Dschenin im Westjordanland

22. August 2022 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  9 Minuten

© Almonroth/cc-by-sa-3.0

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Dschenin, auch Jenin oder Djenin, ist eine Stadt im Westjordanland mit etwa 48.500 Einwohnern. Aufgrund vieler Wasserquellen war Dschenin schon früh besiedelt; der Ort wurde zum ersten Mal in altägyptischen Schriften um 2000 v. Chr. erwähnt. In der Zeit der Niederlassung der israelitischen Stämme nach dem Auszug aus Ägypten wurde hier die Levitenstadt “Ein Ganim” (Gärtenquelle) gegründet. Flavius Josephus erwähnt in seinem Werk Geschichte des jüdischen Krieges die Stadt “Ganim” als eine jüdische Stadt im Norden Samarias. In der Vergangenheit konnte die Stadt außerdem eine wichtige von Jerusalem nach Norden in die Jesreelebene und nach Haifa führende Straße kontrollieren. Erst mit dem Bau der Küstenstraße über Chadera in den 1930er Jahren verlor diese Route an Bedeutung. Von 1913 bis 1948 wurde der Bahnhof Dschenin von der Zweigstrecke Afula–Nablus der Hedschasbahn bedient. Dschenin liegt im Westjordanland, das – im UN-Teilungsplan von 1947 als Teil eines arabisch-palästinensischen Staates vorgesehen – nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg (bzw. Palästinakrieg) zunächst von Jordanien (damals Transjordanien) besetzt worden war, ehe das Gebiet 1967 von Israel erobert und besetzt wurde. Als Folge des Oslo-Friedensprozesses wurde Dschenin 1996 eine autonome palästinensische Stadt. Im gleichen Jahr wurde auf Initiative der USA in der Nähe der Stadt die Arab American University gegründet, die im September 2000 den Lehrbetrieb aufnahm. Wie in anderen Gebieten Palästinas auch hat sich die Lebenssituation der Bevölkerung seit Ausbruch der Al-Aqsa-Intifada im Jahr 2000 erheblich verschlechtert. Sie leidet unter der Abriegelung der Gebiete, viele Gebäude sind zerstört, die Arbeitslosigkeit ist hoch (etwa 80%).  mehr lesen…

Ariel in Palästina

22. Juli 2022 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  11 Minuten

Ariel University Center © Ori~

Ariel University Center © Ori~

Ariel ist eine israelische Siedlung in Samaria, Palästina. Ariel wurde 1978 gegründet und liegt auf einem 5 Kilometer langen Hügelkamm auf einer Höhe von 550 bis knapp 700 Metern über dem Meeresspiegel im Hügelland des biblischen Samaria, 3 Kilometer nördlich der palästinensischen Stadt Salfit, 23 Kilometer südwestlich von Nablus, rund 40 Kilometer östlich von Tel Aviv, 50 Kilometer nordwestlich von Jerusalem und etwa 30 Kilometer westlich des Jordans im Hügelland des biblischen Samaria. Die Stadt erstreckt sich über eine Länge von 12 Kilometern und eine Breite von 2 Kilometern. An ihrem westlichen Ende ist sie 16 Kilometer von der Grünen Linie entfernt, am östlichen Ende mehr als 20 Kilometer. Mit Tel Aviv ist Ariel über die Trans-Samaria-Schnellstraße (Highway 5) verbunden, mit Jerusalem über die Schnellstraße 60 (Highway 60). Die Einwohnerzahl beträgt etwa 19.600. Ariel ist die viertgrößte israelische Siedlung in von Israel besetztem Gebiet im Westjordanland. Sie liegt rund 17 Kilometer östlich der Grünen Linie und befindet sich westlich des Sperrzauns. Die internatinoale Gemeinschaft bewertet die israelischen Siedlungen gemäß internationalem Recht als illegal.  mehr lesen…

Tag der Nakba

15. Mai 2022 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  13 Minuten

Al Nakba graffiti in Nazareth © PRA/cc-by-sa-4.0

Al Nakba graffiti in Nazareth © PRA/cc-by-sa-4.0

Als Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück) wird im arabischen Sprachgebrauch die Flucht und Vertreibung von deutlich über 700.000 arabischen Palästinensern aus dem früheren britischen Mandatsgebiet Palästina bezeichnet. Sie vollzog sich zwischen dem UN-Teilungsplan für Palästina von 1947 und dem Waffenstillstand von 1949 nach dem Palästinakrieg, den sechs arabische Staaten gegen den am 14. Mai 1948 gegründeten Staat Israel führten. Im Geschichtsbild von Palästinensern und anderen Arabern wird die Nakba meist als von vornherein geplante ethnische Säuberung durch Israel beschrieben, im Geschichtsbild Israels meist auf eine freiwillige und auf arabische Aufrufe reagierende Flucht. 2004 hat der Präsident Palästinas Jassir Arafat den 15. Mai als den Nakba-Tag eingeführt, der in vielen Ländern begangen wird. In Palästina selbst kommt es zu häufig gewaltsamen Protesten.  mehr lesen…

