Neapel, das europäische Shanghai

Donnerstag, 31. März 2011 - 12:24 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Architektur, Allgemein, UNESCO-Welterbe

Historic center - UNESCO World Heritage Site © Inviaggiocommons

Historic center – UNESCO World Heritage Site © Inviaggiocommons

Neapel ist nach Rom und Mailand die bevölkerungsreichste Stadt Italiens. Sie ist die Hauptstadt der Region Kampanien und der Provinz Neapel. Das administrativ zur Stadt Neapel gehörende Gebiet hat etwa 1 Million Einwohner, zusammen mit den Vororten weist sie als Agglomeration über 4,4 Millionen Einwohner auf.

Nicht zufällig trägt Neapel auch den Beinamen “europäisches Shanghai”. Überschäumende Lebendigkeit beherrscht die Stadt, in der wie in kaum einer anderen die Zeugnisse europäischer Kulturen miteinander verschmelzen. Weltberühmte Museen, barocke Pracht und Frömmigkeit und nicht zuletzt die einzigartige Lage zwischen Golf und Vesuv machen Neapel zu einem Erlebnis, für das es sich schon zu Goethes Zeiten beinahe zu sterben lohnte.

“Dass kein Neapolitaner von seiner Stadt weichen will, dass ihre Dichter von der Glückseligkeit der hiesigen Lage in gewaltigen Hyperbeln singen, ist ihnen nicht zu verdenken, und wenn auch noch ein paar Vesuve in der Nachbarstadt stünden. Man mag sich hier an Rom gar nicht zurück erinnern: Gegen die hiesige freie Lage kommt einem die Hauptstadt der Welt im Tibergrunde wie ein altes übelplatziertes Kloster vor.” – Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

1995 wurde die gesamte Altstadt (centro storico) von Neapel zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Entsprechend hoch ist die Zahl der als sehenswert geltenden Baulichkeiten.

Villa Spera © Johnnyrotten Villa Pignatelli © jzpresto Villa La Santarella © Johnnyrotten Traditional pizza from Napoli © Austin Keys © Martin Zwernemann San Gregorio Armeno © Square87 Palazzo Reale and Piazza del Plebiscito © Radomil Nisida Island, seen from Parco Virgiliano © Gennaro Visciano Galleria Umberto I © kalamita Capodimonte - Royal Palace © goldenancy Piazza Plebiscito © Lalupa Napoli Panorama © Massimo Finizio Napoli Panorama © Damirux Castel Nuovo © stephen.salomons.ca Collage Napoli © DanieleDF1995 Castel dell'Ovo © currybet Art Noveau style in Via L Sanfelice Napoli © Johnnyrotten Historic center - UNESCO World Heritage Site © Inviaggiocommons
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Historic center - UNESCO World Heritage Site © Inviaggiocommons
Die Wirtschaftskraft Neapels ist in Relation zu der Gesamtitaliens sehr schwach. Im nationalen Vergleich belegte die Provinz im Jahr 2005 nur den 92. Platz von landesweit insgesamt 103 Provinzen. Die Wirtschaft wird in erster Linie durch Kleinunternehmen geprägt. So wurden im Jahr 2001 in der Provinz Neapel von 138.000 Unternehmen 595.000 Arbeitnehmer beschäftigt. 2005 registrierte die neapolitanische Handelskammer 264.956 Gesellschaften. Von diesen Unternehmen beschäftigten lediglich 52 mehr als 200 Arbeitnehmer und bei nur 12 fanden mehr als 500 abhängig Beschäftigte Arbeit. Über die Hälfte (54 %) der Unternehmen hatten weniger als 20 Beschäftigte.

Die Arbeitslosenquote ist sehr hoch und fluktuiert zwischen 20 und 30 %. Exakte Zahlen sind, wie für alle neapolitanischen Wirtschaftsdaten, nur schwer zu bestimmen, da ein großer Teil durch die von der Camorra dominierte Schattenwirtschaft (Schwarzhandel, Schmuggel) kompensiert wird. Die Schattenwirtschaft insgesamt ist eine der bedeutendsten ökonomischen Kräfte der Stadt und die Camorra gilt inoffiziell als der größte Arbeitgeber Neapels.

In Neapel gibt es neun Hochschulen. Die Università degli Studi di Napoli Federico II ist die wichtigste und älteste Universität der Stadt. Sie wurde 1224 von Friedrich II. als dritte Universität Italiens nach Bologna und Padua gegründet. Zudem ist Neapel Sitz der Pontificia Facoltà Teologica dell’Italia Meridionale (theologische Hochschule) sowie der Kunsthochschule Accademia di Belle Arti und des Musikkonservatoriums Conservatorio di Musica San Pietro a Majella und der Università Telematica Pegaso.

Vielen Besuchern der Stadt erscheint die neapolitanische Küche als Verkörperung der italienischen Küche schlechthin, was wenig verwundert, basiert sie doch in einem Maße wie kaum eine andere Regionalküche des Landes auf den drei Säulen Pizza, Pasta und Pomodori. Die Pizza soll in der Stadt erfunden worden sein.

“Eines Tages werde ich nach Neapel zurückkehren, weil es meine Heimat ist, die ich liebe. Aber nicht, um zu singen, sondern um Pizza zu essen.” – Enrico Caruso (1873–1921)

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