Musée Nissim de Camondo in Paris

Mittwoch, 15. Oktober 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, Paläste, Schlösser, Villen, Parks, Paris

Musée Nissim de Camondo ©  Daderot

Musée Nissim de Camondo © Daderot

Das Musée Nissim de Camondo ist ein 1936 eröffnetes, staatliches Museum in einem Pariser Adelspalast, dem Hôtel Camondo (63, rue de Monceau) im 8. Arrondissement, das die komplette Wohnungseinrichtung eines klassischen großbürgerlichen Palasthaushaltes vom Ende des 19. Jahrhunderts umfasst. Organisatorisch ist es ein Teil des Pariser Kunstgewerbemuseums, des Musée des Arts décoratifs.

Graf Moïse de Camondo (1860-1935), einer ursprünglich in Konstantinopel beheimateten, in Paris ansässigen Bankiersfamilie entstammend, erbte 1910 das Stadtpalais seiner Eltern in der Rue de Monceau, das sich seit 1873 im Familienbesitz befand. Er ließ es umgehend abreissen, um einen Neubau nach seinem Geschmack zu errichten. Dort wollte er auch seine umfangreiche Sammlung von Möbeln und Kunstwerken des 18. Jahrhunderts unterbringen, die er während der vergangenen 20 Jahre zusammengetragen hatte.

Camondo beauftragte den Architekten René Sergent (1865-1927), anstelle des alten Gebäudes einen Neubau im Stil eines klassischen Pariser Stadtpalais’ zu setzen, mit Hof und Garten, das für die Unterbringung seiner Sammlung und als Familienwohnung ideal wäre. Sergent entwarf ein Bauwerk, das sich mit zwei Flügeln zum Garten öffnet, der von Achille Duchêne (1866-1947) angelegt wurde. Unübersehbar hat das Petit Trianon in Versailles (Architekt: Ange-Jacques Gabriel) als Vorbild gedient. Das Gebäude wurde 1911 eingeweiht.

Salon Bleu © Daderot Library © Daderot Bedroom © Daderot Secretaire a Cylindre by Jean-Francois Oeben © Daderot Musée Nissim de Camondo ©  Daderot
<
>
Secretaire a Cylindre by Jean-Francois Oeben © Daderot
Hinter der klassischen Fassade verbirgt sich jedoch ein Wohnhaus, das gemäß den Vorstellungen des 19. Jahrhunderts das öffentliche, das Privatleben und das der Dienstboten strikt voneinander trennt. Das Erdgeschoss schließt sich ebenerdig an den Hof an, bildet jedoch das Tiefparterre zum Garten, um so die Dienstbotenräume zu kaschieren. Ein großes, prachtvolles Treppenhaus erschließt das Innere des Gebäudes, das Hochparterre, das dem Empfang von Gästen diente, das erste Stockwerk mit den Privatgemächern und das Dachgeschoss mit den Dienstbotenzimmern.

Das Gebäude ist einzigartig als umfassend erhaltenes Zeugnis der Funktionsweise eines klassischen Stadtpalais’. Besonders reizvoll ist, dass neben den prachtvollen Repräsentationsräumen auch die Funktionsräume wie Küche, Wäscherei etc. in ihrem Originalzustand verblieben und besichtigt werden können.

Das Museum ist nach dem einzigen Sohn des Gründers benannt, Nissim de Camondo, der im Ersten Weltkrieg als Jagdflieger starb. Es wurde 1936, ein Jahr nach dem Tod von Moïse de Camondo, gemäß dessen letztem Willen als Museum eröffnet.

Lesen Sie mehr auf Musée Nissim de Camondo und Wikipedia Musée Nissim de Camondo (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




Das könnte Sie auch interessieren:

Diesen Beitrag teilen: (Vor Nutzung der Button Datenschutzregelungen beachten)

Themenwoche Normandie - Lisieux

Themenwoche Normandie - Lisieux

[caption id="attachment_152725" align="aligncenter" width="590"] Basilique de Sainte-Thérèse © Renegade[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Lisieux ist eine Stadt mit 21.000 Einwohnern in der Region Basse-Normandie im Département Calvados. Sie ist Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Lisieux. Dieses besteht aus 13 Kantonen; die Stadt selbst gliedert sich in drei Kantone. Sie ist auch Hauptort des Pays d'Auge. Lisieux liegt am Fluss Touques etwa 30 km südlich der Seine-Mündung. Im Stadtgebiet mündet der Orbiquet als...

[ read more ]

Bitterfeld-Wolfen im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt

Bitterfeld-Wolfen im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt

[caption id="attachment_150397" align="aligncenter" width="590"] Villa Bernstein and Bernsteinsee (Lake Amber) © Katrin Perl[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Bitterfeld-Wolfen ist die größte Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die Stadt liegt im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt. Bitterfeld-Wolfen entstand am 1. Juli 2007 durch die Fusion der ursprünglich eigenständigen Städte Bitterfeld und Wolfen sowie der Gemeinden Greppin, Holzweißig und Thalheim. Bitterfeld-Wolfen liegt etwa 25 km nordöstlich von Halle (Saale)...

