Tampere im südwestlichen Finnland

Dienstag, 14. Mai 2013 - 14:03 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Särkänniemi Amusement Park © Visa580/cc-by-2.5

Särkänniemi Amusement Park © Visa580/cc-by-2.5

Tampere ist eine Großstadt im südwestlichen Finnland. Sie ist die drittgrößte Stadt des Landes (nach Espoo, welches zur Agglomeration Helsinki gehört) und wird wegen ihrer vielseitigen Industrie häufig auch Manchester des Nordens genannt (finnischer Spitzname: Manse). Tampere ist die größte Binnenstadt der Nordischen Länder.

Tampere liegt zwischen zwei Seen, dem Näsijärvi und dem Pyhäjärvi. Die Seen haben einen Niveauunterschied von 18 Metern und werden durch die 945 Meter lange Tammerkoski-Stromschnelle verbunden, die als Energiequelle genutzt wird. Die Stadt ist Zentrum der Region Pirkanmaa, die auch als Tampere-Region bezeichnet wird.

Die einstigen Hauptindustriezweige, namentlich die Textil-, Schuh-, Leder-, Papier- und Holzindustrie, sind bis heute weitestgehend durch andere Industriezweige verdrängt worden. Die meisten industriell Beschäftigten gibt es in der Metall- und Elektroindustrie. Zwischen 1980 und 2001 ging der Anteil der in der Industrie beschäftigten Personen von 42,1 % auf 27,1 % zurück, während der Dienstleistungssektor mit 70,9 % gegenüber 53,9 % im Jahre 1980 auf dem Vormarsch war.

Town hall © M62/cc-by-2.5 Pyhäjärvi Harbor © Steffen M./cc-by-sa-2.0-de Tampere Theatre © M62/cc-by-2.5 Market Hall © Cryonic07/cc-by-sa-3.0 Tampere from the Näsinneula observation tower © flickr.com - Timo Newton © Syms/cc-by-sa-3.0 Särkänniemi Amusement Park © Visa580/cc-by-2.5
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Tampere from the Näsinneula observation tower © flickr.com - Timo Newton © Syms/cc-by-sa-3.0
Bemerkenswert ist die schachbrettartige Anlage der Innenstadt. Die übrigen Stadtteile behielten dieses Muster nicht konsequent bei. Der Entwurf der Innenstadt stammt von dem deutsch-finnischen Architekten Carl Ludwig Engel. Er sah u.a. die breite Esplanade Hämeenpuisto vor, die damals im Notfall die Ausbreitung von Feuer verhindern sollte und heute von vielen über 100 Jahre alten Bäumen gesäumt wird. Die meisten Gebäude der Innenstadt stammen allerdings aus der Zeit nach 1900, wozu beispielsweise auch der Dom von Tampere gehört. Eine Ausnahme stellt dabei die Alte Kirche (Vanha Kirkko) dar. Diese gelbe Holzkirche entstand 1824 im Empirestil. Der vier Jahre später hinzugefügte Glockenturm, dessen Uhr nur einen Zeiger aufweist, geht auf Pläne von Carl Ludwig Engel zurück. Die Kirche steht am Zentralplatz (Keskustori), an dem sich auch das Stadttheater befindet. An der Westseite des Zentralplatzes, der noch bis in 1930er die Funktion des Marktplatzes besaß, befindet sich auch das Rathaus, das heute allerdings nur noch repräsentativen Zwecken dient. Von dem 1890 fertiggestellten Bau herab wurde 1905 das Manifest gegen die russische Unterdrückung verlesen.

Über den Zentralplatz verläuft die Hämeenkatu, die wichtigste Straße und damit die “Lebensader” der Stadt. Sie beginnt im Westen an der Hämeenpuisto, an der sich auch die 1986 erbaute Stadtbibliothek, die architektonisch der Form des Auerhahns nachempfunden wurde, und die 1881 errichtete Alexanderkirche (Aleksanterin kirkko) befindet. Ihr östliches Ende findet sich am Bahnhof (asema), der bereits am anderen Ufer des Tammerkoskis liegt. An der Hämeenkatu 13 liegt die 1901 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Markthalle Kauppahalli der Stadt. Die Hämeensilta-Brücke, mit deren Hilfe die Hämeenkatu den Tammerkoski überquert, ist mit vier Statuen von Wäinö Aaltonen verziert. Sie stammen von 1929, bilden eine finnische Jungfrau, einen Jäger, einen Händler sowie einen Steuereintreiber nach und stellen damit das früher im Stadtgebiet ausgeübte Gewerbe dar.

Südlich des Zentralplatzes liegt der Laukontori, der Hafen des Pyhäjärvi und heutige Marktplatz. Unmittelbar neben dem Laukontori mündet der Tammerkoski in den Pyhäjärvi. Der Tammerkoski selbst fließt durch zwei Wehre mit sich anschließenden Turbinenhallen. An der nördlichen Schleuse befinden sich die ehemaligen Fabrikhallen von Frenckell, Finlayson (mit der Finlayson-Kirche) und Tampella.

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