Stettin in der Woiwodschaft Westpommern

Donnerstag, 31. Januar 2013 - 13:29 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Facades of new buildings in Szczecin's Old Town © ProhibitOnions

Facades of new buildings in Szczecin’s Old Town © ProhibitOnions

Stettin ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern und liegt rund 120 Kilometer nordöstlich von Berlin an der Odermündung zum Stettiner Haff. Stettin ist einer der größten Seehäfen des Ostseeraums und siebtgrößte Stadt der Republik Polen. Die Stadt beherbergt mehrere Hochschulen, darunter eine Universität, und ist zusammen mit Kamień Pomorski Sitz des katholischen Erzbistums Stettin-Cammin. Die Altstadt wurde nach schweren Kriegszerstörungen nur teilweise wiederaufgebaut. Bis heute prägen zahlreiche Brachen das Stadtbild im ältesten Teil Stettins. Zwischen erhaltenen oder nach alten Unterlagen rekonstruierten alten Bauwerken stehen zahlreiche sehr einfache Wohnhäuser der 1950er Jahre. Den höchsten Punkt der Altstadt nimmt das Schloss der Herzöge von Pommern ein. Zu seinen Füßen, südlich angrenzend, entstand die bürgerliche Stadt rund um die ehemalige Nikolaikirche und das heutige, gotische Alte Rathaus am Heumarkt. Das mehrfach erweiterte Gebiet der mittelalterlichen Stadt lag ungefähr zwischen dem Oderufer und den heutigen Straßen Dworcowa (“Bahnhofstr.”, früher Grüne Schanze), aleja Niepodleglości, (“Unabhängigkeitsallee”, früher Paradeplatz), plac Zołnierza Polskiego (“Platz des polnischen Soldaten”, früher Königsplatz) und der neuen Schnellstraße Trasa Zamkowa (“Schloss-Trasse”). Ziemlich genau in der Mitte dieses alten Stadtgebiets steht die größte Kirche der Stadt, die gotische Jakobikirche.

An die mittelalterliche Stadtmauer erinnert heute nur noch der Siebenmäntel- oder Frauenturm (Baszta Siedmiu Płaszczy/Baszta Panieńska) an der nordöstlichen Ecke des damaligen Stadtgebiets. Die beiden erhaltenen barocken Festungstore, das Berliner Tor (poln. Brama Portowa, “Hafentor”) im Westen und das Königstor (poln. gleichbedeutend Brama Królewska) im Norden, entstanden erst im Zuge des Festungsausbaus nach dem Übergang an Preußen unter König Friedrich Wilhelm I. zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Sie wurden vom preußischen Festungsbaumeister Gerhard Cornelius von Wallrave entworfen und dienten neben militärischen auch repräsentativen Zwecken, so dokumentieren die Inschriften am Königstor die Inbesitznahme der Stadt durch Preußen.

Facades of new buildings in Szczecin's Old Town © ProhibitOnions Grumbkow's Palace on White Eagle © Horvat Kings Gate © Horvat Old Town Hall © Horvat Pomeranian Medical Academy © MMich Szczecin harbour and Oder_River panorama © Pa3Widzi/cc-by-sa-3.0
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Facades of new buildings in Szczecin's Old Town © ProhibitOnions
Nach 1945 übernahm die gründerzeitliche Neustadt anstelle der fast völlig zerstörten Altstadt die meisten Zentrumsfunktionen. Die Anlage der Neustadt ging auf die Initiative des langjährigen Oberbürgermeisters Hermann Haken zurück.

Ein echter Stadtmittelpunkt ist heute nicht erkennbar, jedoch kann man den Bereich um aleja Niepodległości (“Unabhängigkeitsallee”) und plac Wyzwolenia (“Befreiungsplatz”), vor dem Krieg zusammen Paradeplatz, zwischen Berliner Tor (polnisch Brama Portowa/”Hafentor”) und dem Hotelhochhaus Radisson SAS als wichtigsten Straßenzug der heutigen Innenstadt ansehen. Direkt neben dem Hotelgebäude befindet sich die Shopping-Mall Galaxy, das größte Einkaufszentrum der Stadt.

An der aleja Niepodległości stehen einige Prachtbauten der Gründerzeit; etwa ein neobarockes Gebäude, einst gebaut als Sitz der staatlichen Bank Pommersche Landschaft, heute wieder Niederlassung einer Bank, die neugotische Oberpostdirektion und mehrere Kaufhäuser.

Die äußere Neustadt erinnert in ihrem städtebaulichen Grundriss an Pariser Vorbilder, in der Architektur der Einzelgebäude dagegen an Berlin. Große, gerade Straßenachsen schneiden sich an repräsentativen Sternplätzen, deren bekanntester der plac Grunwaldzki (ehem. Kaiser-Wilhelm-Platz) im Norden der Neustadt ist. Die Bebauung der einzelnen Parzellen erfolgte wie in Berlin mit Vorderhäusern, Seitenflügeln und Quergebäuden, wodurch zahlreiche enge Hinterhöfe entstanden. Die Bebauung der Neustadt ist überwiegend viergeschossig. Eine der größten Straßenachsen ist die al. Jedności Narodowej (ehem. Kaiser-Wilhelm-Straße), an deren Endpunkt das heutige Rathaus von Szczecin steht, ehemals als Landeshaus Sitz der Provinz Pommern. Hinter dem Rathaus liegt die Jasne Błonia (“Helle Brache”, früher Quinstorp-Aue), in der ein Denkmal Papst Johannes Paul II. bereits zu dessen Lebzeiten errichtet wurde.

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