Themenwoche Warschau – Museum der Geschichte der polnischen Juden

Donnerstag, 01. Januar 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Haus des Monats, Museen, Ausstellungen

© Wojciech Kryński/cc-by-sa-3.0-pl

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Das Museum der Geschichte der polnischen Juden (poln. Muzeum Historii Żydów Polskich) in Warschau ist gegenüber dem Denkmal der Helden des Warschauer Ghettos errichtet worden. Der Grundstein wurde am 26. Juni 2007 gelegt. Das Museum wurde am 19. April 2013 mit einer Feier anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns des Warschauer Ghettoaufstandes teileröffnet. Die komplette Fertigstellung und feierliche Eröffnung fand am 28. Oktober 2014 statt.

Bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs lebte in Polen die größte jüdische Minderheit in Europa, mit einem Anteil von etwa 10% an der Gesamtbevölkerung. Die Idee eines der Geschichte der polnischen Juden gewidmeten Museums kam 1997 auf. Im selben Jahr gab die Stadt Warschau für diesen Zweck das einzige noch unverbaute Grundstück im ehemaligen jüdischen Viertel Warschaus frei. 2005 wurde das Museum offiziell gegründet, und 2006 wurde auf dem Baugrund eine begehbare Installation errichtet, der Ohel (hebräisch für Zelt), in dem das Museum Ausstellungen und Veranstaltungen durchgeführt hat. Im April 2007 nahm das Bildungszentrum des Museums, das sich mit der Organisation von Schulungen, Workshops unter anderem in ganz Polen befasst, seine Arbeit auf. Im Juni 2007 kam es schließlich zur feierlichen Grundsteinlegung. Im Museum befinden sich Räume für wechselnde Ausstellungen (1.300 m²) und eine ständige Ausstellung (4.300 m²) über die Geschichte der polnischen Juden vom Mittelalter bis heute, das Bildungszentrum und Konferenzräume. Derzeit bildet es die größte kulturelle Investition der polnischen Hauptstadt. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 35 Millionen Euro, von denen die Bundesrepublik Deutschland 5 Millionen Euro übernommen hat.

Core Exhibition - Replica of the Great Synagogue © Adrian Grycuk/cc-by-sa-3.0-pl Core exhibition - Postwar gallery © Magdalena Starowieyska - Dariusz Golik/cc-by-sa-3.0-pl Core exhibition - On the Jewish Street gallery © Magdalena Starowieyska - Dariusz Golik/cc-by-sa-3.0-pl Core exhibition - Forest gallery © Adrian Grycuk/cc-by-sa-3.0-pl Core exhibition - Bima of the Gwoździec synagogue © Magdalena Starowieyska - Dariusz Golik/cc-by-sa-3.0-pl © Adrian Grycuk/cc-by-sa-3.0-pl Museum faces the Memorial to the Warsaw Ghetto Uprising ©  mamik - fotopolska.eu/cc-by-sa-3.0 © Wistula/cc-by-sa-3.0 © Wojciech Kryński/cc-by-sa-3.0-pl
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Core exhibition - Bima of the Gwoździec synagogue © Magdalena Starowieyska - Dariusz Golik/cc-by-sa-3.0-pl
Im internationalen Wettbewerb wurde das Projekt des finnischen Architektenteams Lahdelma & Mahlamäki Oy, Helsinki gewählt. Das Museumsgebäude wurde auf dem Grundriss eines Quadrates entworfen. Die gläsernen Außenwände wurden durch eine unregelmäßig geformte Spalte zerrissen, die den gebogenen Galerien mit gewellten Betonwänden im Inneren des Museumsgebäudes entsprechen. Der Spalt steht für den Weg der Juden durch das Meer. Die Außenwelt und das Museumsinnere werden dadurch zugleich miteinander verbunden. Da das Museum die gesamte Geschichte der Juden in Polen präsentiert und nicht nur den Zeitraum während der deutschen Besatzung, sollte sich auch die Architektur von bereits existierenden Holocaust-Museen, zum Beispiel dem Jüdischen Museum Berlin oder Yad Vashem, unterscheiden und keine reine Betonstruktur erhalten.

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