Porträt: James Lewis Kraft, Gründer des drittgrößten Lebensmittelkonzerns der Welt

Mittwoch, 25. Januar 2017 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Porträt

James Lewis Kraft © culturecheesemag.com - Echtner

James Lewis Kraft © culturecheesemag.com – Echtner

James Lewis Kraft war ein kanadisch-US-amerikanischer Unternehmer und Gründer des späteren drittgrößten Lebensmittelkonzerns der Welt, Kraft Foods. Geboren wurde er wahrscheinlich auf dem elterlichen Bauernhof lot 8, concession 10, Bertie Township im Südosten von Stevensville (heute Fort Erie), Kanada. Er war das zweite von elf Kindern. Seine Eltern, George und Minerva Alice Tripp Krafft waren Mennoniten, die die Tradition seines Urahnen Jacob Boehm pflegten. Sein in Deutschland geborener Großvater Francis Krafft war nach Pennsylvania emigriert, weiter nach Oberkanada (Ontario) gezogen, wo George geboren wurde, und war 1861 Farmer in Bertie Township.

James besuchte die Stevensville School No. 09 und begann im Alter von 18 Jahren in Richard Ferguson’s general store zu arbeiten. 1901/02 war er hier Buchhalter und verdiente $ 500 im Jahr. 1902 ging er nach Buffalo, wo er als Sekretär und Finanzwart für die Shefford Cheese Company arbeitete. 1903 zog er nach Chicago, wo er eine Zweigniederlassung leitete. Dort wurde er aber von Geschäftspartnern aus dem Geschäft gedrängt. Mit dem verbliebenen Kapital von 65 Dollar mietete er ein Pferd namens Paddy mit Wagen und kaufte täglich bei den Großhändlern in der South Water Street den schnell verderblichen Käse ein, um ihn an die lokalen Händler zu vertreiben, die dieses nicht täglich selbst leisten konnten. Innerhalb von fünf Jahren wollte er der beste Käse-Großhändler der Stadt werden. Dieses neue Geschäft war erfolgreich und 1909 holte er seine Brüder Charles H., John H., Fred und Norman mit ins Unternehmen, das in diesem Jahr unter dem Namen J. L. Kraft & Bros. Co eingetragen wurde, mit James Lewis als Präsidenten.

1914 begann er eine eigene Käseproduktion in Stockton (Illinois), vertrieb rund 30 Käsesorten unter den Markennamen Kraft and Elkhorn und war in den meisten Städten der USA vertreten. Käse war in den USA unpopulär, der durchschnittliche Jahresverbrauch lag bei einem Pfund. Die seinerzeit in den USA am häufigsten verkaufte Käsesorte Cheddar war anfällig für Verschimmeln oder Austrocknen. Auch der Geschmack war nicht einheitlich, vielfach sogar streng oder bitter. Bei seinen Experimenten entdeckte Kraft, dass sich Käse ähnlich wie Milch pasteurisieren lässt und genießbar bleibt, wenn der Erhitzungsprozess schnell stattfindet. Frühere Versuche resultierten in einer Trennung des Käses in Feststoff und Öl. Mittels Versuch und Irrtum entwickelte er einen Prozess zur Pasteurisierung von Käse (zu Schmelzkäse). Dieser war, sorgfältig verpackt, resistent gegen Verderb und ließ sich auch auf große Entfernungen ohne Kühlung versenden. 1916 erhielt er für sein Verfahren ein Patent.

1915 verkaufte er pasteurisierten Käse in Dosen im Wert von 5000 Dollar, zum Großteil nach Indien und Asien. 1916 stieg der Umsatz auf 150.000 Dollar. Im Ersten Weltkrieg bestellte die US-Regierung mehr als 6 Millionen Pfund Kraft-Käse in Dosen. Nach dem Krieg verkaufte er seinen Käse in 5-Pfund-Laiben, in Folie eingeschlagen und in Holzschachteln verpackt. 1919 weitete er sein Geschäft auf Kanada aus. Im folgenden Jahr erwarb er die für ihren Frischkäse bekannte A. F. MacLaren Imperial Cheese Company in Stratford (Ontario). Sein jüngster Bruder John Henry wurde Präsident der Kraft-MacLaren Cheese Company. 1933 sponserte er die wöchentliche Radiosendung Kraft Music Hall, in der er auch neue Produkte ankündigte. 1947 führte er das Kraft Television Theatre ein. Kraft wurde 1953 auf dem Memorial Park Cemetery in Skokie, Illinois, beerdigt.

Lesen Sie mehr auf Wikipedia James Lewis Kraft (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



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