Paphos, Kulturhauptstadt Europas 2017

Freitag, 27. Oktober 2017 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Europäische Union, Allgemein, Kulturhauptstadt Europas, UNESCO-Welterbe

Sheriffing Paphos © panoramio.com - An. Antoniou/cc-by-sa-3.0

Sheriffing Paphos © panoramio.com – An. Antoniou/cc-by-sa-3.0

Paphos ist eine Hafenstadt mit 33.000 Einwohnern im Südwesten der Republik Zypern und Verwaltungssitz des nach ihr benannten Bezirkes. 2017 ist sie – gemeinsam mit dem dänischen AarhusKulturhauptstadt Europas. Der Ursprung von Palaia Paphos (“Alt-Paphos”), welcher sich heute am südlichen Ortsrand von Kouklia befindet, liegt im Dunkeln. Erst nachdem die Hafenstadt Nea Paphos (= Lage des heutigen Paphos) gegründet wurde, wurde im 4. Jahrhundert vor Christus zur Unterscheidung die alte Hauptstadt Palaia Paphos genannt. Mythische Quellen führen die Stadtgründung auf den König Kinyras zurück, nach dem sich Generationen von Priesterkönigen in Paphos als Kinyraden bezeichneten. Nach Pausanias hat Agapenor von Tegea, auf dem Heimweg von Troja, der Aphrodite in Paphos einen Tempel errichtet. Paphos ist 1980 wegen seiner spektakulären antiken Ruinen in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden.

Die so genannten Königsgräber von Nea Paphos aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, als Zypern unter der Herrschaft der Ptolemäer stand, wurden bis ins 3. Jahrhundert nach Christus für Bestattungen benutzt. Allerdings wurden dort keine Könige bestattet, sondern Angehörige der zypriotischen Oberschicht. In der späten Eisenzeit bis zur Zeit der Diadochen war Paphos ein Kleinkönigreich. Der letzte Herrscher, Nikokles, nahm sich und seiner gesamten Familie 310 vor Christus das Leben, nachdem er in Konflikt mit Ptolemaios I. geraten war. Im Archäologischen Park sind die Villen aus römischer Zeit (2./3. Jahrhundert nach Christus) mit ihren wertvollen Bodenmosaiken zu besichtigen. Wichtigstes Wahrzeichen ist das mittelalterliche Kastell direkt am Hafen, das Osmanen 1592 wieder aufbauten, nachdem es zuvor von den Venezianern aufgegeben und teilweise zerstört worden war.

© Anna Anichkova/cc-by-sa-3.0 The Saracen Rock (foreground) and the Rock of the Greek (background) © Vladimer/cc-by-sa-3.0 © Tsiapinis © flickr.com - dolanh/cc-by-2.0 UNESCO - Fort Paphos © Paul167/cc-by-sa-2.5 © Hona232/cc-by-sa-4.0 Sheriffing Paphos © panoramio.com - An. Antoniou/cc-by-sa-3.0
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The Saracen Rock (foreground) and the Rock of the Greek (background) © Vladimer/cc-by-sa-3.0
Auf dem tagsüber frei zugänglichen Gelände um die spätbyzantinische Kreuzkuppelkirche Agia Kyriaki steht ein Säulenstumpf, an dem der Legende nach der Apostel Paulus gefesselt und gegeißelt worden sein soll. Weitere Reste einer Franziskanerkirche aus dem Spätmittelalter und einer Basilika aus frühchristlicher Zeit sind erhalten. In Paphos befindet sich die frühchristliche Basilika der Panagia Chrysopolitissa (Unser Lieben Frau von Chrysopolis) mit der sogenannten Paulussäule, an die angeblich der heilige Paulus gefesselt wurde, um gegeißelt zu werden. Der Metropolit Chrysostomos von Paphos der zypriotischen orthodoxen Kirche hat die Agia Kyriaki 1987 dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem für die römisch-katholische Gemeinde überlassen. Auch die anglikanische, die deutsche und finnische lutherische und die maronitische Gemeinden nutzen sie. Die römisch-katholische Pfarrgemeinde betreibt zudem das Hospiz St. Michael für Palliativpflege.

Das Archäologische Bezirksmuseum Paphos zeigt unter anderem Goldschmuck aus dem 15. Jahrhundert vor Christus bis zum dritten Jahrhundert nach Christus, römisches Glas und eine Reihe aus Ton gefertigter römischer Wärmflaschen. Neben liturgischen Geräten und Gewändern sind in dem Kirchliches Museum Ikonen vom 12. bis 18. Jahrhundert zu sehen. In einer Villa aus dem Jahr 1894 werden in dem privaten Kyrenia Museum of Folk Art zypriotische Alltagsgegenstände der vergangenen Jahrhunderte gezeigt.

Lesen Sie mehr auf Stadt Paphos, Paphos Tourismus, unesco.org – Paphos, Wikivoyage Paphos und Wikipedia Paphos (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



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