Themenwoche Apulien – Martina Franca

Mittwoch, 25. Dezember 2019 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Piazza Plebiscito and the Cathedral © Tango71747cc-by-sa-4.0

Piazza Plebiscito and the Cathedral © Tango71747cc-by-sa-4.0

Martina Franca ist eine italienische Gemeinde mit 49.000 Einwohnern in der Provinz Tarent. Martina Franca liegt im Südosten der Murgia, ungefähr 30 km von Tarent entfernt – genau in der Mitte zwischen den ionischen– und adriatischen Ufern Apuliens. Martina Franca ist in drei Zonen unterteilt: Altstadt, Stadtausdehnung außerhalb der Stadtmauern (um 1900) und Neustadt mit Häusern mit mehr als drei Stockwerken. Die Altstadt von Martina Franca ist – nach Lecce – die zweite renommierte Barock-Stadt Apuliens in einer dezenteren, weniger plastisch-formbetonten Ausführung. Vielmehr verkörpern die feinen flacheren Ornamente und Figuren an Fassaden, Fensterrahmungen, Konsolen und Gesimsen eine unaufdringlich-elegante Variante, die zum Charakteristikum des lokalen Stils geworden ist. Kirchen, Paläste und Wohngebäude in den engen eckigen Straßen, Sackgassen und versteckten Straßen fügen sich insoweit zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

Die im 18. Jahrhundert unter Erzbischof Isidoro Chirulli auf den Fundamenten eines romanischen Vorgängers errichtete Basilika San Martino gilt als Meisterwerk des lokalen Barockstils. Vom Vorgängerbau blieb der romanisch-gotische Campanile erhalten. Blickfang der Fassade ist das Hochrelief des Heiligen Martin zu Pferde im Moment der Mantelteilung. Von der Innenausstattung sind der Hauptaltar von 1773 aus mehrfarbigem Marmor mit Marmorstatuen von Giuseppe Sammartino aus Neapel, der Taufstein von 1773 und die Weihwasserbecken (neapolitanische Schule) herausragend; die Sakramentskapelle beherbergt die Reliquien der Lokalheiligen Comasia, Märtyrerin des 2. bis 4. Jahrhunderts.

Arco Santo Stefano © RatMan1234/cc-by-sa-4.0 © Berthold Werner/cc-by-sa-3.0 © panoramio.com - Carlo Pelagalli/cc-by-sa-3.0 Piazza Plebiscito and the Cathedral © Berthold Werner/cc-by-sa-3.0 Piazza Plebiscito and the Cathedral © Tango71747cc-by-sa-4.0 Piazza XX Settembre © Freddyballo/cc-by-sa-3.0
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Piazza Plebiscito and the Cathedral © Berthold Werner/cc-by-sa-3.0
Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören unter anderen:

  • San Domenico, errichtet zwischen 1746 und 1760, Barock-Kirche auf den Fundamenten eines romanischen Vorgängers, der dem Heiligen Petrus geweiht war. Sie zeigt bereits deutliche Rokoko-Akzente.
  • Chiesa del Carmine (1727–1758), elegante Barock-Kirche außerhalb der Stadtmauern mit einer polychromen Schutzmantelmadonna, die Stefano da Putignano zugeschrieben wird
  • Sant’Antonio, Franziskanerkirche des 15. Jahrhunderts, vormals dem Heiligen Stephanus geweiht, mit neoklassizistischer Fassade von 1835; im Kreuzgang Fresken des 18. Jahrhunderts.
  • San Francesco da Paola, errichtet Anfang des 17. Jahrhunderts auf den Fundamenten einer Marienkapelle des 16. Jahrhunderts, aus der noch ein Altarbild im linken Seitenschiff vorhanden ist (Madonna delle Grazie). Im angrenzenden Paulaner-Konvent lebte Anfang des 17. Jahrhunderts der lokal sehr verehrte Pater Bonaventura Gaona.
  • San Francesco d’Assisi, Franziskanerkirche des 17./18. Jahrhunderts mit acht Rokoko-Seitenaltären im charakteristischen regionalen Stil
  • San Giovanni dei Greci in originärer mittelalterlicher Architektur, jedoch mit barockisierter Fassade
  • An der Piazza Roma, einer dreieckigen Platzanlage mit Palmen und Brunnen, befindet sich der repräsentative Barockpalast der Familie Caracciola, der Palazzo Ducale. 1668 beauftragte Herzog Petracone V. Caracciolo Giovanni Andrea Carducci mit dem Bau einer neuen Residenz, die auf Grund hoher Kosten nie fertiggestellt wurde. In den über 300 Räumen sind die Stadtverwaltung und das Fremdenverkehrsamt untergebracht. Einige der Säle und die Capella dei Duchi wurden 1771–1776 von Domenico Carella Fresken ausgemalt.
  • Angrenzend an den Dom erstreckt sich die Piazza Plebiscito mit dem Palazzo dell’Università (1759–1762), dem früheren Sitz des Stadtparlaments mit Uhrturm; über einem der großen Rechteckfenster im 1. Stock prangt das Wappen der Stadt Martina Franca, ein springendes Pferd.
  • Die halbrunde Piazza Maria Immacolata besitzt einen ovalen Arkadengang, in dem bis in die 1960er Jahre täglich Markt abgehalten wurde.
  • Außerhalb der Stadtmauern (nur die Porta di Santo Stefano mit einer Reiterstatue des Hlg. Martin aus dem 18. Jh. blieb im Norden der Stadt von ihr erhalten) grenzt die Piazza XX Settembre an den Stadtpark (Villa Comunale), der früher zum Paulaner-Konvent gehörte.
  • Mehr als 20 barocke Adelspaläste des 18. Jahrhunderts prägen die Altstadt von Martina Franca, insbesondere in der Via Mazzini, Via Macchiavelli und Via Cavour.
  • Das Itriatal mit seinen Trulli nördlich von Martina ist ein wichtiges Ziel für den Touristen. Diese Trulli wurden in diesem Gebiet nicht wie in Alberobello im Dorf gebaut, sondern außerhalb der Stadt. Das Gebiet wurde in den letzten zwanzig Jahren durch unerlaubten Bau in Mitleidenschaft gezogen. Viele Besonderheiten wie der Saumpfad sind somit nicht mehr vorhanden. Dies trug zur Gefährdung der Flora und infolgedessen der lokalen Fauna bei. Den lokalen Verwaltungen gelang es nicht, diese geschichtlichen Bauarten zu schützen.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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