San Gimignano, mittelalterliches Manhattan der Toskana

Dienstag, 11. August 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, UNESCO-Welterbe

© Vignaccia76/cc-by-sa-3.0

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San Gimignano ist eine italienische Kleinstadt in der Toskana mit einem mittelalterlichen Stadtkern. San Gimignano wird auch “Mittelalterliches Manhattan” oder die “Stadt der Türme” genannt. Die Stadt liegt in der Provinz Siena und hat 8.000 Einwohner. Sie gehört neben Florenz, Siena und Pisa zu den von Touristen meistbesuchten Zielen in der Toskana.

Der historische Stadtkern ist seit dem Jahr 1990 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. San Gimignano besitzt noch einige der mittelalterlichen Geschlechtertürme, die in anderen Städten nur als Stümpfe erhalten blieben. Im Mittelalter versuchten die Patrizierfamilien, sich in der Höhe ihres Geschlechterturmes zu übertreffen, obwohl ein luxuriöses Leben in diesen nicht möglich war. Von den einst 72 Geschlechtertürmen existieren in San Gimignano heute noch 15. Die beiden höchsten, der Torre Grossa aus dem Jahr 1311 und der Torre della Rognosa, weisen eine Höhe von 54 bzw. 51 Metern auf.

View from Torre Grossa © MarkusMark San_Gimignano-View_from_Torre_Grossa-1-MarkusMark San_Gimignano-Via_San_Stefano-MarkusMark Piazza della Cisterna © Mihael Grmek/cc-by-sa-3.0 Piazza della Cisterna © Dlanglois/cc-by-sa-3.0 © Vignaccia76/cc-by-sa-3.0
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Piazza della Cisterna © Mihael Grmek/cc-by-sa-3.0
Die Blütezeit der Stadt dauerte 160 Jahre an, ihr Wohlstand beruhte auf Handel und dem Anbau von Safran, mit dem man Seidenstoffe färbte. Die Frankenstraße verlor im Spätmittelalter allmählich an Bedeutung, weil der Handel die bequemeren Wege durch die weitgehend trockengelegten Sümpfe der Ebenen vorzog. Die Stadt, die einst Gesetze gegen übertriebenen Luxus erlassen hatte, verarmte. Hochrenaissance (ca. 1500 bis 1530) und Barock (1575 bis 1770) hinterließen in San Gimignano so gut wie keine Spuren. Die Stadt war niemals ein eigenständiges Kunstzentrum. Künstler aus Siena und Florenz malten die Fresken und Altartafeln. Die Paläste und Kirchen zeigen pisanische, sienesische, lucchesische und florentinische Stilmerkmale. In San Gimignano ist die Zeit im Jahr 1563 stehen geblieben. Der erste der toskanischen Großherzöge, Cosimo I. de’ Medici, entschied, es dürfen „auch keine geringen Summen“ mehr in diese Stadt investiert werden. Das musste akzeptiert werden, und so ist San Gimignano geblieben, wie es damals war. Heute lebt die Stadt großenteils von ihrer pittoresken Sehenswürdigkeit, die ihr zehntausende von Touristen pro Jahr verschafft. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen:

  • Die Piazza della Cisterna verdankt ihren Namen einem mittelalterlichen Brunnen (ital. cisterna) in ihrem Zentrum.
  • Porta San Giovanni aus dem 13. Jahrhundert.
  • Collegiata Santa Maria Assunta mit schönen Fresken
  • Palazzo del Popolo mit Torre Grossa
  • Palazzo del Podestá
  • Rocca (Burgruine) mit Garten und einer schönen Aussicht.
  • Das Museo della Tortura zeigt, mit welchen Mitteln im Mittelalter gefoltert wurde.
  • Im Museo d’Arte Sacra ist religiöse Kunst zu sehen. Die Ausstellungsstücke stammen aus dem Mittelalter bis hin zum 16. Jahrhundert.
  • Museo Civico ist das städtische Museum. Zum Museum gehört der “Torre Grossa” aus dem 13. Jahrhundert. Der Geschlechterturm ist der einzige in San Gimignano, der besichtigt und bestiegen werden kann.
  • Wanderung ins Tal zur mittelalterlichen Wascheinrichtung mit Blick auf die Türme in schöner Landschaft.
  • SanGimignano1300: Die Nachbildung der Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Entwicklung und den Glanz des weltberühmten mittelalterlichen Ortes kennen und schätzen zu lernen.

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