Themenwoche Abruzzen

Montag, 22. September 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Themenwochen

Abruzzo map © Idéfix/cc-by-sa-3.0

Abruzzo map © Idéfix/cc-by-sa-3.0

Die Abruzzen sind eine Region Italiens mit 1,3 Millionen Einwohnern. Obwohl sie geographisch eher zu Mittelitalien gehören, werden sie offiziell zu den Regionen Süditaliens gezählt. Dies ist ein Überbleibsel der Geschichte der Abruzzen, die vom Frühmittelalter bis hin zum 19. Jahrhundert dem Königreich Sizilien angehörten und wirtschaftlichen und kulturellen Austausch mit den Regionen Süditaliens pflegten. Entlang der Adria erstreckt sich ein flacher Küstenstreifen (ca. 150 km), der in eine Hügellandschaft übergeht. Diese Gebiete nehmen ca. ein Drittel der Fläche der Region ein. Zwei Drittel werden durch Gebirge geprägt, die bis auf fast 3000 Meter ansteigen. Die Abruzzen vereinigen die drei geographische Aspekte Italiens: Küste, Hügelland und Berge.

Rund ein Drittel der abruzzesischen Fläche steht unter Naturschutz. Von allen italienischen Regionen haben die Abruzzen den größten Anteil an Naturschutzgebieten, darunter das älteste des Apennin, der Abruzzesische Nationalpark im Süden. In den letzten zehn Jahren ist der Tourismus in der Region im Aufwind. Einige Landstriche im Landesinneren, die reich an Schlössern, Burgen und Kastellen sind, haben den Spitznamen “Abruzzoshire” (in Anlehnung an das “Chiantishire”) verdient. Im Vergleich zu anderen, touristischeren Regionen Italiens sind die Abruzzen immer noch ein Geheimtipp.

Die Region hat 21 Skigebiete mit 368 km Pisten. Roccaraso und Campo Felice sind die bestausgestatteten Skigebiete (vor allem Abfahrtski). Es herrscht zwar weniger Tourismus als in den italienischen Alpen, aber die Abruzzen weisen oft mehr Schnee auf als die norditalienischen Gebiete. Auch für den Langlauf haben die Abruzzen ein gutes Angebot, vor allem auf dem Campo Imperatore. Eine besondere Stellung nehmen die Abruzzen für Wanderer und Bergsteiger und für den sanften Tourismus ein. Die meisten Gebiete in den Nationalparks und in den Bergen bieten eine große Auswahl an gekennzeichneten Wanderwegen ohne Touristenströme. Von den spektakulären (auch auf sicheren Wegen) erreichbaren Gipfeln hat man einen eindrucksvollen Blick auf die Monti della Laga und Monti Sibillini (im Norden), das Majella Massiv, die Höhen des Abruzzen-Nationalparks und die Gruppe des Velino und Sirente (im Westen).

Celano © Idéfix/cc-by-sa-3.0 Night view of the Duomo di Teramo © DDF19483mo_di_Teramo-DDF19483 Gran Sasso d'Italia © Lucio De Marcellis/cc-by-sa-3.0 Chieti © Poecus Campo Imperatore by winter © SilviaManno/cc-by-sa-3.0 Abruzzo map © Idéfix/cc-by-sa-3.0
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Gran Sasso d'Italia © Lucio De Marcellis/cc-by-sa-3.0
In der Renaissance florierte die Wirtschaft der Abruzzen durch den Handel mit Wolle. Einige Städte im Landesinneren, vor allem im Bereich des Gran Sasso, waren wohlhabend. Die wirtschaftlichen Beziehungen reichten bis nach Florenz mit der Familie der Medici (in Santo Stefano di Sessanio ist immer noch das Medici Wappen am Stadttor zu sehen). Es entstanden schmucke Städte und zahlreiche Kirchen. Die Wirtschaft basiert heute hauptsächlich auf Industrie und Dienstleistung. Der Tourismus spielt heute eine wichtige Rolle: während sich an der Küste vor allem der Meertourismus entwickelt hat, wird der Öko- und Individualtourismus in den Bergen immer wichtiger. Die Landwirtschaft spielt eher eine Nebenrolle, bzw. ist stark modernisiert worden und bietet qualitativ hochwertige Produkte für eine schmale Klientel. Die steilen Hänge des Berglandes der Abruzzen bieten seit Jahrhunderten Weideland für Schafe. Die Weidekultur hat bis zum 17./18. Jahrhundert zum Wohlstand der Bergregion beigetragen. Heute spielt sie eine untergeordnete Rolle. Des Weiteren ist die Region ein traditionelles Weinanbaugebiet (Montepulciano d’Abruzzo) und ein wichtiger Lieferant eines der qualitativ hochwertigsten Olivenöle Italiens (insbesondere aus den Ortschaften San Giovanni Teatino und Moscufo).

Die abruzzesische Küche vereinigt oft in einem Gericht den Geschmack des Meeres und der Berge (“Mare e Monti”). So sind hier Kombinationen von Meeres- bspw. mit Hülsenfrüchten in Form u.a. von Suppen und Eintöpfen nicht selten anzutreffen. Aber vor allem die Frische der Produkte (meistens aus Eigenproduktion) charakterisiert die abruzzesische Küche als eine unverfälschte und schmackhafte Gaumenfreude. Die Abruzzen sind das Reich des Peperoncinos, des Safrans und – wenn auch in geringeren Maße – der Trüffel. Vor allem der Peperoncino spielt in der lokalen Küche eine zentrale Rolle.

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