[ read more ]

Der Felsen von Gibraltar

Der Felsen von Gibraltar

[caption id="attachment_152958" align="aligncenter" width="590"] Aerial view © Neonstar[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Gibraltar ist ein britisches Überseegebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel. Es steht unter der Souveränität des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, die von Spanien nie anerkannt wurde. Gibraltar liegt an der Nordseite der Meerenge Straße von Gibraltar, an der Europa und Afrika am dichtesten beieinander liegen. Das Territorium umfasst eine Landfläche von 6,5 km2, wobei die Grenze...

[ read more ]

Die Stadt Santander in Kantabrien

Die Stadt Santander in Kantabrien

[caption id="attachment_161163" align="aligncenter" width="590"] Town Hall © Year of the Dragon[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Santander ist die Hauptstadt der zu Spanien gehörenden Autonomen Gemeinschaft Kantabrien im Norden der iberischen Halbinsel. Über ein Drittel der Kantabrier leben in Santander. Die Stadt ist ein sehr beliebter Badeort in Nordspanien, dessen zahlreiche Sandstrände ein Anziehungspunkt für viele meist spanische Touristen sind. Insbesondere im Stadtteil El Sardinero gibt es mehrere weitläufige Sand...

[ read more ]

Rennes-le-Château

Rennes-le-Château

[caption id="attachment_150386" align="aligncenter" width="590"] Sainte Marie-Madeleine church © Hawobo[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Rennes-le-Château ist ein mittelalterliches Dorf mit 90 Einwohnern in Südfrankreich, 481 m über dem Meer, im Département Aude in der Region Languedoc-Roussillon, ca. 40 Kilometer südlich von Carcassonne und etwa zwölf Kilometer vom Pic de Bugarach entfernt. Außer dem nicht zur Besichtigung freigegebenen Château d’Hautpoul gibt es im Dorf die 1059 eingeweihte und im Kern romanische ...

[ read more ]

Musée Nissim de Camondo in Paris

Musée Nissim de Camondo in Paris

[caption id="attachment_25789" align="aligncenter" width="590"] Musée Nissim de Camondo © Daderot[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Das Musée Nissim de Camondo ist ein 1936 eröffnetes, staatliches Museum in einem Pariser Adelspalast, dem Hôtel Camondo (63, rue de Monceau) im 8. Arrondissement, das die komplette Wohnungseinrichtung eines klassischen großbürgerlichen Palasthaushaltes vom Ende des 19. Jahrhunderts umfasst. Organisatorisch ist es ein Teil des Pariser Kunstgewerbemuseums, des Musée des Arts décoratifs. Gra...

[ read more ]

Die König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (KAUST)

Die König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (KAUST)

[caption id="attachment_161352" align="aligncenter" width="590"] © Aboluay/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die König Abdullah Universität für Wissenschaft und Technologie (englisch King Abdullah University of Science and Technology, KAUST) ist eine technische Universität in Saudi-Arabien. Die KAUST wurde im September 2009 auf einer Fläche von 36 km² eröffnet und hat ihren Sitz am Roten Meer in Thuwal in der Provinz Mekka, unweit der King Abdullah Economic City. Der Namensgeber der Universität ist Abdulla...

[ read more ]

Cabo San Lucas in Mexiko

Cabo San Lucas in Mexiko

[caption id="attachment_164402" align="aligncenter" width="590"] Marina © Cristo Vlahos/cc-by-sa-4.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen lassen"]Cabo San Lucas ist ein Ort an der äußersten Südspitze der zu Mexiko gehörenden Halbinsel Baja California. Zusammen mit seiner etwa 30 Kilometer östlich gelegenen Schwesterstadt San José del Cabo bildet San Lucas den südlichsten Landkreis Los Cabos im Bundesstaat Baja California Sur. Das Wahrzeichen von San Lucas ist der 62 Meter hohe Felsen El Arco am südlichen Ende der Halbinsel. Währe...

[ read more ]

Return to Top ▲Return to Top ▲
Forte dei Marmi © flickr.com - Thomas Hawk/cc-by-sa-2.0
Das mondäne Seebad Forte dei Marmi

Forte dei Marmi ist eine italienische Gemeinde mit 7600 Einwohnern in der Provinz Lucca am Ligurischen Meer. Forte dei Marmi...

Market Square © Josep Llauradó/cc-by-sa-2.0-es
Reus in Katalonien

Reus ist eine Stadt im Süden Kataloniens. Sie ist mit 107.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Südkataloniens und außerdem die Hauptstadt...

Palm Trees Promenade © Valantis Antoniades/cc-by-sa-3.0
Larnaka auf Zypern

Larnaka ist eine Hafenstadt im Südosten der Mittelmeerinsel Zypern mit 72.000 Einwohnern und Hauptort des gleichnamigen Bezirkes. Im 18. Jahrhundert...

Schließen