Olympia in Griechenland

Mittwoch, 19. März 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, Sport, UNESCO-Welterbe

British Museum - Olympia Model © Joanbanjo/cc-by-sa-3.0

British Museum – Olympia Model © Joanbanjo/cc-by-sa-3.0

Olympia war das Heiligtum des Zeus in Elis, im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes. Es war der Austragungsort der Olympischen Spiele der Antike. Am Rande des antiken Heiligtums befindet sich die moderne Stadt Alt-Olympia.

Bereits in der Renaissance kehrte das versunkene Olympia durch das Studium antiker Quellen in das Bewusstsein zurück, allerdings wurde es vor allem als Inbegriff des sportlichen Wettkampfes wahrgenommen. Dies weckte bei verschiedenen Gelehrten das Interesse auf eine Wiederentdeckung des Ortes. So wurde etwa der Mönch und Gelehrte Bernard de Montfaucon von der Beschreibung des Pausanias dazu veranlasst, über eine mögliche Ausgrabung nachzudenken. 1723 schrieb er einen Brief an Quirini, den Erzbischof von Korfu, der als Kenner der Antike galt, um auf eine Ausgrabung hinzuwirken, obwohl die genaue Lage Olympias noch gar nicht bekannt war. Ebenfalls von Pausanias angeregt, plante Johann Joachim Winckelmann 1768 Ausgrabungen vorzunehmen, da er hoffte, dass sich in Olympia eine Vielzahl von Skulpturen finden ließe, die die Kenntnis der Kunst bereichern würden. Sein Tod vereitelte jedoch dieses Vorhaben. 1988, Jahrzehnte nach der Freilegung zahlreicher Kultbauten auf dem Gelände, wurde Olympia schließlich in die UNESCO-Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen. Bei schweren Waldbränden im August 2007 wurde ein großer Teil des Baumbestandes rund um die antiken Stätten vernichtet, das Museum entging nur knapp der Zerstörung. Inzwischen erfolgte eine umfassende Wiederaufforstung.

Temple of Zeus © Karta24/cc-by-2.5 Olympia's train station © Jérôme/cc-by-sa-3.0 Ancient Olympia © Pierers Universal Lexikon, 1891 Olympia map © Bibi Saint-Pol Plan Olympia © Bibi Saint-Pol British Museum - Olympia Model © Joanbanjo/cc-by-sa-3.0
<
>
British Museum - Olympia Model © Joanbanjo/cc-by-sa-3.0
Der englische Theologe und Reisegelehrte Richard Chandler war 1766 der erste Wissenschaftler, der den Ort tatsächlich aufsuchte. Er fand die Überreste des olympischen Zeustempels. In der Folgezeit wurden zahlreiche kleinere Untersuchungen an diesem Ort vorgenommen. So schuf etwa der Franzose Louis Francois Sebastien Fauvel 1787 eine erste topografische Skizze und Beschreibung der Umgebung. Es folgten die englischen Archäologen William Martin Leake, der 1805 in Olympia forschte, Edward Dodwell und William Gell, die 1806 eine erste kleine Grabung auf den Resten des Zeustempels vornahmen. 1813 erstellten Spencer Stanhope und sein Architekt Thomas Allason auf der Grundlage systematischer Messungen einen topografischen Lageplan des Areals. Die umfangreichste dieser Untersuchungen erfolgte durch die Expedition scientifique de Morée. Die Naturforscher und Künstler waren 1829 im Gefolge französischer Truppen, die im griechischen Unabhängigkeitskrieg kämpften, auf die Peloponnes gelangt. In wenigen Wochen gruben sie Teile des Zeustempels aus. Einige der Metopen des Tempels nahmen sie nach Paris mit, wo sie sich in der Sammlung des Louvre befinden. All diese Forschungsbestrebungen und Grabungen blieben aber in ihrer Auswirkung begrenzt.

Bei den Olympischen Spielen 2004, deren Hauptaustragungsort Athen war, wurde das antike Olympia erneut auch Austragungsort von Wettkämpfen. Trotz der Proteste des Zentralen Archäologischen Rates, der Schaden an den Ausgrabungsstätten befürchtete, fanden dort die Wettkämpfe im Kugelstoßen der Frauen und der Männer statt.

Lesen Sie mehr auf Wikipedia Olympische Spiele der Antike und Wikipedia Olympia (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




Das könnte Sie auch interessieren:

Diesen Beitrag teilen: (Vor Nutzung der Button Datenschutzregelungen beachten)

Canterbury in England

Canterbury in England

[caption id="attachment_149000" align="aligncenter" width="590"] Canterbury Cathedral © Hans Musil[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Canterbury ist eine Universitätsstadt mit 43.000 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Stour in der Grafschaft Kent im Südosten Englands und ist Sitz des Erzbischofs von Canterbury und Zentrum der Anglikanischen Kirche Englands. Zu den Bildungseinrichtungen der Stadt gehören die University of Kent, die Canterbury Christ Church University (gegründet 1962), die University for the Creative Arts, das Chaucer Co...

