Rijeka an der Kvarner-Bucht

Samstag, 15. November 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Europäische Union, Allgemein, Kulturhauptstadt Europas

Croation National Theatre © Djoko/cc-by-sa-3.0

Croation National Theatre © Djoko/cc-by-sa-3.0

Rijeka ist eine Hafenstadt am Nordende der inselreichen Kvarner-Bucht. Nach Zagreb und Split ist Rijeka die drittgrößte Stadt in Kroatien. Der Stadtname leitet sich von einem Kastell und einer Kirche am Fluss Rječina im heutigen Stadtteil Trsat ab. Rijeka ist die Hauptstadt der Gespanschaft Primorje-Gorski kotar (kroatisch: Primorsko-goranska županija).

Der Hafen Rijeka ist ein bedeutender überseeischer Umschlagplatz für Süd-Mittel- und Süd-Mittelosteuropa. Bedingt durch eine Reihe von politischen Wechseln in den Jahren 1919 bis 1989 konnte der Hafen seine damalige Prosperität nur mühsam halten, baut jedoch seit dem Ende des Kroatienkriegs seinen Handel stark aus. Vor allem Unternehmen aus den süddeutschen und österreichischen Wirtschaftszentren nutzen den relativ kurzen Handelsweg über Rijeka in den Mittleren und Fernen Osten. Österreich erhielt im Jahr 2000, Ungarn im Jahr 2001 einen Freihafen. Durch diese Maßnahme eröffnen verschiedene Firmen aus den beiden Ländern zurzeit neue Standorte in Rijeka. Der Hafen besitzt mehrere Terminals für Mineralöl, Stückgut, Sperrgut und Container, sowie einen Passagierterminal für Fährverkehr.

Jadran Palaca © Roberta F./cc-by-sa-3.0 © Jerzy Strzelecki/cc-by-sa-3.0 Church of Lourdes © Roberta F./cc-by-sa-3.0 Port of Rijeka © Raffaello/cc-by-sa-3.0 Pedestrian street © Modzzak/cc-by-sa-3.0 Croation National Theatre © Djoko/cc-by-sa-3.0
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Croation National Theatre © Djoko/cc-by-sa-3.0
Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren etwa 80 Prozent der Bevölkerung Italiener. Trotzdem wurde die Stadt 1947 auf Geheiß der alliierten Siegermächte an die Volksrepublik Jugoslawien abgetreten. Durch eine Volksabstimmung wurden zudem die Städte Sušak und Rijeka wieder eine geeinte Stadt. Damit endete die 21-jährige Zugehörigkeit zu Italien. Jugoslawien wies nach italienischen Angaben über 300.000 Italiener aus. Als Grund für die Ausweisung der Italiener wird die Nichtannahme der jugoslawischen Staatsangehörigkeit genannt. Die meisten Flüchtlinge kamen aus Rijeka und Umgebung, aber auch aus Istrien und Dalmatien. Historisch gesehen ist dies nicht der einzige Grund für den Exodus der Italiener. Viele Italiener fürchteten die Rache der slawischen Einwohner, die unter einer Politik der slavofobia (Slawenangst) zu leiden gehabt hatten, und verließen Rijeka und damit auch Jugoslawien. Die ausgewiesenen Italiener wurden zum Teil in der Region von Triest angesiedelt, viele Italiener waren erst nach 1920, gefördert von der italienischen Regierung, in die Stadt und in ihre Region gekommen. Die Kroaten, die zuvor von den Italienern vertrieben worden waren, kehrten in die Stadt zurück. In der Folgezeit wurde Rijeka zu einem transittouristischen Verwaltungs-, Handels-, Industrie-, Kultur- und Universitäts-Mittelpunkt. Die Revitalisierung der Altstadt begann in den 1960er Jahren nach Entwürfen des einheimischen Architekten Igor Emili. Dabei wurde auch die Burg von Trsat komplett renoviert. 1973 wurde Rijeka Universitätszentrum. Der Sitz des Rektorats ist das ehemalige Rathaus von Sušak. 1991 erklärte sich Kroatien unabhängig von Jugoslawien. Während des anschließenden Kriegs kam Rijeka ohne Schäden davon; es lag ca. 70 km vom nächsten Kriegsschauplatz entfernt.

Die Universität Rijeka hat Fakultäten Medizin, Philosophie, Technik, Wirtschaft, Schifffahrt, Recht. Daneben besteht noch die Hochschule in Rijeka und die Marinehochschule Rijeka. In Rijeka befindet sich ein Gebäude des bekannten, auf Theaterbauten spezialisierten Architekturbüros Fellner & Helmer, das Kroatische Nationaltheater in Rijeka. Seit 1982 findet in Rijeka der jährliche Karneval statt. Jährlich besuchen über 120.000 Zuschauer den Karneval, der von Mitte Januar bis Ende Februar stattfindet. Am Umzug nehmen über 10.000 Aktive teil, die in ca. 150 Gruppen organisiert sind.

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