Sète, Klein-Venedig des Languedoc

Dienstag, 12. Mai 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

The Maréchal de Lattre de Tassigny Embankment and the Canal of La Peyrade from the Louis Pasteur Embankment © Christian Ferrer/cc-by-sa-3.0

The Maréchal de Lattre de Tassigny Embankment and the Canal of La Peyrade from the Louis Pasteur Embankment
© Christian Ferrer/cc-by-sa-3.0

Sète ist eine Hafenstadt an der Mittelmeerküste Südfrankreichs. Sie ist mit 45.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Département Hérault in der Region Languedoc-Roussillon. Die Stadt Sète liegt 32 km südwestlich der Stadt Montpellier direkt am Mittelmeer auf einer schmalen Landzunge zwischen dem Mittelmeer und der 18 km langen Lagune Étang de Thau (auch “Bassin de Thau”). Sète ist praktisch von allen Seiten von Wasser umgeben und wird deswegen auch als “Klein-Venedig des Languedoc” bezeichnet. Das Zentrum der Stadt ist der Canal Royal (Königskanal), an dem viele Souvenirläden und Restaurants liegen. Stilistisch ist die Stadt eine Mischung mediterraner Stile mit deutlichem italienischen Akzent.

Sète hat zwölf Brücken, davon fünf Hebebrücken. Das Quartier “Haut”, das sich am Stadthügel entlangzieht, hat bis heute seinen malerischen Charme behalten. Der 183 Meter hohe Stadthügel Mont Saint-Clair am südlichen Stadtrand, ein Kalksteinfelsen, bietet vom Gipfel aus in alle Himmelsrichtungen Panoramaaussichten über die Gewässer. Der Hafen besteht seit Juli 1666, der Patron von Hafen und Stadt ist der 1297 heiliggesprochene Ludwig IX. Auf dem Weg über die Sandbank “Le Toc” zum 19 km entfernten südwestlich von Sète gelegenen Ort Cap d’Agde befinden sich auf 15 km Länge verschiedene Sandstrände, die im Sommer von Einheimischen und Touristen zum Baden genutzt werden. Um den Étang de Thau haben sich im Laufe der Geschichte Fischer- und Winzerdörfer angesiedelt.

The Maréchal de Lattre de Tassigny Embankment and the Canal of La Peyrade from the Louis Pasteur Embankment © Christian Ferrer/cc-by-sa-3.0 Étang de Thau - Barrou Neighbourhood with oyster banks in the background © Fagairolles 34/cc-by-sa-3.0 Sète © ot-sete.fr The Théâtre Molière seen from the West © Christian Ferrer/cc-by-sa-4.0 Sète from Mont St Clair © Clemens Franz/cc-by-sa-3.0
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The Maréchal de Lattre de Tassigny Embankment and the Canal of La Peyrade from the Louis Pasteur Embankment © Christian Ferrer/cc-by-sa-3.0
Sètes Wirtschaft ist vom Hafen geprägt, der mit seinem Handelsvolumen von 3,6 Millionen Tonnen (2005) an der französischen Mittelmeerküste hinter Marseille an zweiter Stelle, insgesamt in Frankreich an elfter Stelle steht. Der Hafen Sète bedient unter anderem die Fischerei (Sardinen, Makrelen und Tunfisch). Sète ist der wichtigste französische Fischereihafen am Mittelmeer. Die morgendliche Heimkehr der Fischkutter, die von zahllosen Möwen begleitet werden, geben dabei ein täglich einzigartiges Bild ab. Die Hälfte der auf dem Frischmarkt in der Fischauktionshalle am Vieux Port, dem “Alten Hafen”, versteigerten Fische wird in die Nachbarländer Spanien und Italien verkauft. Der Hafen dient überdies dem Export vom Wein und dem Fährverkehr nach Nordafrika. Des Weiteren ist die Westseite der abwasserfreien Lagune des Étang de Thau (gespeist vom Canal du Midi mit kalkreichem Wasser aus den Pyrenäen) ein idealer Ort für die Austernzucht – hier wachsen 20 Prozent der französischen Austernproduktion, sowie die Zucht von Muscheln. Touristisch werden Badetourismus und die Vermietung von Hausbooten angeboten, mit denen man ohne Führerschein durch die Kanäle nach Toulouse (durch den Canal du Midi) oder in Richtung Rhône fahren kann (Rhône-Sète-Kanal). Die Markthalle von Sète und die Fischrestaurants sind berühmt für ihre mediterranen Spezialitäten. Spezialitäten von Sètes und der Region sind die “Tielles” (Tintenfisch im Teigmantel mit Tomatensauce), die “Rouille” (würzige Knoblauchmayonnaise), die “Bourride” (landestypische Fischsuppe mit Miesmuscheln und Tintenfischen), die “Kalamari-Rouille” sowie weitere Arten von Meeresfrüchten.

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