Périgueux in Aquitanien

Donnerstag, 18. Juli 2013 - 13:02 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, UNESCO-Welterbe

Town Hall © Père Igor/cc-by-sa-3.0

Town Hall © Père Igor/cc-by-sa-3.0

Périgueux ist eine Stadt in der französischen Region Aquitanien und mit 30.000 Einwohnern die größte Stadt im Département Dordogne. Die Stadt ist Sitz der Präfektur des Départements. Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Périgueux, es besteht aus 18 Kantonen. Der Fluss Isle durchquert von Ost nach West die Stadt.

1240 vereinigten sich die beiden Siedlungen Vesunna und Puy-Saint-Front zur Stadt Périgueux, die Hauptstadt der Grafschaft Périgord wurde. Das antike Vesunna wurde fortan “La Cité” genannt, Puy-Saint-Front dagegen “Le Bourg”. Es war dies die erste Blütezeit von Périgueux: Die schiffbare Isle wurde für regen Warenaustausch mit der Umgebung genutzt, viele Güter wurden über den Seehafen von Bordeaux abgewickelt. Gleichzeitig wurde Périgueux während des Hundertjährigen Krieges zu einem bedeutenden Garnisonsstandort

Eine zweite Blüte erfuhr die Stadt zur Zeit des Atlantischen Seehandels, der sich an die Entdeckung Amerikas 1492 anschloss. Bordeaux, nun wieder zu Frankreich gehörend, konnte eine besondere Stellung im Atlantischen Sklavenhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika erlangen, wovon Périgueux nachhaltig profitierte. Es entstanden prächtige Bürgerhäuser im Renaissance-Stil, die noch heute die Altstadt prägen. Am Ufer der Isle wurden Residenzen für die ansässigen Konsuln errichtet. Über den Flusshafen wurden Güter aus dem gesamten Umland umgeschlagen – insbesondere der Wein, der eine hohe Reputation in der ganzen Welt besaß. Die folgenden Jahrhunderte waren eine Zeit stetigen Niedergangs.

Palace Theatre © Père Igor/cc-by-sa-3.0 Maison du Pâtissier © Abxbay/cc-by-sa-3.0 Maison dite Moulin Saint-Front © Alex Hudghton/cc-by-sa-3.0 Cathedral Saint Front © Luidger/cc-by-sa-3.0 Brou de Laurière © Père Igor/cc-by-sa-3.0 Town Hall © Père Igor/cc-by-sa-3.0
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Maison dite Moulin Saint-Front © Alex Hudghton/cc-by-sa-3.0
Ein wirtschaftlicher Schub erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde und dort eines der größten Ausbesserungswerke Frankreichs errichtet wurde. In dieser Zeit wurden die Stadtmauern nieder gelegt und durch einen Boulevard ersetzt; zwischen historischem Kern und dem Bahnhof entstanden neue Stadtviertel, es wurden ein öffentlicher Park und Alleen angelegt. Diese kurze Zeit wirtschaftlicher Prosperität endete mit der völligen Vernichtung der Weinkulturen durch die Reblaus und einigen schweren Absatzkrisen für landwirtschaftliche Produkte um die Jahrhundertwende, wodurch die ganze Region einer wichtigen wirtschaftlichen Basis beraubt und durch die Abwanderung zunehmend entvölkert wurde.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Périgueux zunächst kaum. Die einzige wirtschaftliche Neuansiedlung von Bedeutung war die Briefmarkendruckerei der französischen Staatspost, die aber den Mangel an industrieller Basis und schlechter Verkehrsanbindung nicht ungeschehen machen konnte. Erst in den 70er Jahren kam wieder Bewegung in die Stadt: Die gesamte Altstadt wurde zum nationalen Kulturdenkmal erhoben und erfuhr in der Folgezeit eine gewaltige Aufwertung. Heute sind nahezu alle historischen Bauten nach historischem Vorbild renoviert bzw. wiederhergestellt worden, wodurch sich eines der schönsten Stadtbilder von ganz Frankreich bestaunen lässt. Die Kathedrale Saint-Front steht heute als Teil des Weltkulturerbe “Jakobsweg in Frankreich“ unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. Hierdurch hat sich auch der Tourismus schwungvoll entwickeln können. Périgueux, immer noch geistliches, administratives und kulturelles Zentrum des Périgord, ist heute ebenfalls für Festivals, gehobene Küche und als Zentrum des regionalen Fremdenverkehrs bekannt.

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