Quartier des Halles in Paris

12. August 2016 | Destination: | Rubric: Allgemein, Paris |

© Zoeunibail/cc-by-sa-4.0

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Quartier des Halles (dt. Viertel der Hallen) ist der Name des zweiten der 80 Quartiers der Stadt Paris, die in ihrer heutigen Form im Zuge der letzten Eingemeindung im Jahr 1860 geschaffen wurden. Das Viertel liegt auf dem Rive Droite (dt. rechtes Ufer) der Seine im Zentrum der Stadt und ist Teil des 1. Arrondissements. Es ist nach dem ehemaligen Pariser Großmarkt (frz. Halles Centrales oder Halles de Paris) und seinen Markthallen benannt, die unter anderem durch Émile Zolas Roman Der Bauch von Paris bekannt und heute zum “Herz” von Paris mit einer unterirdischen Stadt auf mehreren Ebenen geworden sind. 1969 wurde der Großmarkt Rungis gebaut und der Großmarkt umgesiedelt; dem gingen langwierige Verhandlungen und Planungen sowohl bezüglich der Nutzung des freiwerdenden, 10 Hektar großen Geländes, als auch hinsichtlich der umfassenden Sanierung des gesamten Viertels voraus. Nach dem Abriss der Markthallen (1971–1973) entstanden in mehreren Kampagnen der unterirdische Umsteigebahnhof der Linien der S-Bahn RER und der U-Bahn Metro (1977), das Einkaufszentrum des Einzelhandels Forum des Halles (1979), weitere unterirdische Einrichtungen (1985), darunter ein Schwimmbad und ein Auditorium, und schließlich der Stadtpark Jardin des Halles (1986).

1135 verlegte König Ludwig VI. den zentralen Marktplatz vom Place de Grève (heute: Place de l’Hôtel-de-Ville) in die damalige Ortschaft Les Champeaux (auch: Petits Champs). Dieser Ort war ein Sumpfgebiet außerhalb der Stadtmauern. Im Jahre 1183 erwarb König Philipp II. das ganze Eigentum am Gelände. Schon zu der Zeit war es ein großer Markt, auf dem Lebensmittel, Textilien, Schuhe und Kurzwaren verkauft wurden. Die Händler ließen sich in Unterständen nieder, die sich in der Nähe der Häuser der Hersteller befanden. Nach und nach kamen weitere Händler zu den bereits ansässigen hinzu. Aufgrund des Wachstums ließ Philipp II. die ersten Hallen aufstellen, um Weber und Tuchhändler zu beherbergen. Der Markt dehnte sich weiterhin aus, so dass man seit dem 16. Jahrhundert seine Neuorganisation und die Erweiterung der Wege in Betracht zog. Man ließ Häuser mit Säulenhallen im Erdgeschoss oder bedeckten Galerien bauen, die unter dem Namen Piliers des Halles (dt. Pfeiler der Hallen) bekannt sind.

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Halles de la gare - Central train station © Gene.arboit/cc-by-sa-3.0
Als 1969 der Großmarkt endgültig verlegt wurde, fanden kulturelle Protestaktionen in den Pavillons statt. 1971 werden die ersten sechs Pavillons abgerissen, um einen RER-Bahnhof und das Forum des Halles zu bauen. Auf den Baustellenlöchern der abgerissenen Pavillons und angrenzenden Häuserblöcke wurden Filmszenen von Marco Ferreris Touche pas à la femme blanche! (Berühre nicht die weiße Frau) und Roman Polańskis Le locataire (Der Mieter) gedreht.

Am 7. Dezember 1977 wurde der neue RER-Bahnhof unter dem Namen Châtelet Les Halles eingeweiht, am 4. September 1979 folgte die Eröffnung des unterirdischen Einkaufs- und Freizeitzentrums Forum des Halles. Der zweite Teil des Forums (Architekt: Paul Chemetov) wurde 1985 eröffnet. Im gleichen Jahr wurden oberirdisch des Forums Gärten angelegt. Die ehemaligen Lebensmittel-Großhandelsgeschäfte sind nach und nach verschwunden und haben sich in moderne Boutiquen umgewandelt. Seit dem Jahr 2004 sind mehrere Wettbewerbe für den Umbau des Forum des Halles ausgeschrieben worden, zum letzten Mal im Jahr 2007. Als Preisträger gingen die französischen Architekten Patrik Berger und Jacques Anziutti mit ihrem Entwurf La Canopée hervor. Die Umbauarbeiten begannen 2014 und wurden 2016 abgeschlossen.

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