[ read more ]

Burlington in Vermont

Burlington in Vermont

[caption id="attachment_201249" align="aligncenter" width="590"] Chittenden County Trust Company Building © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Burlington ist mit 42.000 Einwohnern die größte City des US-Bundesstaates Vermont und Sitz der Countyverwaltung (Shire Town) vom Chittenden County. Die Stadt ist die Heimat der University of Vermont. Für Vermonter Verhältnisse ist das Klima in Burlington recht mild. Burlington ist Hauptsitz von Burton Snowboards, einem der weltweit führenden Hersteller von Snowboa...

[ read more ]

Messner Mountain Museum

Messner Mountain Museum

[caption id="attachment_161149" align="aligncenter" width="511"] © messner-mountain-museum.it[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Das Messner Mountain Museum (kurz MMM) ist ein Museumsprojekt von Reinhold Messner in den italienischen Provinzen Südtirol und Belluno. Fünf verschiedene Standorte bilden dabei ein Bergmuseum. Messner Mountain Museum Firmian [caption id="attachment_161150" align="aligncenter" width="590"] Sigmundskron Castle - MMM Firmian © Hubert Berberich[/caption]In der spätmittelalterlichen Anlage des Schloss...

[ read more ]

Reisterrassen von Banaue auf den Philippinen

Reisterrassen von Banaue auf den Philippinen

[caption id="attachment_205787" align="aligncenter" width="590"] © panoramio.com - gbuschner/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Reisterrassen von Banaue sind eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Philippinen. Die Reisterrassen zählen zusammen mit vier weiteren Anlagen seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe und wurden im gleichen Jahr von der American Society of Civil Engineers in die List of International Historic Civil Engineering Landmarks aufgenommen. Sie liegen in einer gebirgigen Landschaft etwa 1500 Meter ...

[ read more ]

Schönau im Schwarzwald: Das Energievorbild für Deutschland und die Welt

Schönau im Schwarzwald: Das Energievorbild für Deutschland und die Welt

[caption id="attachment_161266" align="aligncenter" width="590"] Bergkirche - Protestant Church © Taxiarchos228[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Schönau im Schwarzwald ist eine Stadt im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Der staatlich anerkannte Luftkurort Schönau im Schwarzwald liegt im oberen Wiesental am Oberlauf der Großen Wiese, umgeben von den Erhebungen des südlichen Schwarzwaldes, in 517 bis 1309 Meter Höhe. Mehr als 80 Prozent der Fläche sind von Wald bedeckt. [gallery size="medium" gss="1" ids="190071,328...

[ read more ]

Themenwoche Washington, D.C. - Library of Congress

Themenwoche Washington, D.C. - Library of Congress

[caption id="attachment_24928" align="aligncenter" width="590"] Thomas Jefferson Building © Carol M. Highsmith/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Library of Congress (LoC) (Deutsch: Kongressbibliothek) ist die öffentlich zugängliche Forschungsbibliothek des Kongress' der Vereinigten Staaten. Sie befindet sich, auf mehrere Gebäude verteilt, in Washington, D.C.. Die LoC ist hinsichtlich des Medienbestands die zweitgrößte, hinsichtlich des Bücherbestands die größte und insgesamt eine der bedeutendsten Bibliotheken...

[ read more ]

Die Hafenstadt Castellammare di Stabia

Die Hafenstadt Castellammare di Stabia

[caption id="attachment_160692" align="aligncenter" width="590"] Castellammare di Stabia seen from Monte Faito © Mentnafunangann/GFDL[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Castellammare di Stabia ist eine Hafenstadt mit 64.506 Einwohnern am Golf von Neapel. Sie liegt an der Stelle des antiken Stabiae und gehört zur Provinz Neapel in der Region Kampanien. Die Stadt befindet sich an der Bahnlinie der Ferrovia Circumvesuviana zwischen Sorrent und Pompei beziehungsweise Neapel. Castellammare di Stabia wurde 1654 von den Franzosen unt...

[ read more ]

Stadtkirche Lutherstadt Wittenberg

Stadtkirche Lutherstadt Wittenberg

[caption id="attachment_168037" align="aligncenter" width="590"] Stadtkirche Wittenberg © M_H.DE/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien in der Lutherstadt Wittenberg ist als Bürgerkirche die Predigtkirche der Reformatoren Martin Luther und Johannes Bugenhagen. Hier wurde die Heilige Messe zum ersten Mal in deutscher Sprache gefeiert und das Abendmahl erstmals „in beiderlei Gestalt“, in Brot und Wein, an die Gemeinde ausgeteilt. Die Kirche ist damit die Mutterkirche der Reformation. Se...

[ read more ]

Return to Top ▲Return to Top ▲
Town Hall © Pline/cc-by-sa-3.0
Themenwoche Champagne – Chaumont

Chaumont ist eine französische Stadt mit 23.000 Einwohnern im Département Haute-Marne. Sie ist Sitz der Präfektur des Départements Haute-Marne. Um...

Port Said - Suez Canal Authority © Daniel Csörföly
Der Sueskanal

Der Sueskanal ist ein Schifffahrtskanal in Ägypten zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues, der das Mittelmeer...

The Miner - Symbol of Donetsk © Brücke-Osteuropa
Themenwoche Ukraine – Donezk in der östlichen Ukraine

Donezk ist das Zentrum des Kohlereviers Donbass und mit ca. 1,1 Millionen Einwohnern (mit Vororten) die fünftgrößte Stadt in der...

Schließen