Shanghai, Paris des Ostens

Samstag, 23. November 2013 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Pudong © J. Patrick Fischer/cc-by-sa-3.0

Pudong © J. Patrick Fischer/cc-by-sa-3.0

Die Hafenstadt Shangha ist die bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik China und eine der größten Städte des Landes und der Welt. Das gesamte Verwaltungsgebiet Shanghais hat 23 Millionen Einwohner. Davon sind 15,9 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 7,1 Millionen temporäre Einwohner mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung. Wird die Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) als Grundlage genommen, leben in Shanghai 15,1 Millionen Menschen. Der Ballungsraum (einschließlich Vororte) hat 24,8 Millionen Einwohner.

Shanghai ist eine Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und ihr Status entspricht dem einer Provinz. Das derzeit 6340,5 km² große Verwaltungsgebiet Shanghais stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern ist – mit seiner außerhalb der Kernstadt dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur – eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar. Durch permanente Maßnahmen zur Landgewinnung am seichten Bankett des Jangtsekiang-Trichters (insbesondere im südöstlichen Zipfel) erhöht sich der Landanteil stetig. Der Hafen von Shanghai ist mit 31,74 Millionen TEU pro Jahr der größte Containerhafen der Welt. Auch nach Gesamtumschlag ist der Hafen mit 537 Millionen Tonnen Waren im Jahre 2006 der größte. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutendes Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern und Museen.

Mitte der 1980er Jahre fiel die Entscheidung, Shanghai ein weiteres Mal die Vorreiterrolle für die Modernisierung Chinas zuzuweisen. Dies führte zu einem enormen Anstieg der Industrieproduktion und der ausländischen Investitionen. 1990 wurde die Sonderwirtschaftszone Pudong gegründet und der Grundstein für einen “Neuen Bund” gelegt. Die Stadt profiliert sich als Standort für die Entwicklung von Bio-, IT- und Mikroelektroniktechnologien. Sie ist Sitz zahlreicher internationaler Finanzinstitutionen. In Shanghai steht das höchste Gebäude Chinas, das 492 Meter hohe Shanghai World Financial Center. Die Stadt ist der weltweit einzige Ort, den eine Magnetschwebebahn – der Transrapid Shanghai – im öffentlichen Verkehr befährt.

Seit 2008 erinnert ein Denkmal an Albert Einstein und sein Lebenswerk. Einstein hatte seine Japanreise 1922 auch mit einer Reise nach Shanghai verbunden und hier im Astor House Hotel gewohnt. Bei seiner Ankunft am 13. November des Jahres erfuhr er von seinem Nobelpreis. Am 31. Dezember 1923 kam Einstein ein zweites Mal nach Shanghai und hielt im Rathaus, Fuzhou Road, einen Vortrag über seinen Beitrag zur Physik.

In der Nähe des Hauptbahnhofs erinnert ein Denkmal an Johann Sebastian Bach.

The Bund at night © Miguel A. Monjas/cc-by-sa-3.0 Pedestrian-only section of East Nanjing Road © Agnieszka Bojczuk/cc-by-sa-3.0 University City District © Wsj8526/cc-by-sa-3.0 Shanghai Skyline at night © flickr.com - dawvon/cc-by-2.0 Bund Panorama © Till Niermann Pudong © J. Patrick Fischer/cc-by-sa-3.0
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Pedestrian-only section of East Nanjing Road © Agnieszka Bojczuk/cc-by-sa-3.0
Shanghai ist heute die modernste und dem Westen ähnlichste Stadt in der Volksrepublik China. Der historische Kern ist weitgehend Neubauten gewichen und nur noch als Touristenattraktion vorhanden, während der Bau von Wolkenkratzern bei 24-stündiger Bautätigkeit zunimmt. Zu den wenigen historischen Attraktionen Shanghais zählen die siebenstöckige “Long-Hua-Pagode” aus der Zeit der Song-Dynastie (960–1279) und das Long-Hua-Kloster mit einer drei Meter hohen Buddha-Statue.

Der waterbund, kurz Bund, wurde nach dem ersten chinesischen Staatspräsidenten Sun Yat-sen in Zhong-Shan-Straße umbenannt. Der Bund wurde zunächst von Niederländern als Deich zum Huangpu-Fluss, einem Zufluss des Jangtsekiang, errichtet. Dort befinden sich eine Uferpromenade sowie im europäischen Stil errichtete Gebäude. Sie sind zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Das ehemalige Zentralgebäude des chinesischen Seezolls mit seinem 33 Meter hohen Turm ist eines der bekanntesten, lange Zeit das höchste Gebäude Chinas. Berühmt sind weiterhin das Peace Hotel sowie die 1908 eröffnete Waibaidu-Brücke. Shanghai besaß vor dem Zweiten Weltkrieg die höchsten Häuser außerhalb der USA. Vom Bund führen die Hauptgeschäftsstraßen der Stadt nach Westen durch das Zentrum Shanghais, darunter auch eine der beiden großen Einkaufsstraßen, die Nanjing Lu, begleitet von zwei wichtigen, parallel dazu verlaufenden Verkehrsadern, der Fuzhou-Straße und der Yan’an-Straße. Zu Zeiten der ausländischen Konzessionen galt die Nanjing-Straße als eine Mischung aus Broadway und Oxford Street, und selbst nach 1949 behauptete sie sich als ein Mittelpunkt des Theaters und Kinos und blieb eine der belebtesten Einkaufsstraßen der Welt.

Südlich dieses Straßenzuges erstreckt sich die durch meist zweistöckige Holzhäuser und enge Gassen geprägte Altstadt. Im Herzen dieses historischen Zentrums Shanghais befinden sich ein Basar und der Yu-Garten (Yu Yuan) aus dem 16. und 17. Jahrhundert, einer der berühmtesten Gärten in China. Die Anlage umfasst etwa 30 Hallen und Pavillons sowie mehrere Seen. Sehenswert ist auch das astronomische Observatorium der Stadt. Die alten Li Longs in den ehemaligen französischen und englischen Bezirken, wo drei Generationen in einem Apartment lebten, wurden abgerissen. Sie waren oft aus einer Kombination Holz/Ziegel/Gips oder Beton/Stahl gebaut.

Auf dem Gelände der Expo 2010 entstand neben den Länderpavillons die Expoachse mit der weltgrößten Membrankonstruktion, die später als Einkaufszentrum umgenutzt werden soll.

Lesen Sie mehr auf Stadt Shanghai, Shanghai-Infos.de, ShanghaiReise.de, Wikitravel Shanghai und Wikipedia Shanghai (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.







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