SoHo in Lower Manhattan

14. Februar 2015 | Destination: | Rubric: Allgemein, New York City |

Broome Street © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0

Broome Street © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0

SoHo ist ein Stadtteil im New Yorker Bezirk Manhattan. Der Name ist von “South of Houston Street” abgeleitet. Die Houston Street ist die nördliche Begrenzung von SoHo. Im Süden reicht SoHo bis zur Canal Street. Unterhalb der Canal Street liegt im Westen Manhattans das Viertel TriBeCa (Triangle Below Canal Street). Im Norden grenzt SoHo an den Bereich der New York University, Washington Square Park, Greenwich Village und an einige Straßenzüge, die in Anlehnung an SoHo manches Mal als NoHo (“North of Houston Street”) bezeichnet werden. SoHo gilt als Szeneviertel. In der Zeit zwischen 1800 und 1850 ließ sich zunehmend die wohlhabende Wohnbevölkerung Manhattans im heutigen SoHo nieder und zog auf diese Weise innerhalb kurzer Zeit die Ansiedlung unterschiedlichster Gewerbebetriebe, vor allem entlang des Broadway nach. Hotels, Theater, vornehme Ladengeschäfte und stattliche Miethäuser sprossen wie Pilze aus dem Boden, wodurch ein vielschichtiges und lebendiges Gesellschaftsleben entstand.

Der Stadtteil SoHo im heutigen architektonischen Erscheinungsbild entstand schließlich um 1850–1890, als die Wohnbevölkerung zunehmend in die nördlicheren Stadtteile Manhattans weiterzog und insbesondere die Textilindustrie Produktions- und Lagerstätten in SoHo errichtete. Die Gegend entwickelte sich zu einem heruntergekommenen Slum, in dem die Arbeitskraft von Fabrikarbeitern für geringe Vergütung und unter schlechten Bedingungen in den sogenannten Sweatshops ausgebeutet wurde. In den 1960er Jahren wurden diese Umstände durch neue Arbeitsvorschriften beendet, was zu einer regelrechten Flucht des produzierenden Gewerbes aus SoHo führte, und damit zu einer weitgehenden Verwaisung des gesamten Bezirks. Die großteils leerstehenden und dem langsamen Verfall anheimgestellten Industriegebäude wurden im Laufe der 1960er Jahre zunehmend von jungen Künstlern und Freiberuflern bezogen, die in den geräumigen, ehemals zu Produktionszwecken genutzten, großflächigen offenen Etagen äußerst preiswerte Ateliers einrichteten, aber auch durch zunächst illegale Umnutzung der Gewerbeflächen zu Wohnflächen großzügige Loftwohnungen unter vorerst meist provisorischen Umständen einrichteten. Durch aufwändige Sanierung und Modernisierung entstanden daraus im Laufe der 1970er und 1980er Jahre begehrte und teure Wohn- und Gewerberäume, deren Mietpreise heute zu den höchsten in New York gehören.

Broadway © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0 Howard Street © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0 Prince Street © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0 Broadway © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0 Broadway © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0 Broadway © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0 Broome Street © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0
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Howard Street © Beyond My Ken/cc-by-sa-3.0
Der Kern von SoHo, der Cast-Iron Historic District, wurde aufgrund der besonderen in der amerikanischen Gründerzeit 1840-1890 entwickelten Gusseisenbauweise der Lager- und Fabrikgebäude unter Denkmalschutz gestellt. Fast wäre jedoch dieser Kulturschatz verloren gegangen, als man 1962 eine Schnellstraße quer durch SoHo plante, um eine bessere Anbindung zwischen Nord- und Südmanhattan zu erreichen. Nach massivem Protest wurden diese Planungen 1968 eingestellt. 1971 gewann die Künstlergemeinde endgültig den Rechtsstreit um den Erhalt der Lagerhäuser. Gusseisen kam zunächst als dekoratives Element in Verwendung. Die Eisenelemente wurden industriell vorgefertigt und dazu verwendet, älteren Gebäuden im Stile des damaligen Historismus einen modernen, dekorativen Charakter zu verleihen. Später entwickelte sich die Verwendung von gusseisernen Fassaden zu einem zentralen, tragenden Konstruktionsmerkmal der Gebäude. Ihre tragende Struktur erlaubte große Fensterflächen, der Verzicht auf gemauerte Fassaden verringerte die Baukosten und erlaubte sehr kurze Bauzeiten von wenigen Monaten. Die Innenräume wurden durch die Verwendung schlanker, gusseiserner Säulen größer und funktioneller. Ganz nebenbei erlaubte das Material höchste gestalterische Freiheit: Ganz im Stil der Zeit goss man in die Fassadenstrukturen Versatzstücke französischer und italienischer Barock- und Renaissancegebäude, die man weiß oder beige strich, um ihnen den Anschein einer Steinfassade zu verleihen. Insgesamt gibt es in Manhattan etwa 250 Cast-Iron-Gebäude, die meisten davon in SoHo.

Im Lauf der 1970er Jahre entstanden in SoHo zahlreiche Jazz-Clubs, in denen berühmte Jazz-Persönlichkeiten ihre Kunst für geringe Gage darboten. Die Zeit der Avantgarde endete schließlich langsam gegen Ende der 1970er Jahre, als die Clubs kommerzieller wurden und SoHo für “die Szene” zu teuer wurde. SoHo hat sich seitdem zunehmend zu einem Touristenzentrum und zur Shoppingmeile für Liebhaber hochwertiger Modelabels entwickelt. Insbesondere internationale Modekonzerne, wie z.B. Chanel, zeigen in SoHo mit repräsentativen Niederlassungen Präsenz, was die Mieten für die alteingesessene Künstlerszene in nicht mehr erschwingliche Höhen trieb. Neben einer Zahl von weit über hundert, meist avantgardistischen Galerien und zahlreichen Antiquitätenhändlern, residiert in SoHo das New Museum of Contemporary Art. Das Guggenheim SoHo wurde 2002 geschlossen, und das Gebäude beherbergt seitdem einen Prada-Store.

Lesen Sie mehr auf NewYork.de – SoHo und TriBeCa, NewYork-Manhattan.info – SoHo, TimeOut.com – SoHo, SoHoNYC.com, ArtSeenSoHo.com und Wikipedia SoHo. Fotos von Wikimedia Commons.



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