás Riofrio/cc-by-sa-3.0 Caraffa Fine Arts Museum © flickr.com - tercerojista/cc-by-2.0 Córdoba Montage © Ezequiel12096/cc-by-sa-4.0 Córdoba Montage © Alakasam/cc-by-sa-3.0 The Patio Olmos Shopping Gallery © Jlazarte
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Caraffa Fine Arts Museum © flickr.com - tercerojista/cc-by-2.0
Alberdi ist ein traditionelles Stadtviertel westlich des Zentrums, südlich des Río Suquía. Es erlangte besondere Berühmtheit beim Cordobazo-Aufstand 1969, als es gemeinsam mit dem südlich davon gelegenen Viertel Bella Vista das Zentrum der Unruhen und Demonstrationen war. Alberdi ist ein Studenten- und Arbeiterviertel mit einigen nachts recht gefährlichen Bereichen.

Alta Córdoba ist mit 35.000 Einwohnern eines der bevölkerungsreichsten Viertel. Es wurde 1881 am nördlichen Ufer des Río Suquía von Antonio Rodríguez del Busto und Ramón Marcos Juárez Carcano unter dem Namen Altos de Petaqueras errichtet und wird von zahlreichen Altbauten, Gastronomie und Kulturzentren geprägt.

Das östlich des Zentrums gelegene Viertel San Vicente ist ebenfalls von Altbauten geprägt und durch seinen traditionsreichen Karneval bekannt, der heute wegen des gestiegenen Publikumsinteresses im Park Parque Sarmiento südwestlich dieses Viertels stattfindet.

Der Cerro de las Rosas (Rosenberg) und die angrenzenden Viertel Villa Belgrano und Argüello sind zwar relativ neu, haben sich jedoch zu den Szenevierteln der Oberklasse der Stadt entwickelt. Cerro de las Rosas, meist nur mit Cerro bezeichnet, liegt auf einem Hügel im Nordwesten der Stadt acht Kilometer vom Zentrum entfernt und hat sehr viele Restaurants und Diskotheken sowie ein eigenes Einkaufszentrum. Die ausgeprägte Identität dieses Viertels wird daran deutlich, dass dort eine eigene Boulevardzeitschrift (Las Rosas) herausgegeben wird. Die Gegend ist von Villen mit weitläufigen Grundstücken geprägt.

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