Qalqiliya in Palästina

14. März 2022 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  9 Minuten

Qalqilya from Hod HaSharon © iiiii/cc-by-sa-4.0

Qalqilya from Hod HaSharon © iiiii/cc-by-sa-4.0

Qalqiliya (alternativ im Deutschen Kalkilia) ist eine palästinensische Stadt mit etwa 49.000 Einwohnern (2014), von denen 35.000 Nachkommen von Flüchtlingen sind, im nordwestlichen Teil des Westjordanlands. Sie liegt an der so genannten Grünen Linie, also der Waffenstillstandslinie von Israel.  mehr lesen…

Totes-Meer-Kanal

16. Februar 2022 | Author/Destination: | Rubric: Energie, Umwelt, Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  12 Minuten

Red Sea-Dead Sea Canal map © Makeandtoss

Red Sea-Dead Sea Canal map © Makeandtoss

Der Totes-Meer-Kanal ist ein vorgeschlagenes Projekt zur Errichtung eines Kanals entweder vom Mittelmeer oder vom Roten Meer zum Toten Meer. Es soll einerseits durch das inzwischen mehr als 400 Meter große Gefälle zwischen den Meeren zur Stromgewinnung genutzt werden und andererseits das Absinken des Wasserpegels des Toten Meeres, derzeit etwa ein Meter pro Jahr, stoppen.  mehr lesen…

Heiliges Land

24. Dezember 2021 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  9 Minuten

Star of Bethlehem in the Church of Nativity © Dirk D./cc-by-sa-3.0

Stern von Betlehem in der Geburtsgrotte der Geburtskirche in Betlehem © Dirk D./cc-by-sa-3.0

Heiliges Land ist eine Bezeichnung für die Region, die seit der Römischen Kaiserzeit Palästina heißt. Mit der Bezeichnung Heiliges Land wird ihre Bedeutung für die abrahamitischen Religionen Judentum, Samaritaner, Christentum, Islam und Bahai ausgedrückt. Das Heilige Land umfaßt die heutigen Flächen von Israel, Palästina, Teile des Westens von Jordanien, Teile des Südens von Libanon und Teile des Südwestens von Syrien.  mehr lesen…

Städte und Dörfer, die während des Palästinakriegs 1947–1949 entvölkert wurden

29. November 2021 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  2 Minuten

Towns and villages depopulated during the 1947–1949 Palestine war © Wiki Commons

Towns and villages depopulated during the 1947–1949 Palestine war © Wiki Commons

Während des Palästinakriegs 1947–1949 wurden rund 400 arabische Städte und Dörfer entvölkert, die meisten davon vollständig zerstört und unbewohnbar (Nakba). Heute befinden sich diese Orte in Israel; viele der Orte wurden von jüdischen Einwanderern neu besiedelt, wobei die Ortsnamen durch neue hebräische Ortsnamen ersetzt wurden.  mehr lesen…

Haram esh-Sharif oder Tempelberg in Ostjerusalem

3. September 2021 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, UNESCO-Welterbe, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  10 Minuten

© Andrew Shiva/cc-by-sa-4.0

© Andrew Shiva/cc-by-sa-4.0

Der Tempelberg (“das edle Heiligtum”) ist ein Hügel im Südosten des UNESCO-Welterbes Altstadt von Jerusalem, oberhalb des Kidrontales. Auf seinem Gipfel befindet sich ein etwa 14 ha großes künstliches Plateau, in dessen Mitte der Herodianische Tempel stand, ein Nachfolgebau des nachexilischen jüdischen Tempels, der wiederum auf den Fundamenten des salomonischen Tempels errichtet wurde. Seit dem 7. Jahrhundert n. Chr steht hier der Felsendom. Auf der südlichen Seite der Esplanade befindet sich die al-Aqsā-Moschee. Der Tempelberg ist einer der umstrittensten heiligen Orte der Welt.  mehr lesen…

Grabeskirche in Ostjerusalem

2. April 2021 | Author/Destination: | Rubric: Allgemein, Union für das Mittelmeer Lesedauer:  16 Minuten

Calvary/Golgotha © Gerd Eichmann/cc-by-sa-4.0

Calvary/Golgotha © Gerd Eichmann/cc-by-sa-4.0

Als Grabeskirche< oder Kirche vom heiligen Grab wird die Kirche in der Altstadt von Ostjerusalems bezeichnet, die an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu steht. Die Kirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums und ist heute eine Simultankirche. Grabeskirche ist die in der Westkirche übliche Bezeichnung. In der Ostkirche bzw. von orthodoxen Christen wird das Gebäude Auferstehungskirche genannt. Die Kirche ist der Sitz des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem und des katholischen Erzpriesters der Basilika des heiligen Grabes. Das “Heilige Grab” (Sanctum Sepulcrum) im Innern der Kirche wurde verschiedentlich nachgebaut (Nachbildungen des Heiligen Grabs). Neben diesem Kirchengebäude tragen weitere Kirchen die Bezeichnung Grabeskirche. So ist St. Peter in Rom die Grabeskirche des Apostels Petrus. Mit dem Heiligen Grab ist jedoch stets die Grabeskirche Christi bezeichnet.  mehr lesen…

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